Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2005

12:13 Uhr

Wechselfehler blieben ungeahndet

DHB fordert Konsequenzen

Kampfrichter ist nicht gleich Kampfrichter - das bekam die deutsche Mannschaft gegen Serbien und Montenegro schmerzlich zu spüren. Nun fordert der Verband bessere Schulung für die Funktionäre.

HB HAMMAMET. Der Deutsche Handball-Bund (DHB) fordert nach den Regelverstößen im Spiel Deutschland - Serbien und Montenegro bei der Weltmeisterschaft in Tunesien eine bessere Ausbildung die Funktionäre im Kampfgericht. "Wir wollen, dass da Qualität herrscht und nicht die Nationen-Quote. Die Handball-Freunde, die da eingesetzt werden, haben nicht die Möglichkeit, sich selbst zu schulen. Entweder man lässt den Proporzschlüssel fallen oder man gibt Geld aus, um auch die zu schulen und nicht nur die Schiedsrichter", sagte DHB-Präsident Ulrich Strombach am Sonntag in Hammamet.

Am Vorabend hatte die deutsche Mannschaftsleitung auf einen berechtigten Protest beim Weltverband IHF gegen die Wertung der 24:25-Niederlage gegen die Serben "aus sportfachlichen Gründen" verzichtet. Ein erfolgreicher Einspruch hätte zur Neuansetzung des Spiels geführt. Der DHB wollte auf Brands Wunsch diese Belastung für die Spieler vermeiden. Serbien und Montenegro hatte nach Zeitstrafen zwei Mal zu früh wieder Spieler aufs Feld geschickt und damit gegen die Regel 4.6 verstoßen.

Weder von den Zeitnehmern und Sekretären am Kampfrichtertisch noch von den Schiedsrichtern war dies geahndet worden, nachdem die deutsche Mannschaft auf die Fehler aufmerksam gemacht hatte. "Ich würde mir mehr Leute da drin wünschen, die Veranstaltungserfahrung haben. Es darf nicht sein, dass die mit der Uhr messbaren Vorgänge nicht funktionieren", sagte Strombach, der noch am Sonntag mit IHF- Präsident Hassan Mustafa und IHF-Geschäftsführer Frank Birkefeld zusammen traf. Allerdings rechnet Strombach nicht mit einer schnellen Änderung. "Diese Dinge müssen angestoßen werden. Aber ein Zeitaufwand von fünf Jahren ist ein normaler Zeitraum", meinte der Gummersbacher.

Der DHB hat zwar keinen offiziellen Protest gegen die Spielwertung eingelegt, aber den Regelverstoß schriftlich dargelegt und anhand von Videoaufzeichnungen dokumentiert. "Wir wollen nicht als Besserwisser auftreten, sondern nur darauf aufmerksam machen", sagte Strombach.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×