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27.07.2015

15:11 Uhr

Tour de France

Froome, der ungeliebte Sieger

Zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren hat der Brite Christopher Froome die Tour de France gewonnen. Doch in seinem Heimatland wird „der nette Herr Froome“ eher kühl abgehandelt. Auch Doping-Vorwürfe bleiben.

In Großbritannien wurde Froomes Sieg verhalten aufgenommen. AFP

Tour-Sieger Froome

In Großbritannien wurde Froomes Sieg verhalten aufgenommen.

ParisErst gab es Dosenbier, dann Champagner - und aus den Boxen dröhnte der Queen-Hit „We are the Champions“. Bevor Christopher Froome mit seiner schwangeren Frau Michelle in den Kurzurlaub starten konnte, gab der Tour-de-France-Champion bei den rauschenden Feierlichkeiten auf der „22. Etappe“ aber noch ein Versprechen ab. „Ich kenne die Geschichte des Gelben Trikots. Sie ist sehr speziell, mit guten und schlechten Seiten. Ich werde das Trikot nicht entehren“, rief der Sky-Kapitän allen Zweiflern und Kritikern zu.

„Rule Britannia“ hieß es in Paris, „Rule Britannia“ heißt es seit Jahren auch längst im Radsport. Drei der letzten vier Gesamtsiege gingen auf das Konto britischer Radprofis (einmal Bradley Wiggins, zweimal Froome), nachdem es 108 Jahre lang keinen Sieger von der Insel gegeben hatte. Dazu ist Wiggins Zeitfahr-Weltmeister, Stundenweltrekordler und Olympiasieger. Ganz zu schweigen von den vielen Erfolgen des „UK Cycling“ im Bahnradsport.

Die Etappen der Tour de France 2015 (Teil 2)

11. Etappe

Von Pau nach Cauterets - Vallee de Saint-Savin
Datum: 15. Juli
Distanz: 188 Kilometer
Profil: bergig, ein Berg der höchsten Kategorie, Zielankunft mit Anstieg der Kategorie 3

12. Etappe

Von Lannemezan nach Plateau de Beile
Datum: 16. Juli
Distanz: 195 Kilometer
Profil: bergig, mit zwei Anstiegen der ersten Kategorie und Bergankunft der höchsten Kategorie

13. Etappe

Von Muret nach Rodez
Datum: 17. Juli
Distanz: 200 Kilometer
Profil: leicht bergig mit einem Anstieg der dritten und zwei Anstiegen der vierten Kategorie

14. Etappe

Von Rodez nach Mende
Datum: 18. Juli
Distanz: 178 Kilometer
Profil: bergig, mit Bergankunft der Kategorie 2

15. Etappe

Von Mende nach Valence
Datum: 19 Juli
Distanz: 182 Kilometer
Profil: bergig mit einem Anstieg der Kategorie 3, zwei der Kategorie 4 und ein Anstieg der Kategorie 2. Ankunft flach

16. Etappe

Von Bourg-de-Péage nach Gap
Datum: 20. Juli
Distanz: 201 Kilometer
Profil: bergig mit zwei Anstiegen der Kategorie 2

17. Etappe

Von Digne-les-Bains nach Pra Loup
Datum: 22. Juli
Distanz: 161 Kilometer
Profil: bergig, unter anderem mit einem Anstieg der Kategorie 1 auf 2250 Meter und einer Bergankunft der Kategorie 2

18. Etappe

Von Gap nach Saint-Jean-de-Maurienne
Datum: 23. Juli
Distanz: 185 Kilometer
Profil: bergig mit drei Anstiegen der Kategorie 3 und 2 und einem Anstieg der höchsten Kategorie

19. Etappen

Von Saint-Jean-de-Maurienne nach La Toussuire
Datum: 24. Juli
Distanz: 138 Kilometer
Profil: Bergankunft der Kategorie 1, davor jeweils ein Anstieg der Kategorie 2, 1 und der höchsten Kategorie auf 2067 Meter

20. Etappe

Von Modane Valfréjus nach Alpe-d'Huez
Datum: 25. Juli
Distanz: 110 Kilometer
Profil: bergig mit einem Anstieg der höchsten Kategorie und einer Bergankunft der höchsten Kategorie

21. Etappe

Von Sèvres  nach Paris / Champs-Élysées
Datum: 26. Juli
Distanz: 107 Kilometer
Profil: flach, Sprintankunft

„Brailsford, Sky und Frankenstein“, schrieb das Tour-Organ „L'Equipe“, dem die Erfolge „Made in Britain“ sehr suspekt sind. Mit schier unbegrenzter Finanzkraft - das Budget soll weit über 20 Millionen Euro liegen - trat Sky bei der Tour wie ein rollendes Imperium auf. Die Teamwagen von Jaguar, eine Flotte von 30 Fahrzeugen, darunter drei Motor-Homes und ein großes Pullmann-Restaurant: Bei Sky ist das Beste ist gerade gut genug, eine High-Tech-Fabrik auf Rädern.

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Seit 2010 sind in diesem Jahr erstmals wieder deutsche Teams beim härtesten Radrennen der Welt am Start, zudem zeigt die ARD das größte jährlich stattfindende Sportereignis der Welt live. Die Doping-Problematik bleibt.

Mastermind des Erfolges ist Dave Brailsford. Der Waliser ist besessen vom Gewinnen. So hatte er schon den Bahnradsport revolutioniert. Mit einem zentralen System in Manchester hatte er einst die Bahn-Nationalmannschaft wie einen Profi-Radrennstall geführt und an die Weltspitze gebracht. „Dieses System haben wir bei Sky transformiert, und es hat wieder geklappt“, erklärte Brailsford, der 2010 mit dem ersten britischen WorldTour-Team gestartet war. Damals wurde er belächelt, als er vollmundig vom ersten britischen Toursieg innerhalb der nächsten fünf Jahre sprach.

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