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10.07.2015

10:19 Uhr

Tony Martins Karriere

Weltmeister mit viel Pech und Stürzen

Das hatte sich Tony Martin anders vorgestellt. Bis zu den Pyrenäen wollte er sein Gelbes Trikot verteidigen, stattdessen führte ihn die Reise nach Hamburg zur Operation. Eine Karriere mit vielen Höhen und Tiefen.

Seine Fahrt im gelben Trikot fiel für ihn viel zu kurz aus. ap

Tony Martin

Seine Fahrt im gelben Trikot fiel für ihn viel zu kurz aus.

Le HavreTony Martins Triumphfahrt in Gelb wurde bei der Tour de France abrupt gestoppt. Bei seinem Sturz auf der sechsten Etappe erlitt der 30-Jährige einen offenen Schlüsselbeinbruch. Für Martin ging es noch am Donnerstagabend zur Operation nach Hamburg. Die 102. Frankreich-Rundfahrt verlief fast schon beispielhaft für Martins Karriere mit Höhen und Tiefen. Die Karriere im Zeitraffer:

2009: Martin gibt sein Debüt bei der Tour de France und weiß auf Anhieb zu überzeugen. Zwölf Tage fährt er im Weißen Trikot des besten Jungprofi. Am vorletzten Tag verpasst er ganz knapp einen großen Coup, als er auf dem berüchtigten Mont Ventoux den zweiten Platz belegt. Bei der WM gewinnt er Bronze im Zeitfahren.

2010: Der Cottbuser lernt erstmals die Schattenseiten der Tour kennen. Beim Auftaktzeitfahren in Rotterdam macht ihm Nieselregen die Fahrt ins Gelbe Trikot zunichte. Auf der Kopfsteinpflaster-Etappe kommt Martin zu Fall, kann die Reise mit Prellungen und Schürfwunden aber fortsetzen. Bei der WM in Australien schafft er wieder Platz drei im Zeitfahren.

Die Etappen der Tour de France 2015 (Teil 1)

1. Etappe

Von Utrecht (Niederlande) nach Utrecht

Datum: 4. Juli

Distanz: 14 Kilometer
Profil: flach (Einzelzeitfahren)

2. Etappe

Von Utrecht nach Zeeland (Niederlande)
Datum: 5. Juli
Distanz: 166 Kilometer
Profil: flach (voraussichtlich Sprintankunft)

3. Etappe

Von Antwerpen (Belgien) nach Huy (Belgien)
Datum: 6. Juli
Distanz: 154 Kilometer
Profil: bis Kilometer 105 flach, danach kurze aber steile Anstiege der Kategorie 4 und 3 mit Bergankunft bei der bekannten Mauer von Huy der Kategorie 3, die an einigen Passagen bis zu 19 Prozent steil ist (erstes Kräftemessen der Favoriten, Chance für Ausreißer)

4. Etappe

Von Seraing (Belgien) nach Cambrai
Datum: 7. Juli
Distanz: 221 Kilometer
Profil: flach (Sprintankunft)

5. Etappe

Von Arras nach Amiens Métropole
Datum: 8. Juli
Distanz: 189 Kilometer
Profil: flach (Sprintankunft)

6. Etappe

Von Abbeville nach Le Havre
Datum: 9. Juli
Distanz: 191 Kilometer
Profil: flach mit drei kurzen Anstiegen der Kategorie 4 (Sprintankunft)

7. Etappe

Von Livarot nach Fougères
Datum: 10. Juli
Distanz: 190 Kilometer
Profil: flach, mit einem Anstieg der Kategorie vier (Sprintankunft)

8. Etappe

Von Rennes nach Mûr de Bretagne
Datum: 11. Juli
Distanz: 179 Kilometer
Profil: leicht bergig, ein Anstieg der Kategorie 4, Zielankunft mit Anstieg der Kategorie 3

9. Etappe

Von Vannes nach Plumelec
Datum: 12. Juli
Distanz: 28 Kilometer
Profil: wellig (Einzelzeitfahren)

10. Etappe

Von Trabes nach La Pierre-Saint-Martin
Datum: 14. Juli
Distanz: 167 Kilometer
Profil: bergig mit Bergankunft der höchsten Kategorie

2011: Martin hofft auf eine vordere Platzierung in der Tour-Gesamtwertung, was aber misslingt. Am vorletzten Tag holt er immerhin seinen ersten Etappensieg im Kampf gegen die Uhr. Es ist der Startschuss für seine Dominanz im Zeitfahren. Krönender Höhepunkt ist sein erster WM-Titel in Kopenhagen.

