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15.01.2008

08:25 Uhr

Volleyball Olympia

DVV-Auswahl kämpft in Halle um das Peking-Ticket

Für die deutschen Volleyballerinnen wird es ab heute ernst: Beim Turnier im westfälischen Halle haben die Schützlinge von Trainer Giovanni Guidetti ihre einzige Chance, sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren.

Deutschlands Volleyballerinnen glauben an das Wunder von Halle und wollen mit aller Macht ihre einzige Olympia-Chance nutzen. Lösen Angelina Grün und Co. ab heute beim europäischen Qualifikationsturnier erstmals seit 16 Jahren nicht das Ticket für die Sommerspiele, ist wegen finanzieller Einbußen der gesamte Volleyball-Leistungssport gefährdet. Giovanni Guidetti soll aber in jedem Fall bis 2010 Bundestrainer bleiben.

"Wenn wir Peking nicht schaffen, fallen wir in die 2. Liga des internationalen Sports zurück. Dann haben wir nur noch Geld zum Überleben, aber wir wollen einen neuen Aufbruch schaffen. Mit Guidetti als Chef", sagt Verbandschef Werner von Moltke. An den drohenden Absturz von Förderkategorie 1 in drei samt Mindereinnahmen von geschätzten 50 000 Euro mag er gar nicht denken: "Die Mannschaft kann über sich hinauswachsen. Unsere Frauen sind stabiler als die Männer." Stefan Hübner und Co. hatten vergangene Woche im türkischen Izmir zwar den späteren Olympiaqualifikanten Serbien mit 3:2 bezwungen, anschließend aber mit einer 0:3-Blamage gegen Finnland ihre erste Peking-Chance verspielt. "So etwas darf uns nicht passieren. Wir versuchen das Wunder. Wir haben vielleicht personell nicht die beste Mannschaft des Turniers, aber den besten Teamgeist in unserem Orchester", glaubt der italienische Chefcoach Guidetti.

Ob das für den WM-Elften gegen die sieben namhaften Kontrahenten von Weltmeister Russland bis zum WM-Dritten Serbien reicht, wird sich spätestens im Finale am Sonntag zeigen. Mit dem Comeback von Hauptangreiferin Hanka Pachale nach sechs Jahren und der Rückkehr von Zuspielerin Tanja Hart aus der Sportlerrente wurden jedenfalls alle Register gezogen. Nur Kerstin Tzscherlich musste wegen Knieproblemen passen und wird durch Heike Beier auf der Liberoposition ersetzt. "Wir haben die Stärke, alle Nationen zu schlagen. Schließlich geht es um das größte Ziel, das ein Sportler haben kann - Olympia", sagt Grün.

Heute gegen die Türkei

In der Vorrunde geht es gegen Außenseiter Türkei am heutigen Dienstag (15 Uhr), Ex-Europameister Polen am Mittwoch (17.30 Uhr) und Weltserien-Sieger Niederlande (Freitag, 20 Uhr) zunächst um eines der beiden Tickets fürs Halbfinale. Dort warten dann voraussichtlich Russland und Serbien als Gegner. "Wir werden den Sprung in die K.o.-Duelle schaffen, und dann werden wir von der Euphorie der Zuschauer getragen", glaubt Moltke. Etwa 18 000 Tickets wurden bislang für alle Tage verkauft, mindestens 30 000 sollen kommen.

"Bei der Handball-WM wurde in Halle der Grundstein für den Titel gelegt, jetzt wollen wir den Volleyballerinnen nach Peking helfen", sagt Gastgeber Ralf Weber. Das gelang 1996, 2000 und 2004, als die Volleyballerinnen beim europäischen Qualifikationsturnier in Bremen und Baku auf wundersame Weise die Olympia-Fahrkarte lösten.

© SID

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