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04.02.2005

13:24 Uhr

"Zu keinem Zeitpunkt Vorteile gefordert oder angenommen"

Schiri Jansen beteuert seine Unschuld

Der in Betrugsverdacht geratene Essener Bundesliga-Schiedsrichter Jürgen Jansen hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe mit Entschiedenheit zurückgewiesen. Er habe sich nichts vorzuwerfen und habe ein reines Gewissen, sagte Jansen auf einer Pressekonferenz in Passau.

Bundesliga-Schiedsrichter Jürgen Jansen. Foto: dpa

Bundesliga-Schiedsrichter Jürgen Jansen. Foto: dpa

HB PASSAU. Die Spiele pfeife er stets wie ein Sportsmann. In einer von seinem Anwalt Stephan Reiffen verlesenen Erklärung heißt es, jansen habe als Schiedsrichter jedes Spiel "nach bestem Wissen und Gewissen" gemäß den Regularien von FIFA und Deutschem Fußball-Bund (DFB) geleitet.

Jansen steht im Verdacht, die Bundesliga-Begegnung 1. FC Kaiserslautern gegen den SC Freiburg im November 2004 und zwei weitere Begegnungen manipuliert zu haben. Jansen präsentierte Videoausschnitte einzelner Szenen der Spiele, um den Verdacht auszuräumen.

"Zu keinem Zeitpunkt habe ich für meine Dienste als Schiedsrichter Vorteile für mich oder dritte Personen gefordert, versprechen lassen oder angenommen", sagte Jansen. Dies gelte neben dem Spiel Kaiserslautern gegen Freiburg auch für die Begegnung St. Pauli gegen Bayer Leverkusen in der Meisterschaft 2002. Dem damals von ihm gepfiffenen Handelfmeter, der zum 2:2 Ausgleich geführt habe, sei eine entsprechende Regelwidrigkeit vorausgegangen. Ebenso unbegründet seien die Vorwürfe bezüglich der Zweitliga-Begegnung Dynamo Dresden gegen SpVgg Unterhaching im November.

Jansen stellt sich hinter die Kollegen

Zugleich stellte sich Jansen, der nach eigenen Angaben 142 Begegnungen der obersten Spielklasse gepfiffen hat, hinter die Schiedsrichter-Kollegen: "Kein einziger der 22 Bundesliga-Schiedsrichter in Deutschland hat jemals ein Spiel verpfiffen."

Die Vorwürfe gegen Jansen stammen aus den Vernehmungen des zurückgetretenen Schiedsrichters Robert Hoyzer. Dieser hat in Vernehmungen eingeräumt, selbst insgesamt vier Spiele aus der zweiten Liga, der Regionalliga und dem DFB-Pokal manipuliert zu haben.

Jansen sagte, Hoyzer habe in keiner Weise versucht, auf ihn Einfluss zu nehmen. Es seien von seiner Seite zunächst keine juristischen Maßnahmen oder Schadensersatzklagen gegen Hoyzer geplant, fügte Anwalt Reiffen hinzu. Zugleich betonte der Anwalt, seinem Mandaten sei von der Staatsanwaltschaft Berlin eine umgehende Akteneinsicht zugesichert worden.

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