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08.07.2015

18:43 Uhr

Tour de France

Flachetappen fest in deutscher Hand

Hoch spielen, flach gewinnen: Bei der Tour de France prägen deutsche Fahrer das Geschehen. André Greipel gewinnt die fünfte Etappe und fährt in grün, Tony Martin bleibt in gelb. Doch wehe, wenn die Berge kommen.

André Greipel hat die fünfte Etappe der Tour gewonnen und das Sprinter-Trikot verteidigt. AFP

Triumph in grün

André Greipel hat die fünfte Etappe der Tour gewonnen und das Sprinter-Trikot verteidigt.

AmiensDie deutschen Radprofis geben bei der 102. Tour de France weiter den Takt an: André Greipel setzte am Mittwoch die Erfolgsgeschichte mit seinem zweiten Etappensieg fort, Tony Martin kann indes seinen Traum in Gelb weiter leben. Im Ziel der fünften Etappe hatte Martin als erster Radprofi dieser Tour sein mit dem famosen Solo in Cambrai erobertes Gelbes Trikot verteidigen können. Der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister geht mit zwölf Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Chris Froome aus Großbritannien auf die sechste Etappe. Die Fahrt durch die Picardie war wieder von zahlreichen Stürzen überschattet.

In Amiens hatte Greipel am Mittwoch nach 189,5 Kilometern wie bereits in Zeeland die schnellsten Beine. Mit seinem insgesamt achten Tour-Etappensieg vor dem Slowaken Peter Sagan und Ex-Weltmeister Mark Cavendish verteidigte der 32 Jahre alte Rostocker sein Grünes Trikot souverän. Der gebürtige Rostocker hatte sich hinter dem Ausreißer Pierre-Luc Perichon auch die meisten Punkte beim Zwischensprint in Rancourt vor Degenkolb gesichert. Gegen seine Kraft hatte im Schlussspurt keiner der Konkurrenten eine Chance.

Nach dem „schönsten Tag bei der Tour de France“ setzte Martin seine Triumphfahrt durch das verregnete Nordfrankreich etwas angeschlagen fort. „Nach der ganzen Feierei bin ich erst gegen 0200 Uhr zum Schlafen gekommen. Ich bin jetzt ein bisschen k.o., aber das Gelbe Trikot wird mir hoffentlich Flügel verleihen“, hatte Martin beim Start in Arras erklärt.

Der Spitzenreiter war sich nicht zu schade, sich auch in den Sprintzug für Cavendish einzureihen. Altmeister Rudi Altig, in seiner Karriere 18 Tage in Gelb, sieht darin allerdings langfristig ein Problem im belgischen Etixx-Quick Step-Team: „Das ist eine Zwickmühle. Sie müssen sich entscheiden, ist ein Etappensieg für Cavendish wichtiger oder hat das Gelbe Trikot absoluten Vorrang.“

Auf dem welligen Sprinterkurs lag bei Regen und starken Windböen lange der Franzose Perichon allein an der Spitze. Aber nach gut 100 Kilometern war seine Flucht beendet. Zuvor hatte sich bei einem der zahlreichen Stürze Nacer Bouhanni verletzt. Der Sprinter aus Frankreich, der bereits mit Sturzverletzungen aus der nationalen Landesmeisterschaft in die Tour gegangen war, musste aufgeben. Der 24-Jährige klagte über Schmerzen an der Hand und am Rücken und wurde ins Krankenhaus gebracht. Brüche wurden nicht diagnostiziert.

Der Höhenflug der deutschen Fahrer wird aber spätestens am kommenden Dienstag ihr Ende erreichen, wenn es in der zweiten Tour-Woche in die Berge geht. Nach dem Ruhetag am Montag geht es in die Pyrenäen, die Zielankunft am Dienstag wird auf 1.600 Höhenmetern liegen. Dieser und die kommende scharfen Anstiege machen es Zeitfahrspezialisten und Sprintern wie Greipel und Martin schwer, überhaupt noch mit dem Feld mitzuhalten. Geht Greipel mit seinem bisherigen Vorsprung in die Bergetappen, wird der Sprinter das grüne Trikot wahrscheinlich auch nach Paris fahren. Konkurrenten wie John Degenkolb werden ihm das Leben bis dahin jedoch noch schwer machen. Der jetzige Spitzenreiter Tony Martin wird zumindest noch auf dem letzten Teilstück Sèvres die Chance auf einen Etappensieg bekommen.

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