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08.01.2007

19:15 Uhr

Vermarktungschance für Randsportgruppen

DOSB kooperiert mit Sportfive

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will mit dem Sportrechtehändler Sportfive bei dem Aufbau einer neuen digitalen Fernseh-Plattform „sportdigital.tv“ kooperieren, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wird.

DÜSSELDORF. Die Deutsche Sport-Marketing (DSM), der Vermarkter des Dachverbandes des deutschen Sports, steht nach Informationen des Handelsblatts unmittelbar vor dem Abschluss einer Kooperationsvereinbarung mit Sportfive. Ziel der Vereinbarung ist es nach Informationen aus Verhandlungskreisen, dem neuen Sportsender aus den Reihen der rund 27 Millionen Mitgliedschaften des DOSB mindestens 50.000 Abonnenten zu rekrutieren.

Von einer „Revolution des bisherigen TV-Marktes im Sport“ sprach Lars Reckwitz, Vice President Marketing bei Sportfive, am Montag im Gespräch mit dem Handelsblatt, wollte aber auf Details noch nicht eingehen. Auch DSM-Geschäftsführer Axel Achten wollte die Verhandlungen mit Sportfive nicht kommentieren.

Mit Sportdigital.tv will Sportfive den Randsportarten in Deutschland die Möglichkeit geben, „völlig neue Märkte, insbesondere im Digital-TV-, IP- und Mobilfunksektor“ zu erschließen. So steht es in einem von Sportfive entwickelten Grundsatzpapier, das dem Handelsblatt vorliegt. Die DSM wird demnach die Kontrolle behalten: „Die hoheitliche Steuerung über die Verwertung sämtlicher Inhalte verbleibt jeweils beim Rechteinhaber, in diesem Fall bei der DSM.“

Insgesamt fünf „Optionskanäle“ - darunter jeweils ein eigener für Handball und Basketball - sollen von einer eigens gegründeten Produktionsgesellschaft bestückt werden. So werde, heißt es, der bisherige „Flaschenhals der Produktionskosten“ auch für die Randsportarten überwunden.

Die deutschen Sportfunktionäre spekulierten bislang darauf, dass mit einem geplanten öffentlich-rechtlichen Sportkanal auch die Randsportarten eine Plattform bekommen. Doch nach Hinweisen des WDR-Intendanten Fritz Pleitgen, dass der seit circa einem Jahrzehnt geplante Sportsender nicht durchzusetzen sei, kam es nun zu der Zusammenarbeit mit dem privaten Anbieter Sportfive. „Pleitgen hat uns ermuntert, dieses Projekt mit Sportfive anzugehen“, sagte ein Insider.

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