Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.07.2012

18:31 Uhr

Sponsoren-Diskussion

Olympia-Chef Coe tritt in Fettnapf

Coca-Cola ist einer der Hauptsponsoren der Spiele in London. Gefragt, ob man auch mit Pepsi-Shirt in die Stadien komme, antwortete Olympia-Chef Coe mit Nein. Das IOC rudert rasch zurück. Jeder kann tragen, was er will.

Sebastian Coe ist Organisationschef der Spiele in London 2012. dpa

Sebastian Coe ist Organisationschef der Spiele in London 2012.

LondonOlympia-Organisationschef Sebastian Coe ist eine Woche vor Beginn der Spiele von London im Zusammenhang mit dem olympischen Reizthema Sponsoring in einen Fettnapf getreten. In einem Interview mit der BBC sagte Coe auf die Frage des Reporters, ob er mit einem Pepsi-Cola-T-Shirt ins Stadion gelassen werde: „Wahrscheinlich wirst Du mit einem Pepsi-Cola-T-Shirt nicht hineingehen (können), weil Coca-Cola einer unserer Sponsoren ist.“ Die Rechte der Sponsoren müssten geschützt werden, weil ihre Gelder einen Großteil des laufenden Olympia-Etats bestritten.

Olympia in London: Wie grün die Spiele wirklich sind

Olympia in London

Wie grün die Spiele wirklich sind

Die Olympischen Sommerspiele in London kokettieren mit dem Beinamen „grüne Spiele“. Das ganze Konzept ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt, an guten Ideen mangelt es nicht. In der Praxis jedoch hapert es vielerorts.

Die Darstellung Coes ist nicht im Einklang mit der offiziellen Linie des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Das Organisationskomitee LOCOG sah sich am Freitag gezwungen, sich von den Aussagen seines Präsidenten zu distanzieren. „Selbstverständlich“ seien die Olympia-Zuschauer völlig frei in der Entscheidung, was sie anziehen. Lediglich wenn größere Gruppen von Besuchern in einem als Werbung zu interpretierenden Outfit eines Nicht-Sponsors aufträten, werde eingegriffen.

Weiternutzung der Sportanlagen: Das schwierige Olympia-Erbe

Weiternutzung der Sportanlagen

Das schwierige Olympia-Erbe

Unter der Prämisse „Nachhaltigkeit“ sollen, anders als bei vorigen Spielen, die in London neu gebauten Anlagen weiter rege genutzt werden. Ausgerechnet beim Prunkstück, dem Olympia-Stadion, ist das mehr als schwierig.

Nach dem Lapsus Coes überschlugen sich im Internet die mehr oder weniger ernst gemeinten Befürchtungen von Olympia-Fans. Die BBC zitierte aufkommende Fragen, ob die Polizisten ihre Kartoffelchips in eine neutrale Tüte umfüllen müssten, wenn sie ihre Frühstückspause machen. Dies sei „kompletter Unsinn“, hieß es vom LOCOG.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×