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01.10.2012

09:24 Uhr

Wunder von Medinah

Kaymer sichert Europa den Ryder Cup

Golfstar Martin Kaymer hat mit dem Team Europa den Ryder Cup gewonnen. Er machte den entscheidenden 14. Punkt gegen die USA. Den 14,5:13,5-Triumph gegen die US-Profis hatte kaum jemand noch für möglich gehalten

Martin Kaymer feiert nach seinem Putt zum Sieg. Reuters

Martin Kaymer feiert nach seinem Putt zum Sieg.

Medinah/IllinoisDeutschlands Golfstar Martin Kaymer hat das Wunder von Medinah perfekt gemacht und mit dem Team Europa erneut den Ryder Cup gewonnen. Mit einem Putt aus knapp zwei Metern Entfernung sorgte der 27-jährige Düsseldorfer am Sonntag für den entscheidenden 14. Punkt beim prestigeträchtigen Kontinentalvergleich gegen Gastgeber USA und somit für die nicht mehr für möglich gehaltene Titelverteidigung und zugleich das größte Comeback in der Historie des Ryder Cups.

Mit einer Deutschland-Fahne lief Kaymer über das 18. Grün und wischte sich einige Freudentränen weg, nachdem der Ryder-Cup-Geschichte geschrieben hatte. „Das ist ein Gefühl, wie ich es noch nie in meinem Leben hatte“, sagte er unmittelbar nach dem Cup-Coup.

Ausgerechnet der 27-Jährige avancierte vor mehr als 40000 frenetischen Fans im Medinah Country Club nordwestlich von Chicago zum Helden. An den ersten beiden Tagen hatte Team-Kapitän Jose Maria Olazabal ihn nur einmal eingesetzt. An der Seite des Engländers Justin Rose hatte Kaymer am Freitag im Fourball klar gegen das US-Duo Matt Kuchar/Dustin Johnson verloren. Am Schlusstag krönte Kaymer jedoch eine grandiose europäische Aufholjagd.

Martin Kaymer (Mitte) mit seinen Teamkameraden, dem Iren Graeme McDowell (l.) und dem Engländer Justin Rose. Reuters

Martin Kaymer (Mitte) mit seinen Teamkameraden, dem Iren Graeme McDowell (l.) und dem Engländer Justin Rose.

Mit einem 6:10-Rückstand waren die Titelverteidiger in die zwölf Einzel gegangen und mussten acht Punkte holen, um die Trophäe mit auf den alten Kontinent zu nehmen, den Amerikanern hingegen hätten 4,5 Zähler zum Sieg genügt. Luke Donald, Paul Lawrie, Rory McIlroy und Ian Poulter gewannen jeweils ihre Duelle und glichen zum 10:10 aus. Nach sechs weiteren Partien stand es 13:13 und alles schaute auf Kaymer, der im vorletzten Match gegen Steve Stricker spielte. „Die letzten zwei, drei Löcher war ich so nervös“, betonte der Rheinländer.

Bereits vor der 18. Bahn war ihm ein halber Zähler sicher. Durch seinen finalen Putt sorgte Kaymer jedoch für einen ganzen Punkt. Somit wurde das letzte Match des Tages zwischen Francesco Molinari (Italien) und Superstar Tiger Woods bedeutungslos. Beide teilten sich das Match und sorgten so für den 14,5:13,5-Endstand für die Europäer. Es folgten Jubelstürme, lautstarke „Ole, Ole“-Gesänge der europäischen Fans und jede Menge Sektduschen. Bislang hatten es nur die Amerikaner 1999 in Brookline geschafft, nach einem 6:10-Rückstand noch mit 14,5:13,5 zu gewinnen.

Von

dpa

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