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01.07.2012

14:22 Uhr

Trainer Blanc tritt zurück

Nächster Neustart für Équipe Tricolore

Der französische Fußballverband steht nach dem EM-Aus erneut vor der Trainersuche. Nach nur zwei Jahren im Amt ist Laurent Blanc zurückgetreten. Schuld ist wohl nicht die sportliche Leistung, sondern der Verband.

Nimmt seinen Hut: Frankreichs Nationaltrainer Laurent Blanc. dpa

Nimmt seinen Hut: Frankreichs Nationaltrainer Laurent Blanc.

Kiew/Paris„Le Président“ dankt ab, nun soll der Kapitän regieren. Nur zwei Jahre nach dem WM-Chaos von Südafrika muss Frankreichs Fußball durch den Rücktritt von Trainer Laurent Blanc schon wieder einen harten Neustart stemmen. Enttäuscht von mangelnder Unterstützung des Verbands FFF lehnte der 46-Jährige am Wochenende nach dem EM-Viertelfinalaus ein Angebot zur Verlängerung seines auslaufenden Vertrags ab.

„In unseren Gesprächen ist es uns nicht gelungen, eine gemeinsame Basis für die Leitung des französischen Nationalteams zu finden“, schrieb Blanc 48 Stunden nach erfolglosen Verhandlungen mit FFF-Präsident Noël Le Graët in einer Stellungnahme. „Er schließt das Kapitel der vergangenen zwei Jahre mit einem bitteren Geschmack“, analysierte die Zeitung „Le Dauphiné Libéré“.

Nicht nur UEFA-Präsident Michel Platini würde das Schicksal der Équipe Tricolore nun am liebsten bei der Weltmeistergeneration von 1998 belassen. Der frühere Spielführer und Blancs Ex-Teamkollege Didier Deschamps ist Favorit für die Nachfolge. „Wenn Blanc geht, wäre Deschamps sicher ein guter Kandidat, wie andere auch. Er kennt den Laden ganz gut“, erklärte Platini.

Als „wirklich schade“ wertete Frankreichs Legende den Abgang Blancs, „die Mannschaft hat sich unter ihm weiterentwickelt.“ Im Anschluss an das Vorrundenaus bei der WM 2010 hatte Blanc das Amt von Raymond Domenech übernommen, sein Team blieb zeitweise in 23 Spielen nacheinander ungeschlagen.

Auch beim EM-Turnier in Polen und der Ukraine erfüllten die Spieler durch den Einzug in das Viertelfinale gegen Spanien zwar die sportlichen Verbandsziele. Mit Eskapaden wie der Journalisten-Beleidigung von Samir Nasri beschädigten sie aber auch das gerade erst aufgebaute positive Image bei den Fans. In einer Umfrage des „Journal du Dimanche“ bekannte nur noch ein Fünftel der Befragten, dass es die Équipe sympathisch finde, vor der Euro waren es noch 56 Prozent. Er wolle seinen Spielern für ihr Engagement danken, schrieb Blanc, „auch wenn nicht immer alles perfekt war“.

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