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15.07.2015

13:07 Uhr

Tour de France

Froome lässt sie alle stehen

Schon auf der ersten Pyrenäenetappe hat Chris Froome die Konkurrenz gedemütigt und die Basis für den Toursieg gelegt. Der Erfolg kommt nicht von allein, schürt aber den Verdacht. Ausgerechnet Armstrong gibt den Kritiker.

Der britische Tourführende ist Alleinherrscher der Tour de France. AFP

Chris Froome in Aktion

Der britische Tourführende ist Alleinherrscher der Tour de France.

PauDie außergewöhnliche Pyrenäen-Gala von Christopher Froome hat die Konkurrenz in Schockstarre versetzt - und den üblichen Verdacht geschürt. Ausgerechnet der als Hochleistungsdoper aufgeflogene Lance Armstrong, der am Donnerstag in Muret zu einer Wohltätigkeits-Fahrt auf Tour-Terrain aufbricht, meldete sich als unqualifizierter Kritiker zu Wort.

In den Medien mischte sich Bewunderung mit einem gewissen Unterton. „Frappierend“ titelte am Mittwoch das Tour-Zentralorgan „L'Équipe“. In Spanien schrieb „El Mundo“ von einem „Massaker“, das Froome, bei „Tuttosport“ in Italien „der Killer“, angerichtet hat.

Der auf Lebenszeit gesperrte Armstrong stellte via Twitter das Sky-Team und ihren Kapitän Froome unter Generalverdacht: „Froome/Porte/Sky sind sehr stark. Zu stark, um sauber zu sein? Fragt mich nicht“, hieß es zuerst. Wenig später ruderte er zurück: „Ich habe keine Indizien. Ich beschuldige keinen, das Gegenteil ist der Fall. Ich bin daran nicht interessiert und habe auch nicht die Glaubwürdigkeit dafür.“

Die Etappen der Tour de France 2015 (Teil 1)

1. Etappe

Von Utrecht (Niederlande) nach Utrecht

Datum: 4. Juli

Distanz: 14 Kilometer
Profil: flach (Einzelzeitfahren)

2. Etappe

Von Utrecht nach Zeeland (Niederlande)
Datum: 5. Juli
Distanz: 166 Kilometer
Profil: flach (voraussichtlich Sprintankunft)

3. Etappe

Von Antwerpen (Belgien) nach Huy (Belgien)
Datum: 6. Juli
Distanz: 154 Kilometer
Profil: bis Kilometer 105 flach, danach kurze aber steile Anstiege der Kategorie 4 und 3 mit Bergankunft bei der bekannten Mauer von Huy der Kategorie 3, die an einigen Passagen bis zu 19 Prozent steil ist (erstes Kräftemessen der Favoriten, Chance für Ausreißer)

4. Etappe

Von Seraing (Belgien) nach Cambrai
Datum: 7. Juli
Distanz: 221 Kilometer
Profil: flach (Sprintankunft)

5. Etappe

Von Arras nach Amiens Métropole
Datum: 8. Juli
Distanz: 189 Kilometer
Profil: flach (Sprintankunft)

6. Etappe

Von Abbeville nach Le Havre
Datum: 9. Juli
Distanz: 191 Kilometer
Profil: flach mit drei kurzen Anstiegen der Kategorie 4 (Sprintankunft)

7. Etappe

Von Livarot nach Fougères
Datum: 10. Juli
Distanz: 190 Kilometer
Profil: flach, mit einem Anstieg der Kategorie vier (Sprintankunft)

8. Etappe

Von Rennes nach Mûr de Bretagne
Datum: 11. Juli
Distanz: 179 Kilometer
Profil: leicht bergig, ein Anstieg der Kategorie 4, Zielankunft mit Anstieg der Kategorie 3

9. Etappe

Von Vannes nach Plumelec
Datum: 12. Juli
Distanz: 28 Kilometer
Profil: wellig (Einzelzeitfahren)

10. Etappe

Von Trabes nach La Pierre-Saint-Martin
Datum: 14. Juli
Distanz: 167 Kilometer
Profil: bergig mit Bergankunft der höchsten Kategorie

Froome musste sich unmittelbar nach seinem bemerkenswerten Sieg in La Pierre-Saint-Martin rechtfertigen, er verwies auf seine Zusammenarbeit mit dem CIRC-Aufklärungs-Gremium des Weltverbandes UCI und die Kooperation mit dem IOC.

