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03.02.2005

08:36 Uhr

Wettskandal

DFL erwägt Wettverbot für Spieler

Die Profis der Ersten und Zweiten Bundesliga müssen sich möglicherweise auf ein Verbot von Sportwetten einstellen. Zumindest berät die Deutsche Fußball-Liga (DFL), die für den Spielbetrieb der beiden obersten Ligen zuständig ist, über die Einführung eines solchen Wettverbots. Dies erfuhr das Handelsblatt aus dem Umfeld der Liga.

thk DÜSSELDORF. Die Beratungen sind noch in einem frühen Stadium, so dass noch nicht klar ist, ob sich ein Verbot nur für Wetten auf die Spiele des Vereins beziehen könnte, bei dem der Spieler angestellt ist, oder auch auf andere Partien. Nach den Meldungen um Geldzahlungen an Spieler für gewonnene Partien wird auch diskutiert, ob die Annahme dieser Art von Siegprämien von Seiten vereinsfremder Personen legitim bleibt.

Kontrolliert werden könnten die Verbote bei der Lizenzierung der Spieler. Wechselt ein Kicker zu einem Erst- oder Zweitligisten oder erhält er erstmals einen Profi-Vertrag, erhält die DFL eine Kopie des Kontraktes. Sie lizenziert dann den Spieler für ihren Bereich. In diesem Zusammenhang ließe sich leicht überwachen, ob in dem Vertrag entsprechende Klauseln eingebaut sind.

Ein Wettverbot würde zwar seine Umgehung nicht verhindern, weiß auch Wulf Hambach, Wettrechtsexperte der Grünwalder Kanzlei Arendts Anwälte, "aber es gäbe dann auch klare Ansprüche des Vereins gegen einen Spieler, der Manipulation begeht. Dies erhöht das Haftungsrisiko für den Spieler". Sprich: Flöge ein Schwindel auf, würden die Schadenersatzklagen deutlich höher ausfallen.

Ein ähnliches Verbot existiert bereits für Aktien von Fußballklubs. So dürften Bundesliga-Spieler keine Aktien von Borussia Dortmund halten. In die Schlagzeilen geriet deshalb im Jahr 2002 Hertha-Stürmer Fredi Bobic. Er war beim BVB unter Vertrag, als dieser an die Börse ging und bekam damals Anteile. Nachdem Meldungen auftauchten, er besitze diese auch nach seinem Vereinswechsel - schade somit also seinen Finanzen, wenn er gegen die Borussia trifft -, ließ er per Anwalt erklären, er habe die Aktien verkauft.

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