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29.01.2009

15:31 Uhr

Werbekrise

Super Bowl müht sich zum Rekord

VonIngmar Höhmann

Beim Football-Finale am Sonntag erreichen die Werbepreise ein Allzeithoch. Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Denn die Wirtschaftskrise hat den US-Football in Wirklichkeit längst mit voller Wucht erfasst. Das Spiel zwischen den Arizona Cardinals und den Pittsburgh Steelers wird nur nur deshalb nicht als Marketing-Reinfall in die Geschichte eingehen, weil viele Werbepartner die Verträge noch vor dem Ausbruch der Krise abgeschlossen haben. Während die Geldmaschine des US-Sports ins Stottern gerät, frohlockt ein deutscher Autohersteller.

Der begehrte Superbowl-Pokal: die Vince Lombardi Trophy. Foto: dpa ap

Der begehrte Superbowl-Pokal: die Vince Lombardi Trophy. Foto: dpa

LOS ANGELES. Für viele Amerikaner gibt es nur einen wirklichen Feiertag im Jahr: Wenn am Sonntag der Super Bowl im US-Bundesstaat Florida angepfiffen wird, sitzen in den USA fast 100 Millionen Zuschauer vor den Fernsehern - also jeder dritte Amerikaner. Das Finale der Football-Liga NFL ist der Mega-Event des US-Sports - und für die Veranstalter höchst lukrativ. Die Eintrittstickets für das Stadion in Tampa kosten mindestens 800 Dollar. Geld bringt auch die Werbung: Der TV-Sender NBC rechnet mit Einnahmen von 200 Mio. Dollar. Ein 30-Sekunden-Spot bringt drei Mio. Dollar - ein neuer Rekord.

Doch es war lange Zeit nicht sicher, ob NBC alle Werbeplätze verkaufen kann. Der Sender musste die Preise für Spots im Vorfeld des Spiels schließlich drastisch senken, weil sich keine Interessenten fanden. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten schaltet der Automobilhersteller General Motors keinen Werbespot, auch der Paketdienst Fedex und der Hersteller von Navigationsgeräten Garmin halten sich diesmal zurück. Die Zeitschriften "Sports Illustrated" und "Playboy" verzichten auf ihre traditionellen Super-Bowl-Feiern.

Auch die Vereine haben sich schon auf härtere Zeiten eingestellt. Viele haben die Ticketpreise für die nächste Saison um zehn Prozent gesenkt. Im September hatte das Magazin "Forbes" die NFL noch als finanzstärkste Liga der Welt ausgezeichnet, die allein durch Fernsehverträge jährlich 6,5 Mrd. Dollar einnimmt.

Doch schon zwei Monate später verkündete NFL-Chef Roger Goodell die Entlassung von 150 Mitarbeitern, rund zehn Prozent der Beschäftigten. "Wir stehen erst am Beginn der Wirtschaftskrise", sagte er. "Weil wir die meisten Tickets im Frühjahr für den kommenden Winter absetzen, lässt sich das wahre Ausmaß für unsere Liga heute noch nicht einschätzen."

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