Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.07.2012

15:38 Uhr

Streit um Live-Bilder

Uefa sendet erneut Archivmaterial

Erst der Balljunge, nun trauernde Fans: Die Uefa hat zugegeben, erneut Live-Bilder mit Archivmetarial verschnitten zu haben. Fans und Sendeanstalten sind irritiert, letztere aber zumindest von der Erklärung überzeugt.

Sie weinte wirklich nach dem Finale - auf TV-Bildern waren dagegen Tränen zu sehen, die nie wegen der italienischen Tore gefallen sind. Reuters

Sie weinte wirklich nach dem Finale - auf TV-Bildern waren dagegen Tränen zu sehen, die nie wegen der italienischen Tore gefallen sind.

Kiew/BerlinDie Europäische Fußball-Union (UEFA) sieht sich bei dieser EM zum wiederholten Male mit Vorwürfen der Manipulation von TV-Aufnahmen konfrontiert. Beim 1:2 der deutschen Mannschaft im Halbfinale gegen Italien waren Bilder eines weiblichen Fans gezeigt worden, der angeblich über den Rückstand trauert. Die übertragende ARD bestätigte in einem Bericht der „Süddeutsche Zeitung“ (Samstag), dass die Aufnahmen aus dem deutschen Fanblock schon zuvor aufgezeichnet worden waren.

„Wir sind erstaunt und irritiert. Diese Bilder sind für uns so nicht akzeptabel“, sagte ARD-Teamchef Jörg Schönenborn. „Wir werden jetzt erneut das Gespräch suchen.“

In der Szene ist eine schwarz-rot-gold geschminkte Frau zu sehen, über deren Wange eine Träne kullert. Gezeigt wurden die Bilder unmittelbar nach dem zweiten Treffer von Mario Balotelli in der 36. Minute. Tatsächlich wurden sie jedoch bereits vor dem Spiel am Donnerstag gefilmt.

Die UEFA räumte eine erneute Panne bei der Übertragung von TV-Bildern ein - wies den Vorwurf der Manipulation aber energisch zurück. „Die UEFA hat keinerlei Absicht, eine wie auch immer geartete Kontrolle über die den Sendeanstalten zur Verfügung gestellten Bilder auszuüben“, teilte der Dachverband mit.

Die UEFA bestätigte, dass die Bilder während der Hymne aufgenommen und verwendet worden seien, „um die Emotionen und die Anspannung der deutschen Fans bei diesem Spiel zu zeigen“. Die Produktionsleitung der Europäischen Fußball-Union sei mit der Entscheidung des TV-Produktionsteams im Stadion, „diese Bilder gleich im Anschluss an das Tor zu zeigen, nicht einverstanden“.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×