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19.02.2014

14:28 Uhr

Team-Sprint

Langläufer scheitern mit Protest

Dumm gelaufen oder nicht: Hannes Dotzler und Tim Tscharnke haben die Medaille im Langlauf-Sprint knapp wegen eines Sturzes verpasst – und sehen sich von Team Finnland behindert. Der erste Protest blieb erfolglos.

Entsetzen und Enttäuschung: Das deutsche Team legt Protest gegen den Lauf ein. Reuters

Entsetzen und Enttäuschung: Das deutsche Team legt Protest gegen den Lauf ein.

Krasnaja PoljanaUnglaubliches Sturzpech hat Hannes Dotzler und Tim Tscharnke eine sicher scheinende Medaille im olympischen Team-Sprint der Langläufer gekostet. Nach einem Sturz von Tscharnke kurz vor dem Ziel musste sich das deutsche Duo beim Olympiasieg der Finnen Ilvo Niskanen und Sami Jauhojärvi in Krasnaja Poljana mit dem siebten Platz begnügen. Das deutsche Team legte direkt nach dem Rennen, in dem Russland vor Schweden Silber gewann, einen Protest gegen die Finnen wegen einer Behinderung von Schlussläufer Tscharnke ein.

Die Jury hat den Protest der deutschen Mannschaft allerdings abgewiesen. Damit bleibt es bei Platz sieben für Hannes Dotzler und Tim Tscharnke. Die Jury konnte nach Studium des Videomaterials keinen Regelverstoß des finnischen Schlussläufers Sami Jauhojärvi feststellen. Erwogen wird nun im deutschen Lager der Gang vor das Schiedsgericht des Ski-Weltverbandes FIS. Dafür hat die Mannschaft 48 Stunden Zeit.

Klar auf Medaillenkurs liegend fühlte sich der Deutsche vor der Zielgerade von dem Finnen Jauhojärvi behindert. „Ich war in der Spur für den Zieleinlauf, er kam aus den Spuren für den Durchlauf. Ich konnte daher nicht ausweichen“, schilderte der 24-Jährige aus Biberau die Szene. Die Jury wollte sich umgehend mit dem deutschen Einspruch beschäftigen.

Zuvor waren auch Stefanie Böhler und Denise Herrmann als Vierte im Damen-Finale knapp an Edelmetall vorbeigelaufen. Ganze 1,15 Sekunden fehlten zu Bronze. Im Zielsprint musste Herrmann die Schwedin Stina Nilsson passieren lassen. „Das ist natürlich hart für sie. Deswegen braucht sie uns jetzt. Dafür sind wir ein Team. Wir haben den vierten Platz gewonnen und nicht Bronze verloren“, sagte Böhler im ZDF.

Nach dem schwachen Halbfinale hatte Hermann noch den Ski gewechselt, doch „auf der Zielgeraden habe ich gestanden“, räumte sie später ein. „Ich ärgere mich umso mehr, wenn man sich von einer Jungen schlagen lassen muss, die man sonst locker im Griff hat“, bekannte die 25 Jahre alte Oberwiesenthalerin.

Gold holten Ingvild Oestberg und Marit Björgen, die die erste Medaille im Team-Sprint überhaupt für Norwegen errangen, vor dem finnischen Team mit Ainu-Kaisa Saarinen und Kerttu Niskanen. Mit dem Sieg im Duett errang Ski-Königin Björgen ihr insgesamt fünftes Gold bei Olympischen Winterspielen.

Von

dpa

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