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12.10.2017

14:48 Uhr

Triathlon Ironman in Hawai

Herausforderer Lange will beim Laufen den Turbo zünden

Quelle:dpa

Er wurde im vergangenen Jahr Dritter. Mit der schnellsten Marathon-Laufzeit jemals beim Ironman auf Hawaii setzte Patrick Lange Maßstäbe. Er zählt auch diesmal zu den Herausforderern von Titelträger Jan Frodeno.

Im Vorjahr Dritter beim Ironman auf Hawaii: Triathlet Patrick Lange. Foto: Patrick Lange dpa

Patrick Lange

Im Vorjahr Dritter beim Ironman auf Hawaii: Triathlet Patrick Lange. Foto: Patrick Lange

KonaJan Frodeno bezeichnet ihn als Laufrakete. Patrick Lange hält den Rekord über den abschließenden Marathon auf Hawaii. Der WM-Dritte des vergangenen Jahres beim Ironman auf der Pazifik-Insel gehört zu den Herausforderern Frodenos. Im Interview der Deutschen Presse-Agentur spricht der 31-Jährige aus Hessen unter anderem über seine Renntaktik, die wichtigen Lehren aus der Heim-EM in Frankfurt/Main und den Mythos Hawaii.

Frage: Wie sehr unterscheidet sich das Gefühl jetzt vor dem Rennen von dem vor einem Jahr?

Antwort: Es ist schon ein bisschen anders. Diese Nervosität des ersten Mals ist nicht mehr da, ich weiß ja schon grob, was auf mich zukommt. Es war ein gutes Gefühl, hier anzukommen. Es ist schön, wenn man hier trainiert und mit diesem Ort diesen Erfolg vom vergangenen Jahr verbindet. Ich fühle mich hier einfach wohl.

Frage: Sie hatten bei der EM in Frankfurt ein schweres Rennen. Was haben Sie daraus mitgenommen für Hawaii?

Antwort: Das war schon eine extreme Erfahrung. Aus keinem Rennen habe ich so viel mitnehmen können wie aus dem in Frankfurt im Sommer. Es fing dort schon mit einer superkrassen Nervosität an, da es erstmals diese mediale Aufmerksamkeit für mich gab. Ich konnte anderthalb Wochen vor dem Rennen schon nicht mehr schlafen. Das hat mir gezeigt, wie ich es nicht haben möchte. Im Rennen habe ich dann auch noch taktische Fehlentscheidungen getroffen und einen auf die Mütze bekommen. Diese Fehler werde ich sicherlich nicht noch mal machen.

Fragen: Ziehen Sie ihre eigene Rennstrategie durch oder reagieren Sie auf ihre Konkurrenten?

Antwort: Man muss schon schauen, wie sich die Renndynamik entwickelt, das ist klar. Es gibt ein paar Strategien. Mein Plan ist es, vorne mitzuschwimmen in den Top Ten. Das würde heißen, ich wäre auch auf dem Rad von Beginn an vorn dabei. Dort will ich versuchen, mitzufahren und Akzente zu setzen. Ich hoffe, dass wir mit möglichst großem Vorsprung aufs Rad steigen vor den superstarken Radfahrern wie Sebastian Kienle, Boris Stein oder Lionel Sanders, um uns frühzeitig absetzen zu können. Da bin ich auch in der Lage, mithelfen und mitattackieren zu können. Beim Laufen will ich den Turbo zünden.

Frage: Wie schnell merkt man in so einem Rennen: Heute kann ich was Großes leisten?

Antwort: Das ist das Besondere beim Ironman, dass man durch Höhen und Tiefen geht. Man kann sich an einem Punkt so elend fühlen, dass man gerade aufgeben will. Zehn Minuten später denkt mal, wie geil, da geht noch was. Man merkt aber auch relativ schnell bei den einzelnen Disziplinen, ob es relativ gut läuft. Allerdings hatte ich vor einem Jahr, als ich losgelaufen bin, gar nicht so gute Beine. Ich hatte mir damals eher gedacht: och, mal sehen. Die 2:39 waren nicht geplant.

Für Frodeno und Kienle gilt praktisch nur Platz eins. Wäre der 3. Platz für sie okay?

Antwort: Man muss bei den beiden halt sehen, dass sie beide das Rennen jeweils schon einmal oder gar zweimal gewonnen haben. Das will ich ja erst noch erreichen. Wenn ich den dritten Platz unterschrieben müsste, wäre ich damit zufrieden. Ich habe noch viel zu lernen bei diesem Rennen, ich werde aber auch alles dafür tun, jetzt schon ein bisschen höher auf dem Podest zu stehen. Ich habe aber auch ein, zwei Jahre Zeit, um hier noch gestärkter und erfahrener an den Start gehen zu können. Ich sehe mich überhaupt nicht unter Siegzwang. Ein dritter Platz, bei dem ich das Maximum aus meinem Körper geholt habe, ist für mich auch wie ein Sieg.

Können Sie den Mythos Hawaii genießen?

Antwort: Ja und Nein. Da ist natürlich die Nervosität, die mitschwingt. Man spürt aber auch diese Energie, diesen Mythos. Jeder, der hier rumrennt ist einer der besten seiner Altersklasse weltweit. Und das noch an dem Ort, von dem man als Kind gelesen und Bilder gesehen hat. Der verliert nicht seinen Reiz.

ZUR PERSON

Patrick Lange, 31 Jahre alt, bestreitet auf Hawaii seinen vierten Ironman. Er belegte vor einem Jahr den dritten Platz. Den abschließenden Marathon absolvierte der Athlet, der in Bad Wildungen geboren wurde, in 2:39:45 und stellte damit einen Rekord auf. Der gelernte Physiotherapeut startet für DSW Darmstadt, er wird trainiert vom deutschen ehemaligen Ironman-Weltmeister Faris Al-Sultan.

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