Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.07.2015

14:00 Uhr

Tour de France

Armstrong provoziert mit Tour-Comeback

Doping-Sünder Lance Armstrong lässt sich wieder bei der Tour blicken. Für ein Charity-Rennen schwingt sich der gefallene US-Sportler wieder auf sein Rad – und spart nicht an Provokationen gegen die aktuellen Radsportler.

Der gefallene US-Radsportstar provoziert mit einer Charity-Fahrt im Rahmen der Tour de France. dpa

Lance Armstrong

Der gefallene US-Radsportstar provoziert mit einer Charity-Fahrt im Rahmen der Tour de France.

Le Vernet100 aufgeregte Journalisten und 18 Kamerateams wollten Lance Armstrong bei seiner skurrilen Comeback-Show ganz nah sein – wie früher. Dabei weitete sich der Parkplatz vor dem Supermarkt „Leader Price“ in Le Vernet sogar zur Kampfzone aus. Déjà-vu in Frankreich: Die Rückkehr der Unperson des Radsports zur Tour de France nach seiner Enttarnung als Hochleistungs-Doper geriet, wie wohl beabsichtigt, zum großen Hype.

Ähnlich bedrängt worden war Armstrong auch bei seinem Tour-Abschied 2010. Diesmal hatte er sich selbst eingeladen. Der prominente Texaner war aktiver Gast des Wohltätigkeitsrennens des britischen Ex-Fußballer Geoff Thomas auf den Spuren der 102. Tour. Der geheilte Krebspatient Armstrong („Ich bin nicht besonders in Form“) strampelte für Leukämie-Kranke. Online kann gespendet werden, schon über 600.000 Pfund sind bei der Thomas-Aktion bisher zusammengekommen.

Die Etappen der Tour de France 2015 (Teil 1)

1. Etappe

Von Utrecht (Niederlande) nach Utrecht

Datum: 4. Juli

Distanz: 14 Kilometer
Profil: flach (Einzelzeitfahren)

2. Etappe

Von Utrecht nach Zeeland (Niederlande)
Datum: 5. Juli
Distanz: 166 Kilometer
Profil: flach (voraussichtlich Sprintankunft)

3. Etappe

Von Antwerpen (Belgien) nach Huy (Belgien)
Datum: 6. Juli
Distanz: 154 Kilometer
Profil: bis Kilometer 105 flach, danach kurze aber steile Anstiege der Kategorie 4 und 3 mit Bergankunft bei der bekannten Mauer von Huy der Kategorie 3, die an einigen Passagen bis zu 19 Prozent steil ist (erstes Kräftemessen der Favoriten, Chance für Ausreißer)

4. Etappe

Von Seraing (Belgien) nach Cambrai
Datum: 7. Juli
Distanz: 221 Kilometer
Profil: flach (Sprintankunft)

5. Etappe

Von Arras nach Amiens Métropole
Datum: 8. Juli
Distanz: 189 Kilometer
Profil: flach (Sprintankunft)

6. Etappe

Von Abbeville nach Le Havre
Datum: 9. Juli
Distanz: 191 Kilometer
Profil: flach mit drei kurzen Anstiegen der Kategorie 4 (Sprintankunft)

7. Etappe

Von Livarot nach Fougères
Datum: 10. Juli
Distanz: 190 Kilometer
Profil: flach, mit einem Anstieg der Kategorie vier (Sprintankunft)

8. Etappe

Von Rennes nach Mûr de Bretagne
Datum: 11. Juli
Distanz: 179 Kilometer
Profil: leicht bergig, ein Anstieg der Kategorie 4, Zielankunft mit Anstieg der Kategorie 3

9. Etappe

Von Vannes nach Plumelec
Datum: 12. Juli
Distanz: 28 Kilometer
Profil: wellig (Einzelzeitfahren)

10. Etappe

Von Trabes nach La Pierre-Saint-Martin
Datum: 14. Juli
Distanz: 167 Kilometer
Profil: bergig mit Bergankunft der höchsten Kategorie

„Das ist ein spezielles Rennen und ein spezieller Tag. Geoff hat etwas Großartiges ins Leben gerufen“, sagte Armstrong und gab zu: „Ich verstehe, dass es Vorbehalte gibt.“ Aber er rechtfertigte seinen umstrittenen Auftritt: „Ich bin hier für Geoff und seine Charity. Die sammeln viel Geld, um Leben zu retten. Das Letzte was ich will, ganz ehrlich, ist von einem großen Radrennen ablenken.“ Trotz der guten Absicht musste sich der lebenslang gesperrte Armstrong, dessen sieben Tour-Siege ihm vor zweieinhalb Jahren aberkannt worden waren, über Gegenwind nicht wundern.

Besonders der Mann im Gelben Trikot, den ausgerechnet Armstrong am Vortag via Twitter des Dopings verdächtigt hatte, wollte von dem Gast aus Texas nichts wissen. „Wir sehen es nicht so, dass er zur Tour zurückkehrt. Er steht nicht mit uns an der Startlinie. Das ist kein Ereignis für uns Fahrer“, sagte Chris Froome, der die lobenswerte Absicht generell begrüßte. Seine Mutter war an Blutkrebs gestorben.

Auch dem Froome-Chef Dave Brailsford stieß das für viele provozierende Comeback bitter auf: „Lance hat bei der Tour genug Schaden angerichtet. Er ist zurückgekommen, als er es besser nicht getan hätte. Und ich denke, er hätte es auch dieses Mal lassen sollen.“ Armstrongs alter Rivale Jan Ullrich befürwortete das Engagement seines einstigen Dauer-Bezwingers, „trotz der vielen Probleme, die er aufgrund seiner Vergangenheit immer noch hat“.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×