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02.08.2012

23:36 Uhr

Teamsprint Bahnradfahren

Irres Gold-Verwirrspiel um Deutschland

Erst ausgeschieden, dann Silber, dann Gold: Für das deutsche Radsprint-Duo Miriam Welte und Kristina Vogel war der Olympische Bahn-Wettkampf eine emotionale Achterbahnfahrt. Gleich zwei Gegner wurden disqualifiziert.

Eine Triumphfahrt, die erst im Nachhinein dazu wurde. dpa

Eine Triumphfahrt, die erst im Nachhinein dazu wurde.

LondonUngläubig griffen sich Miriam Welte und Kristina Vogel an den Kopf und konnten ihr verspätetes Gold-Glück kaum fassen. Die beiden Teamsprinterinnen hatten schon freudestrahlend erste Interviews zum zweiten Platz gegeben, als sie plötzlich im olympischen Rad-Oval als Olympiasiegerinnen dastanden. Völlig überrascht schauten sich beide an: Gold - Wirklich? „Das muss ich erst einmal sacken lassen“, meinte Miriam Welte und auch Kristina Vogel wusste nicht, wie ihr geschah: „Soviel Glück auf unserer Seite - komisch.“

Weil die im Finale schnelleren Chinesinnen wegen eines Wechselfehlers zurückgestuft wurden und sich mit Silber begnügen mussten, feierten die Weltmeisterinnen den größten Triumph ihrer Karriere. „Olympiasieger - ein Traum ist wahrgeworden“, freute sich Vogel an einem völlig verrückten Donnerstagabend in London.

„So will man eigentlich nicht gewinnen, aber die Regeln sind nun mal für alle da“, sagte die Thüringerin, bevor sie mit ihrer Teamgefährtin in eine lange Partynacht startete. „So viel Glück hat man selten im Leben. Ein Podiumsplatz war verdient. Dass es Gold wurde, ist für die anderen schade, für uns gut“, sagte Bundestrainer Detlef Uibel.

Anschließend rasten René Enders (Erfurt), Robert Förstemann (Gera) und Maximilian Levy (Cottbus) zu Bronze. Gold ging unter dem Jubel von 6000 Zuschauern an Gastgeber Großbritannien mit dem Idol Sir Chris Hoy, der sich mit seiner fünften Goldmedaille zum erfolgreichsten Radsportler der Olympia-Geschichte aufschwang.

Welte hatte nach dem Gold-Coup Mühe, ihr Glück zu begreifen. „Das ist natürlich komisch, durch zwei Wechselfehler Olympiasieger zu werden. Der Frauen-Teamsprint ist das erste Mal olympisch, und deswegen haben wir jetzt Geschichte geschrieben. An unsere Namen wird man sich erinnern“, jubelte sie.

Schon vor dem Finale hatte das deutsche Frauen-Paar aus Kaiserslautern und Erfurt vom Pech der Konkurrenz profitiert. Großbritannien war wie später China schneller unterwegs, wurde aber ebenfalls wegen eines Wechselfehlers bestraft.

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