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16.12.2016

08:19 Uhr

Weltmeisterschaft in London

Darts-WM als populäres TV-Spektakel

Viel Bier, bunte Kostüme und eine immer wichtiger werdende Weltmeisterschaft: Weihnachten wird Darts zum Massenereignis. Die Gesichter der Profis sind immer bekannter, der Sport wird wie eine große Party inszeniert.

Der Brite gehört auch wegen seines skurrilen Outfits zu den Topstars der Trend-Sportart. AFP; Files; Francois Guillot

Peter Wright

Der Brite gehört auch wegen seines skurrilen Outfits zu den Topstars der Trend-Sportart.

LondonWenn im Publikum Super Mario mit einem vollen Bierbecher und bester Laune auf einen Teletubby trifft, wissen die Fans der Darts-Szene, was das zu bedeuten hat: Es ist wieder Zeit für die Weltmeisterschaft. Angesichts der enormen Begeisterung und der Entwicklung der vergangenen Jahre staunt auch Max Hopp über seine Sportart. „Manchmal bin ich selbst überrascht davon, wie weit Darts es in Deutschland schon gebracht hat“, sagt der 20-Jährige der Deutschen Presse-Agentur vor dem WM-Auftakt am Donnerstag. Er ist trotz seiner jungen Jahren bereits zum fünften Mal dabei.

2500 Zuschauer bei der WM im Londoner Alexandra Palace? Eine solche Kulisse ist für Hopp und seine Kollegen längst keine Seltenheit mehr. „Wenn du auf der European Tour auf einmal 3000 Zuschauer in der Halle hast, ist das schon gigantisch. Vor zehn Jahren wäre wohl jeder für verrückt erklärt worden, der das vorausgesagt hätte“, sagt der Profi aus Idstein.

Auch im Fernsehen rückt der Darts-Sport immer mehr auf die große Bildfläche, gerade in der ereignisarmen Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr. Der TV-Sender Sport1 berichtet von der WM in diesem Jahr (15. Dezember bis 2. Januar 2017) bereits zum 13. Mal und durfte sich zuletzt über Rekordquoten freuen. Knapp zwei Millionen Zuschauer sahen Anfang dieses Jahres das WM-Finale zwischen dem Schotten Gary Anderson und seinem englischen Rivalen Adrian Lewis. Danach musste der Sender aus Ismaning gar darum kämpfen, die Rechte zu behalten und Darts weiter im Free-TV präsentieren zu können – es gelang mit einer Verlängerung bis 2019.

„Aus der Randerscheinung Darts ist eine Sportart geworden, die schon lange nicht mehr nur in Großbritannien bekannt ist, sondern weltweit eine riesige Fangemeinde begeistert – auch im deutschsprachigen Raum“, erklärte Sport1-Geschäftsführer Olaf Schröder. Die immer besser werdenden Quoten erzielt der Sender, obwohl den Deutschen in dieser Sportart der erhoffte Durchbruch bislang noch gar nicht gelungen ist.

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Bei der Dart-WM in London herrscht eine Stimmung wie auf dem Oktoberfest. Viele TV-Sender berichten live von dem Spektakel. Und mittendrin ein junger Deutscher, der einmal zu den Topverdienern der Branche zählen könnte.

Die Gründe für den Hype um das Event im Norden Londons liegen auf der Hand. Die Darts-WM findet zu einem äußerst günstigen Zeitpunkt statt, um die Weihnachtsfeiertage pausieren die meisten anderen Sportarten. Zudem wird der sportliche Wettkampf als eine große Party inszeniert. Die Fans im Alexandra Palace singen, schreien und grölen, sie kommen verkleidet und gehen betrunken. Deutsche und Niederländer besuchen besonders gerne den „Ally Pally“, wenn auf der Bühne gespielt und auf der Tribüne gefeiert wird.

„Darts begeistert die Menschen auch auf der Couch immer mehr“, erklärte Tomas Seyler aus Bremerhaven, einer der besten Profis in Deutschland. Viel weniger als in anderen Sportarten werden die Superstars wie Michael van Gerwen (Niederlande) oder der englische Rekordweltmeister Phil Taylor mit ihren Stärken und Schwächen in Verbindung gebracht. Man erkennt sie stattdessen an ihrer Frisur, ihrer Einlaufmusik oder ihrer Show, die sie vor einem Match oft aufführen. „Schaut euch die Fans an. Es ist großartig, sie machen einfach eine einzige Party“, urteilt Titelverteidiger Anderson.

Die Quoten und Marktanteile für den Sender Sport1 stiegen in den vergangenen Jahren kontinuierlich, der Trend dürfte sich auch bei dieser WM fortsetzen. Das liegt auch daran, dass die Zuschauer sich mit dem Sport identifizieren können. „Darts wird von Athleten betrieben, die oft keine durchtrainierten Körper haben, die ihren Sport auch noch mit 50, 60 betreiben können“, sagte Seyler.

Von

dpa

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