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18.06.2014

20:09 Uhr

Spätes Siegtor

Niederlande ringen tapfere Socceroos nieder

Das war ein hartes Stück Arbeit: Die favorisierte Elftal tat sich gegen Australien lange Zeit schwer. Kapitän van Persie und der eingewechselte Youngster Depay drehten eine kuriose Partie.

So sieht Erleichterung aus. AFP

So sieht Erleichterung aus.

Porto AlegreMit einem späten Siegtor in einer verrückten Partie hat die Niederlande das Achtelfinale der WM in Brasilien so gut wie erreicht. Memphis Depay rettete der Elftal am Mittwoch in Porto Alegre mit seinem Treffer den 3:2 (1:1)-Sieg gegen die tapfer kämpfenden Australier, die damit kaum noch Chancen auf die nächste Runde haben. Das Sturm-Duo Arjen Robben (20.) und Robin van Persie (58.) traf zuvor für „Oranje“, Tim Cahill (21.) und Mike Jedinak (54./Handelfmeter) erzielten die Treffer für den Außenseiter, der sieg- und punktlos auf Rang vier der Gruppe B steht. Die Niederländer führen mit sechs Punkten die Tabelle an.

Mit der im Auftaktspiel erfolgreichen und besten Elf startete das Team von Trainer Louis van Gaal selbstbewusst in die Partie. Gegen die robusten und zweikampfstarken Australier dauerte es auch nicht lange bis die Elftal und das auf der Tribüne mitfiebernde niederländische Königspaar erstmals Grund zum Jubeln hatte. In seiner unnachahmlichen Art startete Robben zu einem Solo von der Mittellinie, schüttelte Verteidiger Alex Wilkinson ab, sprintete uneinholbar bis in den Strafraum und traf aus zehn Metern mit links in die lange Ecke zur 1:0-Führung des WM-Zweiten von 2010.

Gruppe B: Niederlande

Niederlande: Das Land

Fläche: 41.528 Quadratkilometer, Einwohner: 16,9 Millionen, Hauptstadt: Amsterdam, Staatsoberhaupt: König Willem Alexander

Niederlande: Der Verband

Fußballclubs: 4856, Fußballspieler insgesamt: 1.745.860 Millionen, davon registriert: 1.138.860

Niederlande: Die WM-Bilanz

WM-Teilnahmen: 9 (1934, 1938, 1974, 1978, 1990, 1994, 1998, 2006, 2010), Größte Erfolge: Vize-Weltmeister 1974, 1978, 2010, Europameister 1988

Niederlande: Der Kader

Tor: Jaspar Cillessen - Ajax Amsterdam, Tim Krul - Newcastle United, Michel Vorm - Swansea City

Abwehr: Daley Blind - Ajax Amsterdam, Daryl Janmaat - Feyenoord Rotterdam, Terence Kongolo - Feyenoord Rotterdam, Bruno Martins Indi - Feyenoord Rotterdam, Jöel Veltman - Ajax Amsterdam, Paul Verhaegh - FC Augsburg, Ron Vlaar - Aston Villa, Stefan de Vrij - Feyenoord Rotterdam

Mittelfeld: Jordy Clasie - Feyenoord Rotterdam, Memphis Depay - PSV Eindhoven, Leroy Fer - Norwich City, Wesley Sneijder - Galatasaray Istanbul, Georginio Wijnaldum - PSV Eindhoven, Jonathan de Guzman - Swansea City, Nigel de Jong - AC Mailand

Angriff: Klaas-Jan Huntelaar - FC Schalke 04, Dirk Kuyt - Fenerbahce Istanbul, Jeremain Lens - Dynamo Kiew, Arjen Robben - Bayern München, Robin van Persie - Manchester United

Trainer: Louis van Gaal

Niederlande: Die Bilanz gegen Deutschland

10 Siege - 15 Unentschieden - 15 Niederlagen


Doch wer nun ein weiteres Schützenfest nach der 5:1-Auftaktgala gegen Spanien erwartete, hatte die Rechnung ohne die „Aussies“ gemacht. Trainer Ange Postecoglou war angesichts großer Verletzungsprobleme in der Defensive zu Umstellungen gezwungen. Mittelfeldmann Mark Milligan fiel kurzfristig mit einer Oberschenkelverletzung aus. Für Rechtsverteidiger Ivan Franjic war das Turnier schon nach dem ersten Spiel ebenfalls wegen einer Oberschenkelverletzung beendet. Dafür rückten Ryan McGowan und Matt McKay in die Startformation.

Nach dem schnellen Rückstand in der 20. Minute folgte in der 21. die Antwort: Routinier Cahill erzielte nach einer Flanke von McGowan ein Traumtor aus halblinker Position, von wo aus er den Ball mit Wucht unter die Querlatte donnerte. Der 34-Jährige erzielte damit sein zweites WM-Tor nach dem Anschlusstreffer im ersten Spiel beim 1:3 gegen Chile. Möglicherweise war es aber auch sein letztes, denn der Stürmer von den New York Red Bulls erhielt kurz darauf seine zweite Gelbe Karte im Turnier und fehlt somit im letzten Gruppenspiel wie bei den Niederländern auch van Persie, der ebenfalls die zweite Gelbe Karte sah.

Die besseren Möglichkeiten hatte der Außenseiter: In der 31. Minute schoss Mark Bresciano nach Pass des Frankfurter Zweitligaspielers Matthew Leckie knapp über das Tor, zwei Minuten später scheiterte Matthew Spiranovic aus kurzer Distanz an Keeper Jaspar Cillessen.

Bei kühlen Witterungsbedingungen von nur 14 Grad im äußersten Süden Brasiliens kam der Europameister von 1988 erst spät auf Betriebstemperatur. Zunächst kam noch Pech hinzu, als Daryl Janmaat im Strafraum der Ball an die Hand sprang und Schiedsrichter Djamel Haimoudi sofort auf Elfmeter entschied. Die Chance ließ sich Jedinak in der 54. Minute nicht nehmen und verwandelte sicher zum 2:1 für die „Socceroos“.

Diesmal reagierten die Niederländer schnell. Van Persie schloss einen von Robben eingeleiteten Angriff sicher zum 2:2 ab und erzielte damit seinen dritten Turniertreffer. Danach ging es Schlag auf Schlag. Erst vergab Leckie mit der Brust die Chance zur erneuten Führung, im Gegenzug erzielte Depay mit einem Schuss aus 25 Metern den 3:2-Siegtreffer, benötigte dabei aber auch die Unterstützung von Torhüter Mat Ryan.

Von

dpa

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