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27.07.2015

14:50 Uhr

Weltmeisterschaften in Kasan

Freiwasser-Asse ohne Olympia-Ticket

Für Andreas Waschburger und Christian Reichert war der Olympia-Startplatz weit weg, jetzt muss die zweite Chance genutzt werden. Freiwasser-Rekordweltmeister Thomas Lurz schließt ein Comeback nicht völlig aus.

Ohne Olympia-Ticket: Der Deutsche Andreas Waschburger. dpa

Schwimm-WM - Freiwasser

Ohne Olympia-Ticket: Der Deutsche Andreas Waschburger.

Kasan Nach den entthronten Turm-Weltmeistern Patrick Hausding und Sascha Klein haben auch die deutschen Freiwasser-Asse bei der großen „Schlägerei“ um die Olympia-Ticket eine schmerzhafte WM erlebt. Einen Tag nach Platz sechs für das Wassersprung-Duo kam der Olympia-Achte Andreas Waschburger bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Kasan nach zehn Kilometern als 16. ins Ziel, Team-Weltmeister Christian Reichert wurde 18. - das war nach dem Rücktritt von Rekordchampion Thomas Lurz zu wenig für den direkten Startplatz bei den Sommerspielen in einem Jahr. „Es war heute schon eine Schlacht, man hat gemerkt, es geht um die Olympia-Tickets“, schilderte Waschburger den „Riesenkampf“ am Montag in der Kasanka. „Ich wurde oft schon sehr krass am Fuß gezogen.“

Für Hausding und Klein, die bei der WM in Russland erstmals in dieser Saison nicht auf dem Podest standen, dürfte aufgrund ihrer großen Qualität die zweite Chance im Februar kommenden Jahres in Rio eigentlich nur Formsache sein. Dagegen werden die Karten im Freiwasserteam nach dem enttäuschenden Ergebnis vom Montag neu gemischt. Ob im Juni 2016 in Portugal Waschburger und Reichert oder Talente wie der Fünf-Kilometer-Silbermedaillengewinner Rob Muffels starten, ist völlig offen. Selbst über ein Comeback des zwölfmaligen Weltmeisters Lurz wird nach dem Abschneiden in der Kasanka orakelt.

„Ich bin sicher, bei Thomas fängt es wieder an zu kribbeln, ich bin sehr gespannt“, erklärte Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz. Darüber musste der jüngere Bruder in der Heimat schmunzeln. Stefan kenne ihn gut, „zu 100 Prozent“ könne er jetzt nichts sagen, erklärte der zweimalige Olympiamedaillengewinner. Oberste Priorität hat der neue Beruf im Personalbereich, aber wer den Siegeshunger eines Thomas Lurz kennt, kann ahnen, wie es in ihm nun arbeiten dürfte.

Der vor knapp drei Monaten zurückgetretenen Dauer-Weltmeister wurde beim erbitterten Kampf von rekordverdächtigen 72 Startern um zehn Olympia-Tickets aus deutscher Sicht jedenfalls schmerzlich vermisst. „Viele Schlägereien und Rangeleien“ machte Reichert aus - und als der amerikanische Goldmedaillengewinner Jordan Wilimovsky das Tempo noch einmal verschärfte, war der da entkräftete WM-Neunte von 2013 eingeklemmt.

„Das war wie zugeschnitten für Thomas“, sagte Stefan Lurz. Auf der Tribüne bekamen die für das Frauen-Rennen über zehn Kilometer aufgebotenen Angela Maurer und Isabelle Härle schon einmal einen Vorgeschmack auf das Extrem, was sie bei ihrem Fight um die Rio-Teilnahme erwartet. „Es wird sehr schwer werden“, sagte die zweimalige Weltmeisterin Maurer, der die Teamkollegen am Montag zum 40. Geburtstag gratulierten.

Maurer und Härle wollen am Dienstag die Olympia-Reise buchen, Hausding will seine zweite Chance nutzen. Nach der Enttäuschung hatte Hausding zumindest seinen Humor nicht verloren. Über die problemlos verlaufene Dopingprobe konnte er grinsen: „13 Minuten! Wenn ich gestern doch so gut gesprungen wäre.“ Mit Stephan Feck will er es besser machen und hofft gemeinsam mit dem Leipziger auf den Olympia-Quotenplatz.

„Wir wollen unter die ersten Sechs und um Bronze mitkämpfen, wie sechs andere Paare auch“, sagt der Dauer-Europameister. Favorit ist China, das auch den vierten WM-Wettkampf in der Sprunghalle für sich entschied. Xie Siyi holte sich den Titel vom Ein-Meter-Brett.

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