2012: Schon im Frühjahr kommt in dem so wichtigen Olympia-Jahr der große Rückschlag. Bei einem Trainingssturz erleidet Martin einen Jochbeinbruch, einen Teilbruch der Augenhöhle, einen angebrochenen Kiefer und einen Riss im Schulterblatt. Er kämpft sich zurück. Doch bei der Tour enden die Gelb-Träume, als er sich beim Auftakt das Hinterrad mit einer Glasscherbe aufschneidet. Und es kommt noch schlimmer: Martin bricht sich am zweiten Tag das Kahnbein, beißt sich aber mehrere Tage durch – alles mit Blick auf Olympia. In London wird er Zweiter hinter Bradley Wiggins und anschließend gewinnt er noch den WM-Titel in Valkenburg.

2013: Martin gewinnt bei der Tour das Zeitfahren in Mont-Saint-Michel und wird einige Monate später in Florenz zum dritten Mal Weltmeister.

Die Etappen der Tour de France 2015 (Teil 2)

11. Etappe

Von Pau nach Cauterets - Vallee de Saint-Savin
Datum: 15. Juli
Distanz: 188 Kilometer
Profil: bergig, ein Berg der höchsten Kategorie, Zielankunft mit Anstieg der Kategorie 3

12. Etappe

Von Lannemezan nach Plateau de Beile
Datum: 16. Juli
Distanz: 195 Kilometer
Profil: bergig, mit zwei Anstiegen der ersten Kategorie und Bergankunft der höchsten Kategorie

13. Etappe

Von Muret nach Rodez
Datum: 17. Juli
Distanz: 200 Kilometer
Profil: leicht bergig mit einem Anstieg der dritten und zwei Anstiegen der vierten Kategorie

14. Etappe

Von Rodez nach Mende
Datum: 18. Juli
Distanz: 178 Kilometer
Profil: bergig, mit Bergankunft der Kategorie 2

15. Etappe

Von Mende nach Valence
Datum: 19 Juli
Distanz: 182 Kilometer
Profil: bergig mit einem Anstieg der Kategorie 3, zwei der Kategorie 4 und ein Anstieg der Kategorie 2. Ankunft flach

16. Etappe

Von Bourg-de-Péage nach Gap
Datum: 20. Juli
Distanz: 201 Kilometer
Profil: bergig mit zwei Anstiegen der Kategorie 2

17. Etappe

Von Digne-les-Bains nach Pra Loup
Datum: 22. Juli
Distanz: 161 Kilometer
Profil: bergig, unter anderem mit einem Anstieg der Kategorie 1 auf 2250 Meter und einer Bergankunft der Kategorie 2

18. Etappe

Von Gap nach Saint-Jean-de-Maurienne
Datum: 23. Juli
Distanz: 185 Kilometer
Profil: bergig mit drei Anstiegen der Kategorie 3 und 2 und einem Anstieg der höchsten Kategorie

19. Etappen

Von Saint-Jean-de-Maurienne nach La Toussuire
Datum: 24. Juli
Distanz: 138 Kilometer
Profil: Bergankunft der Kategorie 1, davor jeweils ein Anstieg der Kategorie 2, 1 und der höchsten Kategorie auf 2067 Meter

20. Etappe

Von Modane Valfréjus nach Alpe-d'Huez
Datum: 25. Juli
Distanz: 110 Kilometer
Profil: bergig mit einem Anstieg der höchsten Kategorie und einer Bergankunft der höchsten Kategorie

21. Etappe

Von Sèvres  nach Paris / Champs-Élysées
Datum: 26. Juli
Distanz: 107 Kilometer
Profil: flach, Sprintankunft

2014: Bei der Tour liefert Martin auf der Etappe nach Mülhausen sein Glanzstück ab. Nach einer 60 Kilometer langen Alleinfahrt gewinnt er die Etappe, später lässt er noch den obligatorischen Sieg im Zeitfahren folgen. Doch bei der WM verpasst er seinen vierten Titel, als er gegen Olympiasieger Bradley Wiggins das Nachsehen hat.

2015: Eine völlig verrückte Tour für Martin. Beim Auftakt-Zeitfahren in Utrecht verpasst er das erste Gelbe Trikot seiner Karriere um fünf Sekunden. In Zeeland missglückt am zweiten Tag sein Coup nur, weil Fabian Cancellara Zeitgutschriften sammelt. Nach der dritten Etappe ist er nur noch eine Sekunde entfernt. Am vierten Tag dann die Erlösung dank seines famosen Sieges in Cambrai. Am fünften Tag verteidigte er sein Gelbes Trikot, ehe es in Le Havre zum Drama kommt.

Von

dpa

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