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10.11.2013

21:32 Uhr

Winterspiele 2022

Bürger lehnen Münchener Olympia-Bewerbung ab

Die Olympischen Winterspiele 2022 sind für München kein Thema mehr. Eine Mehrheit sprach sich beim Bürgerentscheid gegen eine Bewerbung aus. Die Botschaft: Deutschland will Olympia nicht um jeden Preis.

Für die Bayern ist die Olympia-Bewerbung 2022 vom Tisch. dpa

Für die Bayern ist die Olympia-Bewerbung 2022 vom Tisch.

MünchenDie Strahlkraft Olympias hat nicht gereicht. Ernüchtert reagierten Münchens Oberbürgermeister Christian Ude und DOSB-Generaldirektor Michael Vesper am Sonntagabend auf die Abstimmungspleite für ihr Großprojekt Olympia 2022. Die Bürger haben entschieden. Unter diesen Umständen wollen wir das Ringe-Spektakel nicht.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Münchner Olympia-Macher haben es also nicht geschafft, die gestiegene Bedeutung des Sports in der Gesellschaft durch eine erneute bayerische Kandidatur für die Ausrichtung der Winterspiele 2022 zu manifestieren. Im Gegenteil: Ausgerechnet die vermeintliche Wintersportnation Deutschland muss sich jetzt fragen lassen, wie sie der Öffentlichkeit künftig dieses Selbstverständnis und die gleichzeitig ablehnende Haltung gegenüber der Ausrichterrolle erklären will.

Ausschlaggebend für das unerwartet deutliche Debakel in allen vier Bürgerentscheiden sei die „zunehmende Skepsis in Deutschland gegenüber Großereignissen“, vermuteten Ude und Vesper unisono. „Ich persönlich glaube, dass es unsere letzte Chance war, Winterspiele zu bekommen“, erklärte Thomas Schmid, Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen, unmissverständlich.

Seit Sonntag ist klar: So schnell werden Olympische Spiele nicht nach Deutschland zurückkehren - egal, ob im Winter oder im Sommer. Eine Kandidatur um die Ausrichtung der Sommerspiele 2024 gilt als aussichtslos: Südafrika und die muslimische Welt hoffen auf eine Olympia-Premiere, auch die USA wollen sich mit einer aussichtsreichen Metropole bewerben.

„Das Votum ist kein Zeichen gegen den Sport, aber gegen die Profitgier des IOC. Ich glaube, in ganz Deutschland sind Olympia-Bewerbungen mit dem heutigen Tag vom Tisch“, analysierte Ludwig Hartmann, Grünen-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) muss sich tatsächlich überlegen, warum die Bürger traditioneller Wintersportländer wie der Schweiz oder Deutschland Olympische Spiele in ihrer Region ablehnen.

Kommentare (5)

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bommel36

11.11.2013, 07:55 Uhr

Schade, damit wird Bayern, bzw. München bald nicht mehr mit anderen internationalen Standorten mithalten können. Die Investoren sehen nun, dass die Münchner nicht mehr so weltoffen sind für Sportfestivals dieser Größe. Somit sollten Konsequenzen gezogen werden: Keine zusätzlichen Investitionen mehr und somit ein schleichender Stellenabbau ab 2020. So wirds aussehen. Was ich auch nicht verstehe: Einerseits wurde in Bayern die CSU gewählt (steht für wirtschaftliche Stärke und sozialer Härte und für Konservatismus). Und dann kommt so ein Ergebnis raus. Wo ist der Patriotismus, der beim Fußball vorherrschte? Ich hoffe, dass nicht irgendwann die Touris daraus schließen, dass Sie eigentlich nicht erwünscht sind hier. Denn dies ist eigentlich die Aussage, die ein Nein zu den Spielen bedeutet! Also keine Touris mehr, leere Geschäfte, Arbeitsplatzabbau und steigende Armut. Naja. Die Mehrzahl wollte es so. Armut kommt nur dann zustande, wenn Leute keine Arbeit mehr finden. Ich komme aus dem Osten und weiß, wovon ich spreche. Jetzt wünsche ich mir wirklich mal eine Bewerbung von Thürigen oder Sachsen für Olympische Winterspiele. Da gibts sicher mehr Wintersportfans als hier. Und dasnn kann ich auch wieder dorthin ziehen, weil dort dann bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen herrschen werden.

Toni

11.11.2013, 09:40 Uhr

Bla bla bla. Welche Chance hat München denn mit dieser Ablehnung vertan? Keine! München hat andere und wichtigere Probleme als Olympia 2022. und das haben die Wähler damit unmissverständlich ausgedrückt.

bellami

11.11.2013, 09:40 Uhr

Olympia ist doch nur noch ein Ort wo sich EITLE ALTE Herren wichtig machen. Mit Sport hat das schon lange nichts mehr zu tun.

Nach London wurden aus Deutschland mehr Journalisten von ARD und ZDF entsendet als Sportler! Noch Fragen?

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