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16.01.2007

11:52 Uhr

Wintersport Doping

Fall Mayer wieder Thema im IOC

Die Doping-Razzia beim österreichischen Olympia-Team im Februar 2006 sorgte während der Winterspiele von Turin für Aufsehen. Nun hat das IOC die Ermittlungen im Fall Walter Mayer wieder aufgenommen.

Fast ein Jahr ist seit der Doping-Razzia am 18. Februar 2006 in einem Ausweichquartier der österreichischen Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen von Turin vergangen. Jetzt nimmt das Internationale Olympische Komitee (IOC) seine Ermittlungen im Fall Walter Mayer wieder auf.

Der Fortgang der Affäre könnte auch die Kandidatur Salzburgs für die Spiele 2014 belasten, die am 4. Juli in Guatemala City durch die IOC-Session vergeben werden. Entscheidend wird sein, inwieweit Mitglieder des Nationalen Olympischen Komitees (ÖOK), Funktionäre oder Betreuer der Mannschaft in die Vorfälle verwickelt waren.

IOC-Vize Thomas Bach, Vorsitzender der Disziplinarkommission, bestätigte den Erhalt des Berichtes der italienischen Behörden und kündigte die intensive Prüfung im Vorfeld der IOC-Exekutivtagung vom 7. bis 9. Februar an. Dem Dreier-Ausschuss gehören noch der Ukrainer Sergej Bubka und der Schweizer Denis Oswald an, der die Dokumente als "sehr informativ" bezeichnete.

Bach wollte sich zum Inhalt nicht äußern. Er sei aber froh, dass endlich wieder Bewegung in den Vorgang gekommen sei, sagte der Tauberbischofsheimer. IOC-Präsident Jacques Rogge hatte Anfang Dezember das Turiner Untersuchungsgericht nochmals zur schnellen Weitergabe der Akten aufgefordert.

Flucht Mayers aus Turin als "Höhepunkt" der Affäre

Der seit der "Blutbeutel-Affäre" in Salt Lake City 2002 durch das IOC von Olympischen Spielen ausgeschlossene Ex-Trainer Mayer hatte sich in Turin nach österreichischer Darstellung nur als Privatmann aufgehalten. Im Ausweichquartier hatte die Polizei angeblich Hilfsmittel für verbotene Doping-Methoden entdeckt. Die anschließend entnommenen Proben von zehn Biathleten und Langläufern waren allerdings allesamt negativ.

Mayer hatte Turin fluchtartig wieder verlassen und später Rogge wegen dessen Aussage ("Für mich ist Mayer der Mann, der Doping in Österreich organisiert") wegen Rufschädigung und übler Nachrede verklagt. Das Verfahren vor dem Straflandesgericht Wien soll im März beginnen.

© SID

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