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30.10.2013

16:10 Uhr

Winterspiele 2014

Sponsoren in Sotschi auf dünnem Eis

VonManuel Heckel, Stefan Merx

In hundert Tagen starten die Olympischen Winterspiele in Sotschi. Langsam laufen sich die Sponsoren warm, doch diesmal mit großem Risiko, da international starke Proteste drohen. Aber der russische Markt ist verlockend.

Arbeiter beseitigen in Sotschi Bauschutt von einem Weg. Gut drei Monate vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi hat Russland nun Arbeitslose aus dem ganzen Land aufgefordert, bei den Vorbereitungen und beim Ablauf zu helfen. dpa

Arbeiter beseitigen in Sotschi Bauschutt von einem Weg. Gut drei Monate vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi hat Russland nun Arbeitslose aus dem ganzen Land aufgefordert, bei den Vorbereitungen und beim Ablauf zu helfen.

KölnDie Palmen stehen bereit vor dem Olympischen Dorf – die Wintersportler können kommen. Gute drei Monate sind es noch bis zum Beginn der Olympischen Winterspiele 2014, die am 7. Februar im russischen Sotschi eröffnet werden.

Während die Organisatoren stolz die Fortschritte im Aufbau der Infrastruktur präsentieren, schalten auch die Sponsoren der Großveranstaltung langsam in den Olympia-Modus. Den Auftakt machte der Konsumgüterhersteller Procter&Gamble, einer der zehn Top-Sponsoren des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

In den ersten Werbevideos vor einigen Tagen rückte der Konzern die Mütter der Athleten in den Fokus – eine Fortsetzung der höchst erfolgreichen „Thank you, Mom“-Kampagne, die bei den Olympischen Sommerspielen 2012 für Furore sorgte. Doch die Bilder der heilen Werbewelt können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Spiele in Russland international höchst umstritten sind – und so auch die Sponsoren unter Druck kommen könnten.

Olympia-Sponsoren

Exklusiver Zirkel

Nur zehn Unternehmen sind im „TOP“-Programm, das für „The Olympic Partner“ steht. Der aktuelle Vertrag läuft von 2013 bis 2016 und umfasst die Winterspiele in Sotschi 2014 und die Sommerspiele 2016 in Rio. Quelle: IOC Olympic Marketing Fact File 2013.

Globale Partner

Die TOP-VII-Sponsoren dürfen als einzige Unternehmen global mit der Marke der Olympischen Spiele werben. Zudem sind sie automatisch Partner aller teilnehmenden Olympiamannschaften bei den beiden Olympischen Spielen.

Coca-Cola

Der Getränkehersteller pflegt die dauerhafteste Beziehung zu den Olympischen Spielen. Seit den Spielen 1928 in Amsterdam ist Coca-Cola als Sponsor an Bord, seit 1986 gehört das Unternehmen zu den TOP-Sponsoren.

Atos

Der französische IT-Dienstleister war 1992 als Partner der Olympischen Spiele in Barcelona dabei – damals noch unter dem Namen Sema. Als SchlumbergerSema trat das Unternehmen 2001 dem TOP-Zirkel bei.

Dow

Dow Chemicals ist die „Offizielle Chemiefirma“ der Olympischen Spiele – seit 2010 gehört sie zu dem „TOP“-Progamm.

General Electrics

Das US-Unternehmen ist seit 2005 im TOP-Programm. Exklusiv repräsentiert der Mischkonzern unter anderem die Sparten Energie, Gesundheit, Transport und Infrastruktur.

McDonald's

Der Fast-Food-Riese trat das erste Mal 1976 in Montreal als Sponsor bei Olympia auf. Dem TOP-Programm trat McDonald’s dann 1997 bei.

Omega

Der Uhrenhersteller ist über Lizenzierungen schon lange mit dem IOC verknüpft. Als TOP-Sponsor ist die Schweizer Marke, die zu Swatch gehört, seit 2003 dabei.

Panasonic

Der japanische Elektronikkonzern gehört bereits seit 1987 zum TOP-Zirkel – die drittlängste Partnerschaft in dem exklusiven Kreis.

Procter&Gamble

Der amerikanische Konsumgüterhersteller trat pünktlich zu den Olympischen Spielen 2010 in London dem TOP-Programm bei.

Samsung

Für alle kabellosen Kommunikationseinrichtungen bei Olympia steht der japanische Konzern als Partner bereit. Und das im TOP-Programm schon seit 1997.

Visa

Wie Coca-Cola gehört Visa zu den Gründungsmitgliedern des TOP-Programms – bereits seit 1986 ist die Kreditkartenfirma offizieller Partner der Olympischen Spiele.

„Olympische Spiele sind jedes Mal anders – und das ist auch so gewollt“, sagt Wolfgang Maennig, Sportökonom an der Universität Hamburg und Goldmedaillengewinner im Ruder-Achter von Seoul. „Und den Sponsoren ist klar, dass sie auch deshalb ein Risiko eingehen.“

Sotschi 2014 bietet viele Angriffspunkte: Wenn die bislang kolportierten Zahlen stimmen, dürften die Spiele die teuersten aller Zeiten werden: Etwa 36 Milliarden Euro wurden für Infrastrukturvorhaben ausgegeben - auch Korruption soll nicht unwesentlich dazu beigetragen haben, dass die Kosten in die Höhe schnellten. Gerüchten zufolge sorgen bummelnde Baufirmen in der Schlussphase der Fertigstellung gezielt für erhöhten Leidensdruck, um noch mehr Geld vom Staat zu kassieren.

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