Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.01.2007

19:30 Uhr

Wintersport Weltcup

Schild ist weiter nicht zu stoppen

Gegen Marlies Schild ist zurzeit im Slalom-Weltcup der Damen kein Kraut gewachsen. Die Österreicherin feierte im fünften Rennen ihren vierten Sieg. Zweite wurde die Kroatin Ana Jelusic vor Sarka Zahrobska (Tschechien).

Fünf Starts, vier Siege: Nahezu perfekt fällt bislang die Slalom-Bilanz der Österreicherin Marlies Schild aus. Beim Weltcup in der kroatischen Hauptstadt Zagreb verwies die Überfliegerin die Lokalmatadorin Ana Jelusic und die Tschechin Sarka Zahrobska auf die Ränge zwei und drei. Die Bronzemedaillengewinnerin von Turin lag bei ihrem zwölften Weltcup-Triumph in einer Gesamtzeit von 1:59,40 Minuten klar vor Jelusic (2:01,06) und Zahrobska (2:01,25) und verteidigte damit auch ihre Führung im Gesamtweltcup.

Bergmann-Schmuderer als beste Deutsche auf sieben

Unter den Augen der pausierenden "Skikönigin" Janica Kostelic sicherte sich Schild dank ihres Fabel-Laufes im ersten Durchgang auf dem Bärenberg neben der "Snow-Queen"-Trophäe das Rekordpreisgeld von 60 000 Euro. "Das ist schon richtig frustrierend für alle anderen, was die Marlies in diesem Winter zeigt. Die fährt in einer eigenen Liga", sagte Bergmann-Schmuderer, die als Siebte in einer Gesamtzeit von 2:01,75 Minuten deutlich hinter Schild (1:59,40) lag.

Mit ihrer Leistung, immerhin der vierten Top-10-Platzierung in dieser Saison, war die konstanteste deutsche Stangen-Tänzerin "recht zufrieden, auch wenn mehr drin war". Kathrin Hölzl (Bischofswiesen) holte als 15. zwar ihr bestes Slalom-Ergebnis im Weltcup, und Fanny Chmelar (Partenkirchen) fuhr auf Platz 24 - doch Cheftrainer Mathias Berthold hatte mehr erwartet. "Ich bin nicht mit allen zufrieden", sagte er.

Ratlos reagierten die Riesch-Schwestern auf ihr Ausscheiden im ersten Lauf. Wie Annemarie Gerg (Lenggries), die als Zweite in Val d´Isere für das beste Slalom-Ergebnis des Deutschen Skiverbandes (DSV) gesorgt hatte, scheiterten Maria und Susanne Riesch nahezu an der gleichen Stelle kurz vor der ersten Zwischenzeit. Susanne sprach von einem "blöden Fehler" und davon, dass sie trotz Rang fünf beim Saisonauftakt in Levi "verunsichert" an den Start gehe und so "meine Trainingsleistungen nicht umsetzen kann".

"Ich habe falsch besichtigt", gestand dagegen ihre ältere Schwester Maria: "Ein unverzeihlicher Fehler." Knapp vier Wochen vor den Titelkämpfen in Schweden (3. bis 18. Februar) sorgt sie sich um ihre Form. "Es ist ein einziges Auf und Ab. Mir fehlt Konstanz, und ich habe Mühe, mich von Disziplin zu Disziplin umzustellen. Das war früher nicht so", sagte sie.

Ganz anders Marlies Schild: Schon im ersten Lauf auf der "Roten Piste" deklassierte sie die Konkurrenz mit der achten Bestzeit der Saison. Nach einem weiteren Husarenritt über die vom Regen etwas aufgeweichte, anspruchsvolle Strecke stand sie wie im Vorjahr und zum insgesamt zwölften Mal in ihrer Karriere ganz oben - und sogar Janica Kostelic, die als Vorläuferin gestartet war, applaudierte der Führenden im Gesamtweltcup.

Kostelic kritisiert Slalom-Konkurrenz

"Die einzige, die gut fährt, ist Marlies", sagte Kostelic, die die Piste als Vorläuferin getestet hatte: "Die anderen, es tut mir Leid, das so sagen zu müssen, kann man sich kaum ansehen. Ich weiß nicht, warum die so fahren." Am 29. Dezember hatte Schild als Dritte in Semmering der Schwedin Therese Borssen den Sieg überlassen müssen und bittere Tränen geweint. In Zagreb stand die "Slalom-Königin" wieder auf dem angestammten ersten Rang.

Bereits am Samstag steht der 15. Wettbewerb der Saison an. Im slowenischen Kranjska Gora steht ein Riesenslalom auf dem Programm, am Sonntag wird es an gleicher Stelle einen Slalom geben. Die Rennen sollten ursprünglich in Maribor ausgetragen werden, wurden aber wegen Schneemangels verlegt.

© SID

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×