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02.07.2014

10:55 Uhr

Wimbledon im Wandel

Erdbeeren mit Sahne und Schuldverschreibungen

VonKatharina Slodczyk

Vorjahresfinalistin Sabine Lisicki ist dieses Jahr schon im Viertelfinale von Wimbledon ausgeschieden. Das altehrwürdige Turnier übt sich derweil im Spagat zwischen Expansion und Tradition.

Profispielerin Sabine Lisicki: Deutsche Tennishoffnung in Wimbledon. ap

Profispielerin Sabine Lisicki: Deutsche Tennishoffnung in Wimbledon.

LondonNoch widersetzen sie sich den neuesten Gesundheitstrends: Demnach mögen immer mehr Briten keine Sahne mehr, sondern ziehen milchfreie Alternativen vor, haben die Marktforscher von Mintel herausgefunden. Beim traditionellen Tennisturnier Wimbledon bleibt es aber dabei: Die Essensstände servieren weiterhin Erdbeeren mit Sahne – wie schon seit Jahrzehnten.

Bis zu 28 Tonnen der roten Früchte und 7.000 Liter Sahne werden die Zuschauer voraussichtlich während des zweiwöchigen Turniers essen. Ein Schälchen mit mindestens zehn Erdbeeren, die stets aus der Grafschaft Kent kommen, kostet 2,50 Pfund (umgerechnet 3,10 Euro). Dieser Preis ist seit fünf Jahren gleich geblieben.

Erdbeeren mit Sahne, das gehört zu Wimbledon genauso wie das regnerische Wetter, ein Glas des Nationalgetränks Pimm’s und der Spruch „new balls, please“. Daran halten die Ausrichter der Veranstaltung, der All England Lawn Tennis and Croquet Club, auch weiterhin fest.

Deutsche Wimbledon-Finalistinnen

Ein exklusiver Zirkel

Sabine Lisicki ist erst die vierte deutsche Tennisspielerin im Endspiel von Wimbledon. Den Anfang machte 1931 Cilly Aussem, die in einem deutschen Tennis-Finale Hilde Krahwinkel 6:2, 7:5 bezwang. Ende der 80er Jahre startete Steffi Graf ihre Siegesserie an der Church Road.

Cilly Aussem

Sie war die erste deutsche Wimbledon-Siegerin: Cilly Aussem, jungen Tennisspielerinnen bekannt, weil die Mannschaftsspiele der Juniorinnen nach ihr benannt sind. Im Finale besiegte sie eine andere Deutsche...

Hilde Krahwinkel

Hilde Krahwinkel unterlag zwei Mal im Wimbledon-Finale: 1931 gegen Landsfrau Cilly Aussem, 1936 gegen die Amerikanerin Helen Hull Jacobs.

Steffi Graf

Steffi Graf, eine der erfolgreichsten Tennisspielerinnen aller Zeiten, erreichte neun Mal das Wimbledon-Finale. Nur 1987 und 1999 verlor sie, dazwischen siegte sie fast in Serie: 1988 und 1989 gegen Martina Navratilova, 1991 gegen Gabriela Sabatini, 1992 gegen Monica Seles, 1993 gegen Jana Novotna, 1995 und 1996 gegen Arantxa Sánchez-Vicario.

Sabine Lisicki

Für Sabine Lisicki war der Finalauftritt 2013 gegen Marion Bartoli eine Premiere. Lisicki unterlag allerdings deutlich.

Parallel dazu treiben sie aber Expansion und Wandel voran – stets mit dem Ziel: „Wir sehen Wimbledon als das führende Turnier in der Tennis-Welt an und das wollen wir auch bleiben“, sagt Philip Brook, Vorsitzender des All England Club, „und der einzige Weg, um ganz oben zu bleiben, besteht darin, sich ständig zu verbessern und weiter zu entwickeln.“

Dafür will der Verein in den nächsten Jahren einiges in seine Anlagen investieren – Geld, das durch den Verkauf neuer Schuldverschreibungen in die Kasse hereingekommen ist. Und dafür hat der Club die Preise deutlich erhöht.

Für jeweils 50.000 Pfund brachte der All England Club die Anleihen unters Volk. Diese Summe schließt Freikarten für alle Spiele im Centre Court, dem Hauptplatz, für den Zeitraum 2016 bis 2020 sowie den Zugang zu einer speziellen Lounge, Bar und einem Restaurant ein. Zuvor hatte der Club knapp 28.000 Pfund pro Anleihe verlangt, die Tickets für Centre-Court-Spiele für die Jahre 2011 bis 2015 einschloss.

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