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17.01.2005

20:46 Uhr

Zurückhaltende Reaktionen

US-Open-Gewinnerin Kusnetsowa positiv auf Doping getestet

Die russische US-Open-Gewinnerin Swetlana Kusnetsowa ist bei einem Schauturnier in Belgien gedopt gewesen und hat zum Auftakt der Australian Open in Melbourne für Wirbel gesorgt.

Russische Tennisspielerin Swetlana Kusnetsowa. Foto: dpa

Russische Tennisspielerin Swetlana Kusnetsowa. Foto: dpa

HB BRÜSSEL/MELBOURNE. Der wallonische Sportminister Claude Eerdekens machte die am 19. Dezember des vergangenen Jahres in Charleroi genommene positive Doping-Probe der 19-jährigen Tennisspielerin am Montagabend in Brüssel öffentlich. Die Weltranglisten-Fünfte soll sich mit Ephedrin aufgeputscht haben.

Zuvor hatte die Weltranglisten-Fünfte am anderen Ende der Welt ihr Auftaktspiel beim ersten Grand-Slam-Turnier der Saison in Melbourne gegen die Amerikanerin Jessica Krikland mit 6:1, 6:1 sicher gewonnen. "Ich weiß von nichts. Mit mir hat wegen dieser Sache niemand gesprochen. Ich bin im vergangenen Jahr elf Mal kontrolliert worden. Und ich weiß, dass ich keinerlei verbotene Produkte zu mir nehme", sagte Swetlana Kusnetsowa der belgischen Nachrichtenagentur Belga. Die Veröffentlichung der Identität der Spielerin erfolgte, da die Gesundheitsbehörde bereits am Freitag erklärt hatte, bei einer Spielerin des Turniers von Charleroi sei eine positive Probe genommen worden. Minister Eerdekens sagte, die Regionalbehörde der frankophonen Belgier sei zwar für die Kontrolle zuständig, "doch hat sie keinerlei Sanktionsbefugnis, da dies ausschließlich dem zuständigen Verband obliegt". Ephedrin ist auch in Hustensäften vorhanden.

Kritik am Vorgehen von Eerdekens

Eerdekens wollte deshalb kein Exempel statuieren: "Die Mitteilung über das Resultat der Probe ändert daher auch nichts an der Unschuldsvermutung, die für Kusnetsowa bis zur Entscheidung des Verbandes gilt." An dem Show-Kampf in Belgien hatten neben Swetlana Kusnetsowa auch die Französin Nathalie Dechy außerdem sowie die Russin Jelena Dementjewa und die belgische Olympiasiegerin Justine Henin-Hardenne teilgenommen.

Da es sich nicht um ein WTA-Turnier handelte, gab es dazu am Montag in Melbourne nur eine sehr zurückhaltende Reaktion. Kritik am Vorgehen von Eerdekens äußerte der Präsident des australischen Tennis-Verbandes, Geoff Pollard. "Sie müssen erst eine B-Probe durchführen, dann brauchen sie eine Stellungnahme der Spielerinnen. Namen können erst genannt werden, wenn alle Beweise vorliegen", erklärte er.

Im vorigen Jahr hatte es Wirbel um Greg Rusedski gegeben, der trotz einer positiven Probe bei den Australian Open antreten durfte. Der Brite wurde später frei gesprochen, nachdem sich herausstellte, dass ein von der ATP verteiltes Nahrungsergänzungsmittel verunreinigt war. Die Herren-Profi-Organisation präsentierte am Rande der Australian Open eine britische Spezialfirma. Sie garantiert für saubere Nahrungsergänzungsmittel, um ähnliche Fälle auszuschließen.

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