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02.08.2013

10:11 Uhr

„Zeit zur Selbstreflektion“

Radsport-Branche grenzt Zabel aus

Erik Zabel ist nach seinem Doping-Geständnis nur noch Privatier. Auch das russische Katusha-Team trennte sich vom früheren Telekom-Star. Die NADA strebt indes eine Zusammenarbeit mit Zabel und Jan Ullrich an.

Der frühere Fahrer des Team Telekom, Erik Zabel, äußerte sich 2007 in Bonn während einer Pressekonferenz des T-Mobile-Rennstalls zu den Doping-Praktiken im Vorgänger-Team Telekom. Jetzt hat er selbst gestanden. dpa

Der frühere Fahrer des Team Telekom, Erik Zabel, äußerte sich 2007 in Bonn während einer Pressekonferenz des T-Mobile-Rennstalls zu den Doping-Praktiken im Vorgänger-Team Telekom. Jetzt hat er selbst gestanden.

BerlinFür Erik Zabel ist das „Traumleben Radsport“ endgültig vorbei. Ausgerechnet der russische Radrennstall Katusha, ein Team mit höchst zweifelhaftem Ruf, zog die Konsequenzen aus Zabels Doping-Geständnis und suspendierte den gefallenen Radstar von seinen Aufgaben als Sportdirektor. Es war der letzte einflussreiche Posten, den Zabel noch besaß, nachdem er sich bereits mit den Veranstaltern der Radrennen in Hamburg und Berlin auf ein Ende seiner Tätigkeit als Sportdirektor geeinigt hatte. Auch den Posten im Beirat des Radsport-Weltverbandes UCI gab der 43-Jährige auf.

Nach 21 Jahren Profi-Radsport, 16 davon als Rennfahrer, ist der für seinen Ehrgeiz und Einsatzwillen bekannte Zabel nur noch Privatier. „Zeit zur Selbstreflektion“ brauche er nun, ließ der langjährige Telekom-Star wissen. So befindet sich Zabel nach seiner notgedrungenen Beichte in der „Süddeutschen Zeitung“ urplötzlich in einer ähnlichen Situation wie Jan Ullrich vor sieben Jahren, als der Skandal um Eufemiano Fuentes über ihn hereingebrochen war und er seinen festen Platz in der Branche hatte räumen müssen.

Zabel, früher von Februar bis Oktober auf den Landstraßen der Welt im Dauereinsatz, hat nun Zeit. Zeit, die er womöglich sinnvoll nutzen kann, indem er sein Wissen der Nationalen Anti-Doping-Agentur zur Verfügung stellt. Die NADA interessiert sich jedenfalls für Zabel wie auch für Ullrich und ist an einer Zusammenarbeit mit den Radsport-Größen interessiert. „Wir gehen auf die Sportler zu und suchen den Kontakt. Wir begrüßen natürlich das Geständnis von Herrn Zabel. Wir warten jetzt die Gespräche ab. Wichtig ist für uns, ob wir daraus Sachen für unsere Arbeit rausziehen können“, sagte NADA-Sprecherin Eva Bunthoff und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der „SZ“.

Zabels Haupt-Arbeitgeber Katusha will dagegen mit dem Routinier nichts mehr zu tun haben. „Die Enthüllungen beziehen sich auf Zabels Karriere als aktiver Rennfahrer von 1996 bis 2003 und stehen in keinem Zusammenhang mit dem Team Katusha. Trotzdem hat das Team-Management entschieden, Erik Zabel zu suspendieren. Als Mitglied der Bewegung für einen glaubwürdigen Sport (MPCC) verfolgt Katusha eine strikte Anti-Doping-Politik“, teilte der Rennstall am Dienstag mit. Zabel war bei den Russen insbesondere für die Sprinter zuständig. Sein Vertrag wäre Ende des Jahres ohnehin ausgelaufen.

Dass ausgerechnet die Russen diesen Schritt vollziehen, hat schon etwas Tragikomisches. Zahlreiche Dopingskandale haben dem Team nicht gerade den besten Ruf beschert. Und dass in Wjatscheslaw Jekimow ein langjähriger Edelhelfer von Ober-Betrüger Lance Armstrong beim US-Postal-Team bei Katusha das Sagen hat, trägt nicht gerade zu einem seriösen Image bei.

Von

dpa

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