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30.08.2011

14:35 Uhr

WM in Südkorea

Medaillenregen für deutsche Leichtathleten

Zur Halbzeit lassen es die DLV-Athleten in Südkorea krachen: Gold im Diskus, Silber beim Stabhochsprung, Bronze im Siebenkampf - so kann es weitergehen. Gerade die Siebenkampf-Medaille kam überraschend.

Das Trikot ist gerissen, die Patellasehne nicht: Harting wirft zu Gold. dapd

Das Trikot ist gerissen, die Patellasehne nicht: Harting wirft zu Gold.

DaeguWieder Gold für Gigant Robert Harting, Silber für Stabartistin Martina Strutz und Bronze für Kämpferherz Jennifer Oeser. Die deutschen Leichtathleten haben es kurz vor Halbzeit bei der Weltmeisterschaft in Daegu/Südkorea so richtig krachen lassen. Am vierten Wettkampftag verteidigte der Berliner Diskuswerfer Harting seinen Titel von Berlin 2009. „Ich bin selbst überrascht“, sagte Harting. Die Leverkusenerin Oeser zeigte im Siebenkampf zwei Jahre nach ihrem WM-Silber eine grandiose Aufholjagd und wurde mit 6572 Punkten belohnt. Und Stabhochspringerin Strutz (Hagenower SV) jubelte über Silber und den deutschen Rekord.

Die 29-Jährige verbesserte ihre Bestmarke vom 12. Juli in Karlsruhe um weitere zwei Zentimeter auf 4,80 Meter. Der Titel ging erstmals an die Brasilianerin Fabiana Murer (4,85). Weltrekordlerin, Olympiasiegerin und Titelverteidigerin Jelena Issinbajewa (Russland) stürzte bei ihrem Comeback auf Platz sechs ab. Vize-Europameisterin Silke Spiegelburg aus Leverkusen enttäuschte als Neunte.

Harting war wieder der Brüller: Gleich im ersten Versuch warf der 26-jährige Berliner die Zwei-Kilo-Scheibe auf 68,49 Meter hinaus und schockte die Konkurrenz. Olympiasieger Gerd Kanter (Estland) blieb mit 66,95 Metern deutlich hinter dem alten und neuen Weltmeister. Bronze ging überraschend an den Iraner Ehsan Hadidi mit 65,29.

Obwohl Harting mit einer Patellasehnenentzündung angeschlagen war („Es tat so weh“), weiß der Schützling von Trainer Werner Goldmann gar nicht mehr wie sich Niederlagen anfühlen: Es war sein 16. Sieg in Serie. Und das achte WM-Gold für einen deutschen Diskuswerfer. Seine Disziplinkollegin Nadine Müller aus Haale/Saale hatte zuvor mit Silber das erste Edelmetall für das 71-köpfige deutsche Team geholt. Mit Vollgas rannte Harting auf die Ehrenrunde, nachdem er sich wie schon bei seinem ersten WM-Triumph das Trikot zerrissen hatte.

„Vielen Dank für alle, die mir gestern einen Arschtritt verpasst haben, es waren einige. Das habe ich gebraucht“, sagte Siebenkämpferin Oeser nach ihrer furiosen Aufholjagd. Am Ende ihres verkorksten ersten Tages war die 27-jährige noch in Tränen aufgelöst, meldete sich dann aber mit einem Super-Speerwurf von 51,30 Meter zurück.

In Berlin hatte Oeser trotz eines Sturzes im abschließenden 800-Meter-Lauf noch Silber erobert. Als es in Daegu auf die zwei Stadionrunden ging, lieferte sich die Leverkusenerin einen erbitterten Kampf mit ihren Rivalinnen. In 2:10,39 Minuten rannte sie persönliche Bestzeit, verausgabte sich dabei völlig und wurde mit Bronze belohnt.

Die Olympia-Zweite Tatjana Tschernowa aus Russland löste mit der Weltjahresbestleistung von 6880 Zählern Titelverteidigerin Jessica Ennis (6751) ab, der Britin blieb wenigstens Silber. Lilli Schwarzkopf (LG Rhein-Wied) war mit Rang sechs zufrieden, Julia Mächtig aus Neubrandenburg wurde 17.

Ganz leichtfüßig rannte Kenias 800-Meter-Star David Rudisha zu seinem ersten internationalen Titel. Nach 1:43,91 Minuten kam der „Welt-Leichtathlet“ von 2010 sicher vor Abubaker Kaki (Sudan) und dem Russen Juri Borsakowski ins Ziel.

Von

dpa

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