„Was soll ich noch mehr machen, um mich als Vorbild für einen sauberen Sport einzusetzen?“, fragte Froome, der sich für nächtliche Doping-Kontrollen ausspricht. Im Vorjahr hatte er die Abwesenheit von Doping-Fahndern auf Teneriffa monierte, wo gleichzeitig alle Tour-Favoriten, inklusive Froome, trainiert hatten.

Doping ist vielleicht die leichteste Erklärung für die außerordentliche Dominanz des 30 Jahre alten Briten, der eigentlich nur aus Haut und Knochen zu bestehen scheint. Es gibt aber auch andere Begründungen dafür, warum Froome schon zwölf Tage vor dem Tour-Finale in Paris seinem zweiten Gesamtsieg nach 2013 ganz nahe ist.

Seine physischen Voraussetzungen sind optimal: Der Mann im Gelben Trikot wiegt nur rund 69 Kilogramm bei 1,86 Meter Körpergröße, sein Herz pumpt bei Hochleistung mit einer Maximalfrequenz von 168 Schlägen pro Minute.

Die Etappen der Tour de France 2015 (Teil 2)

11. Etappe

Von Pau nach Cauterets - Vallee de Saint-Savin
Datum: 15. Juli
Distanz: 188 Kilometer
Profil: bergig, ein Berg der höchsten Kategorie, Zielankunft mit Anstieg der Kategorie 3

12. Etappe

Von Lannemezan nach Plateau de Beile
Datum: 16. Juli
Distanz: 195 Kilometer
Profil: bergig, mit zwei Anstiegen der ersten Kategorie und Bergankunft der höchsten Kategorie

13. Etappe

Von Muret nach Rodez
Datum: 17. Juli
Distanz: 200 Kilometer
Profil: leicht bergig mit einem Anstieg der dritten und zwei Anstiegen der vierten Kategorie

14. Etappe

Von Rodez nach Mende
Datum: 18. Juli
Distanz: 178 Kilometer
Profil: bergig, mit Bergankunft der Kategorie 2

15. Etappe

Von Mende nach Valence
Datum: 19 Juli
Distanz: 182 Kilometer
Profil: bergig mit einem Anstieg der Kategorie 3, zwei der Kategorie 4 und ein Anstieg der Kategorie 2. Ankunft flach

16. Etappe

Von Bourg-de-Péage nach Gap
Datum: 20. Juli
Distanz: 201 Kilometer
Profil: bergig mit zwei Anstiegen der Kategorie 2

17. Etappe

Von Digne-les-Bains nach Pra Loup
Datum: 22. Juli
Distanz: 161 Kilometer
Profil: bergig, unter anderem mit einem Anstieg der Kategorie 1 auf 2250 Meter und einer Bergankunft der Kategorie 2

18. Etappe

Von Gap nach Saint-Jean-de-Maurienne
Datum: 23. Juli
Distanz: 185 Kilometer
Profil: bergig mit drei Anstiegen der Kategorie 3 und 2 und einem Anstieg der höchsten Kategorie

19. Etappen

Von Saint-Jean-de-Maurienne nach La Toussuire
Datum: 24. Juli
Distanz: 138 Kilometer
Profil: Bergankunft der Kategorie 1, davor jeweils ein Anstieg der Kategorie 2, 1 und der höchsten Kategorie auf 2067 Meter

20. Etappe

Von Modane Valfréjus nach Alpe-d'Huez
Datum: 25. Juli
Distanz: 110 Kilometer
Profil: bergig mit einem Anstieg der höchsten Kategorie und einer Bergankunft der höchsten Kategorie

21. Etappe

Von Sèvres  nach Paris / Champs-Élysées
Datum: 26. Juli
Distanz: 107 Kilometer
Profil: flach, Sprintankunft

Er hat ein Lungenvolumen von acht Litern, normal wären bei seinen körperlichen Voraussetzungen sechs. Trotz der geringen Muskelmasse reicht seine Kraft, um auch im Zeitfahren zu den Besten zu gehören. Dazu kann er auf das stärkste Team der Tour bauen. Sein persönlicher Bodyguard ist der Australier Richie Porte, der das Sky 2016 allerdings verlassen wird, um in einer anderen Formation eigenen Interessen als Teamkapitän nachgehen zu können.

Außerdem hat Froome dazugelernt. Er wirkt im Vergleich zum Vorjahr, als er sich fast den Ruf eines Bruchpiloten erarbeitet hatte und ausscheiden musste, mental stärker. „Er ist souveräner und kompletter als früher - er ist ein sehr intelligenter Kapitän“, lobte ihn sein Chef Sir Dave Brailsford.


Von

dpa

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