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24.01.2005

15:13 Uhr

Ullrich will Tour alles unterordnen - Pevenage könnte unter Ludwig wieder ein Thema werden

Streit um Zabel schwelt weiter

VonMarc Renner

Der Sprint-Star des Teams T-Mobile, Erik Zabel, und der Tour-Zweite des Vorjahres, Andreas Klöden, haben sich zwar ausgesprochen. Doch aus der Welt ist die Forderung Klödens, ohne Zabel die Tour de France zu fahren, nach wie vor nicht - der Streit schwelt auch nach der offiziellen Präsentation des Teams für die Saison 2005 weiter.

Erik Zabel allein auf weiter Flur. Andreas Klöden könnte bei der Tour gut auf ihn verzichten. Foto: dpa

Erik Zabel allein auf weiter Flur. Andreas Klöden könnte bei der Tour gut auf ihn verzichten. Foto: dpa

BONN. In seiner letzten Saison als Teammanager hat Walter Godefroot nochmals einen erlesenen Kader zusammengestellt: 27 Radprofis aus acht Nationen und damit zwei Profis mehr als im vergangenen Jahr werden im magenta-farbenen Trikot fahren. Die neu ins Leben gerufene ProTour, in der 19 Topmannschaften die 27 wichtigsten Saisonrennen zwingend besetzen müssen, hat bei seiner Auswahl eine wichtige, aber nicht zentrale Rolle gespielt. Das Hauptaugenmerk liegt weiterhin auf der Tour de France. Mit dem zweiten Gesamtsieg nach 1997 will Jan Ullrich das für ihn mäßige Vorjahr vergessen machen: "Ich bin stolz auf diese Mannschaft und werde der Tour alles unterordnen."

Die Verpflichtung seines Wunschfahrers Oscar Sevilla erhöht die Chancen, dass der große Wunsch in Erfüllung geht. Der Bergspezialist aus Spanien ist neben Landsmann Paco Lara, den Deutschen Olaf Pollack und Marcus Burghardt sowie Bernhard Kohl (Österreich) und Bas Giling (Niederlande) einer von sechs Neuzugängen. In Andreas Klöden und Alexander Winokurow stehen Ullrich zwei Fahrer mit Chancen auf den Gesamtsieg zur Seite. Die hohe Qualität des Teams erleichtert dem Kapitän die Entscheidung, auf die Frühjahrsklassiker wie die Flandern-Rundfahrt oder Paris - Nizza zu verzichten: "Wir haben sieben bis acht Fahrer mit besten Chancen für diese Rennen. Da ist für mich kein Platz. Mein Motor fängt erst langsam an zu brennen. Ich gehe die Sache ruhig an und will die Saison dann mit richtig Gas beenden", sagte Ullrich.

Godefroot kann mit dieser Saisonplanung seines Top-Stars gut leben. "Der Tour-Sieg ist das höchste, was man erreichen kann. Da ist es schon in Ordnung, wenn Jan die Klassiker sausen lässt." Armstrong habe das in der Vergangenheit nicht anders gemacht. Dass Ullrich das Potenzial für einen Tour-Sieg hat, daran glaubt er weiter fest. "Natürlich wäre es ein Traum, zum Abschluss noch einmal einen Tour-Sieg zu feiern", macht er keinen Hehl aus seinen Träumen. Ab 2006 will Godefroot sich nach und nach weiter aus dem Geschehen zurückziehen und Olaf Ludwig das Feld überlassen.

Viel wird davon abhängen, welche Auswirkungen die hochtrabenden Pläne der Doppelspitze Godefroot/Ludwig und des Sportlichen Leiters Mario Kummer auf das Betriebsklima haben. Wie schon vor knapp zwei Wochen im Trainingslager auf Mallorca wurde auch in Bonn über die künftige Rolle von Erik Zabel diskutiert. Spekulationen über eine angeblich beschlossene Ausbootung des 34 Jahre alten Musterprofis bei der Frankreich-Rundfahrt drückten auf die Stimmung.

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