Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2005

12:15 Uhr

Viele Fans, wenige Eintrittskarten: „Public Viewing“ soll bei der Fußball-WM Abhilfe schaffen

Städte feilschen um Großbildleinwände für 2006

VonMarkus Fasse

Viele Fans, wenige Eintrittskarten: „Public Viewing“ soll bei der Fußball-WM Abhilfe schaffen. Die Bedingungen dafür sind aber noch unklar. Sicher aber ist: Die Zeiten, in denen jeder Wirt einfach eine Großbildleinwand im Freien aufbauen darf, sind bei der Fußball-WM 2006 in Deutschland vorbei.

DÜSSELDORF. 18 Monate vor Beginn der Fußball-WM Deutschland ist ein hartes Ringen um die Fußballübertragungen entbrannt. Denn während der Gebührenzahler über ARD/ZDF, RTL und Premiere die Spiele auf der Couch verfolgen darf, ist derzeit noch unklar, wie und zu welchen Bedingungen das beliebte Gemeinschaftsgucken (public viewing) auf Großbildleinwänden in Deutschland möglich sein wird. Sicher aber ist: Die Zeiten, in denen jeder Wirt einfach eine Großbildleinwand im Freien aufbauen darf, sind bei der Fußball-WM 2006 in Deutschland vorbei. Grund sind die strengen Vermarktungsregeln, mit deren Hilfe der Weltfußballverband Fifa das Großereignis finanziert.

Seit Monaten verhandeln der Deutsche Städtetag und die Fifa um die Bedingungen möglicher Übertragungen auf zentralen Großbildleinwänden im Sommer 2006. Denn schon jetzt ist allen Beteiligten klar, dass die rund drei Millionen Eintrittskarten, die ab Februar vermarktet werden sollen, hinten und vorne nicht reichen werden. Um den Druck zumindest von den zwölf Austragungsorten - darunter München, Hamburg und Berlin - zu nehmen, soll in diesen Städten je eine Großbildleinwand an einem zentralen Punkt in der Innenstadt aufgestellt werden - mehr ist bislang nicht geplant.

"Wir schätzen, dass neben den Ausrichterstädten mindestens 30 Städte Großbildleinwände aufbauen wollen", sagt der WM-Beauftragte des Deutschen Städtetages Niclas Stucke - Hunderttausende könnten so in den Genuss der Gemeinschaftsübertragung kommen.

Doch das ist nicht so einfach: Denn während in den Spielorten das runde Dutzend der exklusiven Fifa-Sponsoren wie Coca-Cola und die Deutsche Telekom die Finanzierung übernimmt, ist für alle übrigen Veranstaltungen unklar, wer die Party zahlt. "Wir warten auf die Vorschläge der Fifa-Marketing, zu welchen Konditionen solche Veranstaltungen möglich sind", sagt Stucke. Mit Spannung erwartet die Branche jetzt das Konzept der Fifa. Auch dem Weltfußballverband ist bewusst, dass die meisten Fußballfans auf Großbildleinwände angewiesen sind. Auf Anfrage des Handelsblatts wollte sich die Fifa nicht zum Stand der laufenden Verhandlungen äußern. Jens Grittner, Sprecher des deutschen WM-Organisationskomitees in Frankfurt ist aber zuversichtlich, dass noch vor Ende des Monats eine Einigung möglich ist.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×