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01.07.2014

17:34 Uhr

Wimbledon

Kerber und Lisicki im Viertelfinale

Jetzt wird es ernst, im Halbfinale müssen sie womöglich gegeneinander ran: Mit Kerber und Lisicki haben sich zwei deutsche Frauen ins Viertelfinale von Wimbledon gespielt – die eine mit Kampfgeist, die andere mit Glück.

Sollten sie im Halbfinale aufeinander treffen, ist Schluss mit dem freundschaftlichen Plausch auf dem Platz: Angelique Kerber (rechts) and Sabine Lisicki, die auch häufig zusammen spielen. dpa

Sollten sie im Halbfinale aufeinander treffen, ist Schluss mit dem freundschaftlichen Plausch auf dem Platz: Angelique Kerber (rechts) and Sabine Lisicki, die auch häufig zusammen spielen.

LondonAngelique Kerber gelang die Wimbledon-Sensation gegen Maria Scharapowa, Sabine Lisicki fügte ihrer Geschichte auf dem „Heiligen Rasen“ ein dramatisches Erfolgskapitel hinzu: Zwei deutsche Tennis-Damen haben beim bedeutendsten Turnier der Welt das Viertelfinale erreicht. Mit unbändigem Willen rang Kerber am Dienstag in einer mitreißenden Partie die russische Topfavoritin 7:6 (7:4), 4:6, 6:4 nieder. Erst der siebte Matchball brachte der deutschen Nummer eins einen der größten Momente ihrer Karriere ein. „Es ist einfach unglaublich. Es war so ein enges Match auf so einem hohen Level. Ich bin so glücklich“, sagte Kerber direkt im Anschluss.

Die letztjährige Finalistin Lisicki überstand ihr Achtelfinale gegen die Kasachin Jaroslawa Schwedowa trotz 20 Doppelfehlern und Verletzungspause. Sie gewann schließlich 6:3, 3:6, 6:4. „Heute hatte ich auch Glück. Sie hat mir ein paar Geschenke gegeben bei meinen Aufschlägen. Ich habe mich durchgebissen.“

An diesem Mittwoch könnten die beiden ein deutsches Halbfinale perfekt machen. Beiden stehen allerdings vor großen Herausforderungen. Auf die 26-jährige Kerber wartet die French-Open-Halbfinalistin Eugenie Bouchard aus Kanada, Lisicki misst sich mit der Paris-Finalistin Simona Halep aus Rumänien.

Die 27-jährige Scharapowa galt nach dem überraschenden Aus von Serena Williams für viele als Topfavoritin auf den Wimbledon-Titel. Auf dem Centre Court rettete sich die Siegerin von 2004 in Satz eins nach 3:5 zwar noch in den Tiebreak, den sich aber Kerber holte.

Deutsche Wimbledon-Finalistinnen

Ein exklusiver Zirkel

Sabine Lisicki ist erst die vierte deutsche Tennisspielerin im Endspiel von Wimbledon. Den Anfang machte 1931 Cilly Aussem, die in einem deutschen Tennis-Finale Hilde Krahwinkel 6:2, 7:5 bezwang. Ende der 80er Jahre startete Steffi Graf ihre Siegesserie an der Church Road.

Cilly Aussem

Sie war die erste deutsche Wimbledon-Siegerin: Cilly Aussem, jungen Tennisspielerinnen bekannt, weil die Mannschaftsspiele der Juniorinnen nach ihr benannt sind. Im Finale besiegte sie eine andere Deutsche...

Hilde Krahwinkel

Hilde Krahwinkel unterlag zwei Mal im Wimbledon-Finale: 1931 gegen Landsfrau Cilly Aussem, 1936 gegen die Amerikanerin Helen Hull Jacobs.

Steffi Graf

Steffi Graf, eine der erfolgreichsten Tennisspielerinnen aller Zeiten, erreichte neun Mal das Wimbledon-Finale. Nur 1987 und 1999 verlor sie, dazwischen siegte sie fast in Serie: 1988 und 1989 gegen Martina Navratilova, 1991 gegen Gabriela Sabatini, 1992 gegen Monica Seles, 1993 gegen Jana Novotna, 1995 und 1996 gegen Arantxa Sánchez-Vicario.

Sabine Lisicki

Für Sabine Lisicki war der Finalauftritt 2013 gegen Marion Bartoli eine Premiere. Lisicki unterlag allerdings deutlich.

Die Norddeutsche rackerte und ackerte, lief unermüdlich nach jedem Ball. Dennoch war sie machtlos, als ihre Rivalin im zweiten Satz das Break zum 4:3 schaffte und für die Vorentscheidung in dem Durchgang sorgte. Kerber zeigte sich aber unbeeindruckt, kämpfte mit allem, was in ihr steckt. Ihren Coach Benjamin Ebrahimzadeh und Bundestrainerin Barbara Rittner hielt zwischenzeitlich nichts mehr auf den Sitzen, als sich die Fed-Cup-Spielerin in Satz drei ein 5:2 erspielte - und einen Matchball ausließ. Fünf weitere Matchbälle vergab Kerber gegen Scharapowa beim Stand von 5:4 ab, ehe die Deutsche Kerber glücklich die Arme in die Höhe streckte.

Zuvor hatte Lisicki nach ihrem erfolgreichen Matchball glücklich auf den „heiligen Rasen“ niedergekniet. Sie hatte zerfahren gespielt, zeigte speziell bei ihrem sonst so starken Aufschlag Schwächen. Am Ende benötigte sie Glück, um bei ihrer sechsten Teilnahme an der Church Road zum fünften Mal in das Viertelfinale einzuziehen.

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