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10.10.2014

14:30 Uhr

Volvo Ocean Race

Das Weltrennen der Hochseeboliden

VonSandra-Valeska Bruhns

Vor der spanischen Küste peitschen sie übers Wasser: Sündhaft teure Hochsee-Rennyachten beginnen das Volvo Ocean Race – und segeln rund um die Uhr. Wer teilnehmen will, braucht viele Millionen Euro.

Spektakuläre Bilder: Die Rennyachten legen sich beim Volvo Ocean Race in den Wind. ap

Spektakuläre Bilder: Die Rennyachten legen sich beim Volvo Ocean Race in den Wind.

AlicanteDas Volvo Ocean Race, früher Whitbread Round The World Race, gilt als härteste und längste Hochseeregatta der Welt. 38.739 Seemeilen müssen die Skipper und ihre Crews in den nächsten Monaten in insgesamt neun Etappen auf ihrer schnellen Reise um die Erde zurücklegen. Besonders anspruchsvoll wird die längste Strecke über 6.776 Seemeilen von Auckland ins brasilianische Itaja über den Pazifik durchs Südpolarmeer mit Rundung des Kap Hoorn.

Dabei werden die Segler auf den Hightech-Segelyachten vom Typ Volvo Ocean 65 mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 40 Knoten (über 70 km/h) über die Meere rasen, das macht Tagesetmale von rund 600 Seemeilen möglich.

Zum ersten Mal in der Geschichte des prestigeträchtigen Rennens ist mit dem neu entwickelten Bootstyp Volvo Ocean 65 (20,37 m) eine Einheitsklasse am Start, alle Yachten stammen von der englischen Werft Greenmarine und gleichen sich bis ins kleinste Detail. 4,5 Millionen Euro kostet so eine Yacht, mehr als 30 Prozent weniger als die Vorgängerklasse Volvo Ocean 70. Mit dieser Maßnahme wollte Racedirektor Knut Frostad, der selbst viermal an dem Weltrennen teilnahm, erreichen, dass die in den letzten Rennen sprunghaft gestiegenen Entwicklungs- und Baukosten für die Boote eingedämmt werden.

Zudem sollte der Spannungsfaktor auf der Regattabahn erhöht werden, wenn alle Boote die identischen Segeleigenschaften haben und es keine Schiffe mehr gibt, die vor dem Wind oder auf der Kreuz ein anderes Geschwindigkeitspotenzial haben als die Konkurrenz. Das radikale Cost Cutting und die zentrale Auslieferung durch eine Werft sollte zudem den Eintritt in das Weltrennen der Hochseeprofis auch für neue Teams und Sponsoren erleichtern.

Die Teilnehmer des Volvo Ocean Race

Team SCA

Skipper: Samantha Davis

Abu Dhabi Ocean Racing

Skipper: Ian Walker

Dongfeng Race Team

Skipper: Charles Caudrelier

Team Brunel

Skipper: Bouwe Bekking

Team Alvimedica

Skipper: Charlie Enright

Team MAPFRE

Skipper: Iker Martinez

Team Vestas Wind

Skipper: Chris Nicholson

Das Minimalbudget für eine Teilnahme an dem Weltrennen liegt dennoch bei rund 12 Millionen Euro. Zu den Kosten für das Schiff kommen weitere 700.000 Euro für die Segel und 1,2 Millionen Euro für die Nutzung des gemeinsamen Boot-Servicecenters, in dem alle nötigen Reparaturen an den Schiffen zentral durchgeführt werden.

Ein weiterer erheblicher Kostenfaktor sind die Gehälter für die professionellen Segler an Bord, die je nach Erfahrung zwischen 90 und 120.000 Euro für ihren Job erhalten, Navigatoren, Taktiker und Skipper erhalten oft deutlich mehr. So kommt es, dass es bei dieser Auflage des Rennens doch nur sieben Schiffe sind, die an dem Weltrennen teilnehmen.

Für das nächste Volvo Ocean Race 2017/18 plant Frostad mit zehn bis zwölf Teilnehmern, die Boote aus diesem Jahr sollen dann ein weiteres Mal eingesetzt werden.

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