Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.06.2015

20:31 Uhr

Wimbledon 2015

Kohlschreiber patzt, Haas in Runde zwei

Überraschung verpasst: Für die Deutschen Philipp Kohlschreiber, Florian Mayer und Jan-Lennard Struff kam bereits am Starttag das Wimbledon-Aus. Für positive Nachrichten sorgte dagegen der älteste Spieler im Hauptfeld.

Tommy Haas in Aktion: Bei Wimbledon 2015 tritt er mit 37 Jahren als ältester Spieler an. dpa

Ältester Spieler im Hauptfeld des Turniers

Tommy Haas in Aktion: Bei Wimbledon 2015 tritt er mit 37 Jahren als ältester Spieler an.

LondonNach der glatten Niederlage gegen „Ballmaschine“ Novak Djokovic übte sich Philipp Kohlschreiber in Galgenhumor. „So schnell, wie Wimbledon gekommen ist, ist es auch schon wieder vorbei. Dann spiele ich jetzt halt Bundesliga“, sagte der beste deutsche Tennisprofi nach der Dreisatz-Demonstration des Vorjahressiegers in Runde eins. Auch Kohlschreibers Davis-Cup-Kollegen Florian Mayer und Jan-Lennard Struff schieden am Montag bereits aus.

Der nimmermüde Tommy Haas dagegen schaffte souverän den Einzug in die zweite Runde. Der 37 Jahre alte gebürtige Hamburger gewann bei seinem 15. Wimbledon-Start 6:2, 6:3, 4:6, 6:2 gegen den Serben Dusan Lajovic. Der älteste Spieler im Hauptfeld bekommt es jetzt mit dem an Nummer sieben gesetzten Kanadier Milos Raonic zu tun.

Bei den Damen gewann Anna-Lena Friedsam gegen die Russin Witalia Dijatschenko 3:6, 6:3, 7:5. Die 21-Jährige aus Andernach steht jetzt aber gegen die aufstrebende Schweizerin Belinda Bencic vor einer weitaus größeren Herausforderung. Trotz seiner Mammutaufgabe gegen den Boris-Becker-Schützling Djokovic wollte Kohlschreiber nach der 4:6, 4:6, 4:6-Pleite nicht mit der Auslosung hadern. „Es kam zuletzt knüppeldick, aber das sind Sachen, die man nicht beeinflussen kann“, sagte der 31 Jahre alte Augsburger.

Wimbledon-Sieger seit 1991

1991

Michael Stich (Deutschland)

6:4, 7:6, 6:4 gegen Boris Becker (Deutschland)

1992

Andre Agassi (USA)

6:7, 6:4, 6:4, 1:6, 6:4 gegen Goran Ivanisevic (Kroatien)

1993

Pete Sampras (USA)

7:6, 7:6, 3:6, 6:3 gegen Jim Courier (USA)

1994

Pete Sampras (USA)

7:6, 7:6, 6:0 gegen Goran Ivanisevic (Kroatien)

1995

Pete Sampras (USA)

6:7, 6:2, 6:4, 6:2 gegen Boris Becker (Deutschland)

1996

Richard Krajicek (Niederlande)

6:3, 6:4, 6:3 gegen MaliVai Washington (USA)

1997

Pete Sampras (USA)

6:4, 6:2, 6:4 gegen Cédric Pioline (Frankreich)

1998

Pete Sampras (USA)

6:7, 7:6, 6:4, 3:6, 6:2 gegen Goran Ivanisevic (Kroatien)

1999

Pete Sampras (USA)

6:3, 6:4, 7:5 gegen Andre Agassi (USA)

2000

Pete Sampras (USA)

6:7, 7:6, 6:4, 6:2 gegen Patrick Rafter (Australien)

2001

Goran Ivanisevic (Kroatien)

6:3, 3:6, 6:3, 2:6, 9:7 gegen Patrick Rafter (Australien)

2002

Lleyton Hewitt (Australien)

6:1, 6:3, 6:2 gegen David Nalbandian (Argentinien)

2003

Roger Federer (Schweiz)

7:6, 6:2, 7:6 gegen Mark Philippoussis (Australien)

2004

Roger Federer (Schweiz)

4:6, 7:5, 7:6, 6:4 gegen Andy Roddick (USA)

2005

Roger Federer (Schweiz)

6:2, 7:6, 6:4 gegen Andy Roddick (USA)

2006

Roger Federer (Schweiz)

6:0, 7:6, 6:7, 6:3 gegen Rafael Nadal (Spanien)

2007

Roger Federer (Schweiz)

7:6, 4:6, 7:6, 2:6, 6:2 gegen Rafael Nadal (Spanien)

2008

Rafael Nadal (Spanien)

6:4, 6:4, 6:7, 6:7, 9:7 gegen Roger Federer (Schweiz)

2009

Roger Federer (Schweiz)

5:7, 7:6, 7:6, 3:6, 16:14 gegen Andy Roddick (USA)

2010

Rafael Nadal (Spanien)

6:3, 7:5, 6:4 gegen Tomas Berdych (Tschechien)

2011

Novak Djokovic (Serbien)

6:4, 6:1, 1:6, 6:3 gegen Rafael Nadal (Spanien)

2012

Roger Federer (Schweiz)

4:6, 7:5, 6:3, 6:4 gegen Andy Murray (Großbritannien)

2013

Andy Murray (Großbritannien)

6:4, 7:5, 6:4 gegen Novak Djokovic (Serbien)

Durch seine Erstrunden-Niederlage in Halle gegen Roger Federer war Kohlschreiber in der Weltrangliste von Platz 31 auf 33 abgerutscht - und in Wimbledon daher der erste ungesetzte Spieler. Und hätte der Spanier David Ferrer am Sonntag nur wenige Minuten vorher seine Teilnahme abgesagt, wäre Kohlschreiber auf dessen Platz gerutscht und hätte sich die denkbar schwerste Erstrunden-Aufgabe erspart.

„Man kann jetzt den paar Momenten nachtrauern, in denen man nicht gewonnen hat und dadurch Weltranglistenpunkte verloren hat“, sagte Kohlschreiber, der in der Pressekonferenz gefasst und ruhig wirkte. „Aber ich muss jetzt dranbleiben und weiterhin das Positive sehen.“

Wie schon bei seinem Aus in Halle gegen Federer machte Kohlschreiber auch Djokovic zunächst das Leben schwer. Doch in den wichtigen Momenten der Partie zeigte sich der Serbe konzentrierter und nervenstärker. „Dann ist er wie eine Ballmaschine, der dich mit seiner brutal soliden Art vom Platz spielt“, sagte Kohlschreiber.

Im ersten, zweiten Satz und dritten Satz nahm Djokovic seinem Kontrahenten jeweils zum 6:4 das Aufschlagsspiel ab - und machte nach 2:03 Stunden den siebten Sieg im achten Duell mit Kohlschreiber perfekt. Djokovic strebt bei dem Grand-Slam-Klassiker seinen dritten Titel nach 2011 und 2014 an - und würde damit mit seinem prominenten Coach gleichziehen, der 1985, 1986 und 1989 triumphierte.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×