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31.01.2005

15:54 Uhr

Verdächtigungen eine „Unverschämtheit“

HSV schäumt nach Paderborner Vorwürfen

Der Vereinspräsident des Hamburger SV, Bernd Hoffmann, hat Verdächtigungen des Chefs des Regionalligisten SC Paderborn in Zusammenhang mit dem Fußball-Wettskandal als "Unverschämtheit" zurückgewiesen. Der Bundesligist will nach den ersten Ansätzen von Zerfleischung der Vereine untereinander rechtliche Schritte prüfen.

HSV-Chef Bernd Hoffmann ist empört. Foto: dpa

HSV-Chef Bernd Hoffmann ist empört. Foto: dpa

HB HAMBURG. Paderborns Club-Präsident Wilfried Finke hatte am Montag bei einer Pressekonferenz erklärt, er habe in dem DFB-Pokalspiel seines SC gegen den HSV (4:2) am 21. August auch "Auffälligkeiten" von Seiten des HSV gesehen. "Das ist eine glatte Unverschämtheit", sagte HSV-Chef Bernd Hoffmann am Montagnachmittag. "Wir werden mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen vor gehen."

Finke hatte nicht nur ausgesagt, der Paderborner Mannschaftskapitän Thijs Waterink habe 10 000 ? in Empfang genommen, sondern auch, dass er "Passivität" durch den HSV für möglich halte. "Ich habe das zuerst für eine Satire gehalten. Da werden völlig aus dem Blauen heraus, völlig haltlose Pauschalverdächtigungen gegen den HSV und seine Spieler ausgesprochen", erklärte Hoffmann. "Unsere Spieler haben das auf eine Art und Weise kommentiert, die besser innerhalb der Kabine bleibt."

Während der HSV nun rechtliche Schritte gegen den Präsidenten des Regionalligisten prüft, wird es keine eidesstattlichen Erklärungen von Seiten der Hanseaten geben, wie es Spieler von Hertha BSC am Wochenende taten. "Das kommt überhaupt nicht in Frage", sagte Hoffmann. "Ich habe keine Lust, dass Spieler, Trainer und Funktionäre zu so haltlosen Dingen gefragt werden, und man darf nicht jedem haltlosen Gerücht nachgehen."

Hoffmann, der nach wie vor mit einer Wiederholung des DFB-Pokal-Spiels rechnet, hofft auf mehr Sachlichkeit in der Diskussion um den Schiedsrichter-Skandal. "Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, wenn man vom SC Paderborn eine weitere Sau durchs Dorf treibt", sagte Hoffmann über den aus seiner Sicht "unappetitlichen Aktionismus" der Westfalen.

Nach den Äußerungen aus Paderborn habe der HSV Kontakt zum "großen DFB" gehabt, bestätigte Hoffmann. Er habe das Gefühl, dass die Aussagen auch dort auf Unverständnis gestoßen seien. Der Imageschaden für den deutschen Fußball sei groß, meinte Hoffmann: "Wenn lückenlos aufgeklärt wird und entsprechende Konsequenzen gezogen werden, dann sind die Folgen beherrschbar."

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