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19.07.2013

16:37 Uhr

Topquoten

Tour de France trotz Skandalen ein TV-Hit

Das wichtigste Radrennen der Welt war einst sehr populär in Deutschland. Doch ARD und ZDF stiegen aus der Berichterstattung aus, treu geblieben ist dem Radsport und der Tour nur der Sender Eurosport. Doch das mit Erfolg.

Das Interesse an der Tour de France im Fernsehen ist ungebrochen - nicht nur bei den niederländischen Radsportfans, sondern auch in Deutschland. ap

Das Interesse an der Tour de France im Fernsehen ist ungebrochen - nicht nur bei den niederländischen Radsportfans, sondern auch in Deutschland.

DüsseldorfDie ganz großen Zuschauerzahlen aus der Zeit, als Jan Ullrich um den Sieg mitfuhr und ARD und ZDF stundenlang live übertrugen, erreicht das wichtigste Radrennen der Welt natürlich nicht mehr. Doch die Zahlen der 100. Tour de France bei Eurosport zeigen: Trotz aller Doping-Skandale verfügt der Radsport über ein treues Publikum von beachtlicher Größe. Der Durchschnitts-Marktanteil ist so hoch wie seit vier Jahren nicht mehr und die Königsteappe bescherte dem Sender am Donnerstag einen Traum-Marktanteil von 7,2 Prozent.

Ein Rückblick zur Einordnung, wie populär die Tour de France in Deutschland einmal war: Als sich die Jubiläums-Tour zum 100. Geburtstag in einem Einzelzeitfahren der 19. Etappe zwischen Lance Armstrong und Jan Ullrich entschied, saßen am 26. Juli 2003 sage und schreibe 6,11 Mio. Radsport-Fans vor den Fernsehern - Das Erste freute sich über einen Fabel-Marktanteil von 47,4%. Das ist zehn Jahre her. Lance Armstong wurde der Tour-Sieg inzwischen aberkannt, zahllose Doping-Skandale haben den Sport erschüttert, ARD und ZDF haben sich komplett aus der Übertragung des Rennens verabschiedet.

Treu geblieben ist dem Radsport und der Tour der Sender Eurosport. Auch in diesem Jahr überträgt man mindestens drei Stunden täglich, bei Etappen wie der am Mittwoch nach Alpe d'Huez auch mal fünfeinhalb Stunden lang. Und der Erfolg gibt dem Sender recht. Zwar lässt sich darüber diskutieren, ob die durch Doping verseuchten Radrennen noch einen größeren sportlichen Wert als Wrestling-Shows haben, doch es gibt eine Zahl von Fans, die trotzdem dabei bleiben.

Die bisherigen Etappen der Tour de France 2013 sahen bis einschließlich Donnerstag im Durchschnitt 420.000 Leute - mehr waren es in den vergangenen zehn Jahren nur zweimal: 2007, als sich ARD und ZDF mitten in der Tour aus den Übertragungen ausklinkten, und 2009, als die beiden öffentlich-rechtlichen Sender nur die Etappenankünfte live zeigten. 2010 und 2011 rutschten die Zahlen bei Eurosport angesichts weiterer Doping-Skandale unter die 400.000er-Marke, nun erholen sich die Zahlen wieder.

Ob die Tour im Jahr 2013 noch eine Chance hätte, dem Ersten oder dem ZDF gute Marktanteile zu bescheren, erscheint fraglich. Für einen Sender wie Eurosport, dessen 12-Monats-Durchschnitt im Gesamtpublikum derzeit bei nur 0,7% liegt, ist eine drei Wochen lange Tour de France mit einem Durchschnitts-Marktanteil von 4,3% und Spitzenwerten von 6,3% am Mont Ventoux und 7,2% in Alpe d'Huez weiterhin Gold wert.

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