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12.08.2012

10:26 Uhr

Spitzensport

Ehemalige Olympiasieger fordern Reformen

Die Veröffentlichung der Zielvorgaben für Olympia-Medaillen hat eine Debatte über die Zukunft des deutschen Spitzensports entfacht. Ehemalige Olympiasieger sprechen sich für grundlegende Reformen aus.

Debatte über den deutschen Spitzensport: Hatten die deutschen Läuferinnen in der 4 x 400 Meter-Staffel zu wenig Siegeswillen, lag es an den Trainingsbedingungen oder unzureichender Finanzierung? dpa

Debatte über den deutschen Spitzensport: Hatten die deutschen Läuferinnen in der 4 x 400 Meter-Staffel zu wenig Siegeswillen, lag es an den Trainingsbedingungen oder unzureichender Finanzierung?

LondonIn der Debatte um den deutschen Spitzensport haben ehemalige Olympiasieger grundlegende Reformen gefordert. Die zweimalige Hochsprung-Goldmedaillengewinnerin Ulrike Nasse-Meyfarth regte ein Nachdenken über zentralistisch organisiertes Training an.

„Ich habe den Eindruck, dass viele Sportler in ihren Heimatvereinen vor sich hinwerkeln. Die Besten sollten sich aber untereinander messen und gegenseitig pushen“, erklärte sie in einem Gastbeitrag für die „Welt am Sonntag“.

Der frühere Top-Schwimmer Roland Matthes nannte die USA als Vorbild. In Deutschland müsse ein ähnliches System geschaffen werden, nämlich „ein zentral gesteuertes, wo die Athleten wissen, dass sie durch die Gesellschaft unterstützt werden“, meinte Matthes.

Eberhard Gienger: „Die internen Vorgaben waren keine Luftschlösser“

Eberhard Gienger

„Die internen Vorgaben waren keine Luftschlösser“

Die unrealistischen Medaillenvorgaben für die deutschen Olympioniken sorgen für heftige Diskussionen. Eberhard Gienger (CDU) hat die Vorgaben mit auf den Weg gebracht und verteidigt sie nun gegen öffentliche Kritik.

Ringer-Olympiasieger Maik Bullmann machte sich für eine bessere finanzielle Ausstattung des Leistungssports stark. „Wenn wir mehr wollen, müssen wir auch mehr investieren“, befand Bullmann. Dagegen monierte die achtmalige Kanu-Olympiasiegerin Birgit Fischer Schwächen in Vorbereitung und Motivation.

„Wer aber nur halbherzig trainiert, kann im Wettkampf nicht plötzlich Weltklasseleistungen abrufen“, erklärte Fischer. Sie hält ein besseres Sichtungssystem für Talente für notwendig.

Erfolgreichste deutsche Olympioniken

Platz 1

Birgit Fischer holte zwischen 1980 und 2004 im Kanu acht Gold- und vier Silbermedaillen, bis 1992 für die DDR, seither für die wiedervereinigte Bundesrepublik.

Platz 2

Reiter Reiner Klimke sammelte von 1964 - 1988 sechs Gold- und zwei Bronzemedaillen.

Platz 3

Schwimmerin Kristin Otto holte 1988 in Seoul unfassbare sechs Goldmedaillen für die DDR.

Platz 4

Dressurreiterin Isabell Werth gelangen von 1992 bis 2008 bisher fünf Gold- und drei Silbermedaillen.

Platz 5

Reiter Hans Günter Winkler gewann zwischen1956 und 1976 fünf Mal Gold und je ein Mal Silber und Bronze.

Die ehemalige Fechterin Anja Fichtel vermisste bei vielen deutschen Olympia-Startern „die gnadenlose Gier nach einer Medaille“. Aus ihrer Sicht hat die Sportnation Deutschland in den vergangenen Jahren Rückschritte gemacht. „Unser System muss von der Basis her reformiert werden. Viel Geld allein reicht da nicht aus.“

Von

dpa

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