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18.02.2006

17:31 Uhr

Wie Markus Wasmeier 1994 völlig überraschend zwei Mal Gold gewinnt

Der Magier aus Schliersee gibt den Ton an

VonGrischa Brower-Rabinowitsch

Mit ihm hatte nun wirklich keiner mehr gerechnet. Seine Saisonergebnisse waren so schlecht, dass manch einer zu Hause sich fragte, warum der Deutsche Skiverband (DSV) Markus Wasmeier überhaupt mit zu den Spielen nach Lillehammer 1994 genommen hat.

SESTRIERE. In keinem einzigen Weltcup-Rennen hatte er es auf das Podest geschafft. Und als Markus Wasmeier in der Olympia-Abfahrt nur 36. wurde, schienen sich die Befürchtungen zu bewahrheiten, dass der 30-Jährige seinen Zenit längst überschritten habe. Nur Wasi selbst "hatte nie Zweifel an sich". Und er zeigte es allen Kritikern.

Als nächstes stand der Super-G an. Wasmeier raste mit der Startnummer 36 wie ein Derwisch den Berg hinunter, während im Zielraum der führende Amerikaner Tommy Moe, der schon die Abfahrt gewonnen hatte, die 40 000 begeisterten, singenden Zuschauer mit dem Skistock dirigierte. Das Rennen schien gelaufen. Mitten in diese Szene stob "Wasi" hinein und entriss dem Mann aus Alaska noch Gold. Die Fachwelt stand, die Konkurrenz schüttelte fassungslos den Kopf. Plötzlich war der vorher als Oldie verspottete Skifahrer aus Schliersee der "Magier".

Richtig magisch wurde es erst im nächsten Wettbewerb, dem Riesenslalom. Einmal hatte Wasmeier in dieser Disziplin schon Großes geleistet: 1985 wurde er Weltmeister. Und nun "habe ich ja nichts mehr zu verlieren", sagte Wasmeier vor dem Riesenslalom. Richtig, er konnte nur gewinnen: Mit zwei Hundertsteln Vorsprung vor dem Schweizer Urs Kälin holte der sympathische Familienvater völlig überraschend seine zweite Goldmedaille.

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