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08.02.2005

15:03 Uhr

Undankbar aber achtbar

Ertl verpasst knapp das Treppchen

Martina Ertl hat bei den alpinen Ski- Weltmeisterschaften die Bronzemedaille im Riesenslalom nur um vier Hundertstelsekunden verpasst.

HB SANTA CATERINA. "Da kann man nichts machen, so ist das Leben. Ich bin schon drei Mal Vierte geworden und kenne das. Aber 4/100, das ist schon bitter und tut schon weh", schluchzte Ertl am Dienstag im italienischen Santa Caterina. "Ich hätte gerne noch einmal eine Medaille gewonnen."

Ihren schon traditionellen Bauchklatscher als Zeichen der Freude zeigte die Schwedin Anja Pärson, die in 2:13,63 Minuten nach dem Super-G ihr zweites Gold dieser Titelkämpfe holte. 2003 war die 23 Jahre alte Gesamtweltcupsiegerin bereits Riesenslalom-Weltmeisterin, 2001 holte sie Slalom-Gold. "Dies ist ein unglaublicher, wundervoller Sieg für mich, zumal ich in dieser Saison im Riesenslalom gar nicht so gut gefahren bin", sagte Pärson. Silber sicherte sich Tanja Poutiainen (Finnland/2:13,82) vor Julia Mancuso (2:14,27). Der Amerikanerin war bereits als Dritter im Super-G das Hundertstel-Glück treu gewesen. Annemarie Gerg (Lenggries) belegte in 2:16,86 Minuten Platz 17, Petra Haltmayr (Rettenberg) schied im ersten Lauf aus.

In 2:14,31 Minuten musste Martina Ertl bereits zum vierten Mal mit dem undankbaren vierten Platz bei einem internationalem Großereignis vorlieb nehmen. 1998 wurde sie bei den Olympischen Winterspielen in Nagano innerhalb von 24 Stunden jeweils Vierte in Slalom und Riesenslalom, vier Jahre zuvor verpasste sie in Lillehammer als Abfahrts-Vierte knapp das Podest. "Es ist ganz bitter und schwierig zu verdauen. "Sportlich war das eine Super-Leistung von ihr", sagte Cheftrainer Wolfgang Maier. Nach den enttäuschenden Ergebnissen in Abfahrt und Super-G wurde Ertls Resultat trotzdem als der erhoffte Befreiungsschlag gewertet. "Wir werden das feiern wie eine Medaille, weil es so knapp war", meinte Maier.

Die Kombinations-Weltmeisterin von 2001 hatte in diesem Winter als Dritte beim Weltcup in Maribor im Riesenslalom nur einmal das Podium erreicht. Daher waren ihr bei der WM nur Außenseiterchancen eingeräumt worden. "Dafür, wie die Saison gelaufen ist, bin ich ein gutes Rennen gefahren. In Maribor hatte ich das Glück, wobei mir das Glück heute lieber gewesen wäre", erklärte Martina Ertl.

Noch vor vier Wochen hatte sie als 42. des Weltcup-Riesenslaloms in Santa Caterina einen Tiefschlag einstecken müssen. "Der Vorteil ist, es ist später im Jahr und die Sonne steht anders. Die Piste ist gewalzt und griffiger", meinte sie. Ihre beim Sturz im Super-G erlittene Gehirnerschütterung hatte sie bei einem Kurz-Aufenthalt im heimischen Lenggries auskuriert. "Es geht wieder richtig gut. Es ist eine große Erleichterung, wenn man wieder schlafen kann", sagte sie.

Zwei Mitfavoritinnen auf den Titel konnten in die Entscheidung gar nicht erst eingreifen. Janica Kostelic verzichtete wegen Fiebers auf einen Start, um für den Slalom am Freitag wieder fit zu sein. Die Kroatin hatte in Santa Caterina bereits die Titel in der Kombination und im Super-G gewonnen. Tina Maze (Slowenien) stürzte im ersten Lauf bereits nach wenigen Toren.

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