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21.07.2015

09:32 Uhr

Tour de France

André Greipels Wandlung zum Siegfahrer

Drei Tour-Etappensiege in diesem Jahr, neun Erfolge insgesamt: Der Rostocker André Greipel feiert mit erstaunlicher Zuverlässigkeit Siege. Der Aufschwung kommt nicht von ungefähr.

Andre Greipel feiert seinen Etappensieg in Südfrankreich. AFP

Andre Greipel

Andre Greipel feiert seinen Etappensieg in Südfrankreich.

Gap André Greipel hat am Sonntag in Valence bereits seinen dritten Etappensieg bei der 102. Tour de France geschafft. Für seinen Teamchef Marc Sergeant ist er schon jetzt „der beste Sprinter der Tour“. Das war im vergangen Jahr noch anders, als er im Schatten seines diesmal fehlenden Landsmannes Marcel Kittel stand.

Die „L'Équipe“ feierte ihn am Montag („Optimal gelaufen“) auf ihrer Titelseite - was einem Ritterschlag gleichkommt. Die Leitung seines belgischen Teams war schon vor Ende der Etappe ziemlich sicher, dass ihr „Gorilla“ wieder zuschlägt. Sie wies die Hotelleitung des Teamquartiers an, Champagner kalt zu stellen.

Die Dominanz Greipels hat verschiedene Gründe: Zum einen ist die komplette Mannschaft von Lotto-Soudal auf Greipel ausgerichtet. Hatte das Team in früheren Jahren noch Ambitionen im Gesamtklassement (Jurgen van den Broeck) oder sogar einen zweiten Siegfahrer am Start (Philippe Gilbert), geht es in diesem Jahr einzig um Etappensiege. Sein Freund und Bodyguard Marcel Sieberg und weitere Fahrer stellen sich komplett in den Dienst ihres Kapitäns.

Die Etappen der Tour de France 2015 (Teil 2)

11. Etappe

Von Pau nach Cauterets - Vallee de Saint-Savin
Datum: 15. Juli
Distanz: 188 Kilometer
Profil: bergig, ein Berg der höchsten Kategorie, Zielankunft mit Anstieg der Kategorie 3

12. Etappe

Von Lannemezan nach Plateau de Beile
Datum: 16. Juli
Distanz: 195 Kilometer
Profil: bergig, mit zwei Anstiegen der ersten Kategorie und Bergankunft der höchsten Kategorie

13. Etappe

Von Muret nach Rodez
Datum: 17. Juli
Distanz: 200 Kilometer
Profil: leicht bergig mit einem Anstieg der dritten und zwei Anstiegen der vierten Kategorie

14. Etappe

Von Rodez nach Mende
Datum: 18. Juli
Distanz: 178 Kilometer
Profil: bergig, mit Bergankunft der Kategorie 2

15. Etappe

Von Mende nach Valence
Datum: 19 Juli
Distanz: 182 Kilometer
Profil: bergig mit einem Anstieg der Kategorie 3, zwei der Kategorie 4 und ein Anstieg der Kategorie 2. Ankunft flach

16. Etappe

Von Bourg-de-Péage nach Gap
Datum: 20. Juli
Distanz: 201 Kilometer
Profil: bergig mit zwei Anstiegen der Kategorie 2

17. Etappe

Von Digne-les-Bains nach Pra Loup
Datum: 22. Juli
Distanz: 161 Kilometer
Profil: bergig, unter anderem mit einem Anstieg der Kategorie 1 auf 2250 Meter und einer Bergankunft der Kategorie 2

18. Etappe

Von Gap nach Saint-Jean-de-Maurienne
Datum: 23. Juli
Distanz: 185 Kilometer
Profil: bergig mit drei Anstiegen der Kategorie 3 und 2 und einem Anstieg der höchsten Kategorie

19. Etappen

Von Saint-Jean-de-Maurienne nach La Toussuire
Datum: 24. Juli
Distanz: 138 Kilometer
Profil: Bergankunft der Kategorie 1, davor jeweils ein Anstieg der Kategorie 2, 1 und der höchsten Kategorie auf 2067 Meter

20. Etappe

Von Modane Valfréjus nach Alpe-d'Huez
Datum: 25. Juli
Distanz: 110 Kilometer
Profil: bergig mit einem Anstieg der höchsten Kategorie und einer Bergankunft der höchsten Kategorie

21. Etappe

Von Sèvres  nach Paris / Champs-Élysées
Datum: 26. Juli
Distanz: 107 Kilometer
Profil: flach, Sprintankunft

Zudem hat es Greipel geschafft, sich rechtzeitig für den Saison-Höhepunkt in Form zu bringen. In früheren Jahren haftete ihm der Makel an, „nur beschissene kleine Rennen zu gewinnen“, wie sein Rivale Mark Cavendish mal abfällig äußerte. Doch seit fünf Jahren hat Greipel bei der Tour immer mindestens eine Etappe gewonnen. Neun sind es bereits insgesamt, womit er in der deutschen Bestenliste nur noch den wegen seiner Dopingvergangenheit umstrittenen Erik Zabel (zwölf Erfolge) vor sich hat. In diesem Jahr ist Greipel in der Vorbereitung erstmals den Giro d'Italia gefahren, was sich offenbar positiv auswirkt.

Hatte Greipel früher in den hektischen Sprint-Finals mitunter den Überblick verloren und leichtfertig eine gute Position verspielt, zeigt er sich im Alter von 33 Jahren clever und gereift. Sein Meisterstück war sicher die Etappe nach Zeeland, als er Mark Cavendish im Wind stehen ließ und davonsprintete. Bei der Tour hat Greipel zudem bewiesen, dass er auch ohne organisierten Sprintzug problemlos Etappen gewinnen kann. In Valence hatte er sich das Hinterrad von Alexander Kristoff gesucht und von dort aus gewonnen. Nicht einmal von Schaltproblemen ließ er sich aus dem Konzept bringen, was früher undenkbar schien.

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