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26.10.2012

19:29 Uhr

Tour de France

Keine Nachrücker für Armstrong

Zwischen 1998 und 2005 wird die Tour de France keinen Sieger haben, die ersten Plätze werden schlicht gestrichen – zu groß die Betrugsgefahr. Lance Armstrong soll es nun ans Geld gehen, die Chancen sind jedoch gering.

Keiner folgt Lance Armstrong als Tour-Sieger nach. Die ersten Plätze werden schlicht gestrichen. dpa

Keiner folgt Lance Armstrong als Tour-Sieger nach. Die ersten Plätze werden schlicht gestrichen.

Genf/BerlinLance Armstrong sorgt für einen dritten weißen Fleck in der langen Siegerliste der Tour de France. Der Weltverband UCI entschied am Freitag, die dem Amerikaner wegen jahrelangen Dopings aberkannten sieben Erfolge beim wichtigsten Radrennen der Welt nicht neu zu vergeben. Damit geht die vermeintliche Siegesserie des Texaners endgültig als dunkles Kapitel in die Sportgeschichte ein. In der 112-jährigen Tour-Historie wurden ansonsten nur wegen der beiden Weltkriege keine Gelben Trikots verliehen. Auch von 1999 bis 2005 gibt es nun keine Gewinner, weder Jan Ullrich noch Andreas Klöden rücken auf.

Wie die selbst heftig in der Schusslinie stehende UCI mitteilte, „bleibt ein Schatten von Verdächtigungen über dieser dunklen Ära - auch wenn es für saubere Fahrer hart ist, werden sie verstehen, dass ein Nachrücken wenig ehrenvoll wäre“. Ullrich - dreimal Zweiter hinter seinem ärgsten Rivalen (2000, 2001, 2003) - und der 2004 von Armstrong bezwungene Klöden hatten sich ohnehin kaum noch Hoffnungen auf die Siege am Grünen Tisch machen können. Der 1997 erfolgreiche Ullrich wollte sie sowieso nicht.

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Lance Armstrong hat alles verloren, seine Siege, seine Ehre. Dennoch: Das Risiko, beim Dopen aufzufliegen, kalkulieren Sportler ein. Der Nutzen bleibt für sie höher als der Schaden, sagt Sportökonom Frank Daumann.

Auch die beiden deutschen Radprofis werden mit Dopingvergehen in Verbindung gebracht: Ullrich ist wegen seiner Kooperation mit dem Dopingarzt Eufemiano Fuentes noch bis 2013 gesperrt. Klödens Name tauchte in Berichten der Staatsanwaltschaften Bonn und Freiburg im Zusammenhang mit verbotenen Bluttransfusionen während der Tour 2006 auf. Beide Wahl-Schweizer bestreiten wie Armstrong die Vorwürfe.

In einer Sondersitzung in Genf entschied die UCI, von den wegen Dopings verurteilten Fahrern - also nicht nur Armstrong, sondern offenbar auch die geständigen Kronzeugen wie Tyler Hamilton, Floyd Landis oder Levi Leipheimer - die Preisgelder zurückzufordern. Allein bei der Tour hatte Armstrong rund drei Millionen Euro gewonnen, wie die französische Sporttageszeitung „L'Équipe“ jüngst nachrechnete.

An dieses Geld zu kommen, dürfte allerdings fast unmöglich sein, weil Preisgelder im Radsport traditionsgemäß von den Siegern an die ganze Mannschaft inklusive Betreuer verteilt werden. Armstrong hatte sich an diese Sitte stets gehalten.

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