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30.01.2007

18:57 Uhr

Torhüter Fritz avanciert erneut zum Spanien-Schreck

Deutsche Handballer wie im Rausch

Deutschlands Handballer haben Weltmeister Spanien entzaubert und sind nur noch zwei Siege vom erträumten Gold entfernt. In dem an Spannung kaum zu überbietendem Viertelfinal-Krimi verzückte der Gastgeber die 19 025 Zuschauer in der Kölnarena mit großer Moral und emotionaler Stärke. Getragen von einer Welle der Begeisterung besiegte der Ex-Europameister dank eines überragenden Torhüters Henning Fritz im Viertelfinale die Iberer mit 27:25 (15:12) und verwandelte die Kölnarena vor den Augen von Bundespräsident Horst Köhler in ein Tollhaus.

Florian Kehrmann (li.) setzt sich gegen den Spanier Ion Ruano Belaustegui durch. Foto: dpa dpa

Florian Kehrmann (li.) setzt sich gegen den Spanier Ion Ruano Belaustegui durch. Foto: dpa

HB KÖLN. Im Halbfinale des "Heimspiels" am Donnerstag (17.30 Uhr/live im ZDF) trifft das Team von Bundestrainer Heiner Brand erneut in Köln auf den Sieger des Viertelfinals zwischen Olympiasieger Kroatien und Europameister Frankreich, das am Dienstagabend ausgetragen wurde. Damit steht zum 13. Mal seit 1938 eine deutsche Mannschaft unter den letzten Vier einer WM. "Wir haben Riesiges geleistet, alles was jetzt kommt ist Zugabe", sagte der überragende Torhüter Henning Fritz.

"Wir sind als Mannschaft aufgetreten und deshalb waren wir die Besseren. So müssen wir weitermachen", sagte der erst während des Turniers reaktivierte Altmeister Christian Schwarzer, der vor dem größten Erfolg seiner Karriere steht: "Ich spiele schon lange Handball, aber das ist der absolute Wahnsinn."

"Wir haben allen Grund zur Freude, denn wir konnten vor zwei Wochen nicht davon ausgehen, dass wir im Halbfinale stehen", sagte Bundestrainer Heiner Brand nach der Handball-Gala. "Keiner hat mehr mit uns gerechnet, das hat uns richtig heiß gemacht", sagte Abwehrchef Oliver Roggisch, der nach diversen Kämpfen gegen Kreisläufer-Koloss Rolando Urios ein dickes Veilchen auf der linken Wange hatte. "Es ist unglaublich, was hier passiert. Das ist der absolute Hammer." Florian Kehrmann kannte den Grund für den überschwänglichen schwarz-rot-goldenen Jubel: "Dass wir hier so eine Euphorie haben, haben wir uns hart erkämpft."

Jansen bester deutscher Schütze

Im Hexenkessel am Rhein avancierte einmal mehr Torhüter Henning Fritz mit Glanzparaden zum Spanien-Schreck. Vor 19 000 Zuschauern in der seit Monaten ausverkauften Kölnarena besiegelten Torsten Jansen (6/4/Hamburg) und Holger Glandorf (5/Nordhorn) als beste deutsche Werfer den 23. Sieg im 50. Duell mit dem Vize-Europameister. Für die Spanier war Rolando Urios (8 Treffer) am erfolgreichsten. Damit hat die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) weiter die Chance, sich als Weltmeister direkt für die Olympischen Spiele 2008 in Peking zu qualifizieren. Sicher ist durch den Halbfinaleinzug aber bereits, dass das Brand-Team bei einem möglichen Qualifikationsturnier für Olympia im Frühjahr 2008 Heimrecht genießt.

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