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07.07.2011

06:24 Uhr

TV-Kritik „Hart aber Fair“

Frauenfußball ist besser als C-Jugend

VonAlexander Möthe

Müssen wir jetzt alle Frauenfußball gut finden? Ist es ein erzwungenes Sommermärchen? In Frank Plasbergs wöchentlicher Talk-Runde „Hart aber fair“ ging es diesmal um den Frauenfußball. An Klischees mangelte es nicht.

Moderator Frank Plasberg und sein Gast Uli Stein, ehemaliger Nationaltorwart und heute Torwartrainer Aserbaidschans. Quelle: Screenshot ARD

Moderator Frank Plasberg und sein Gast Uli Stein, ehemaliger Nationaltorwart und heute Torwartrainer Aserbaidschans.

DüsseldorfMit den Worten „tolle Spiele gibt es auch in der C-Jugend“ führt der Moderator gleich zu Beginn seinen „Hardliner“ an. Plasbergs Sendung ist nicht als Hort der Glückseligkeit bekannt, Diskussionen tänzeln, geschickt geleitet, gerne einmal auf der Grenze der Eskalation herum. Und dann geht es um ein Thema, was als ideologische Weiterführung des zentralen inneren Kampfes der westlichen Welt seit den 1960er-Jahren gesehen werden kann.

Gemeint ist die Emanzipation. Und es geht um die vielleicht unlogischste, aber emotional von wenig zu übertreffende Bindung, die Menschen einzugehen imstande sind – Fan sein. Auf beiden Seiten lasten schon vor Beginn soziologische und kulturhistorische Bleigewichte auf der Debatte. Und dann solch ein Einstieg: Das kann ja heiter werden!

Der so bezeichnete Hardliner entpuppt sich als Autor, Spiegel-Kolumnist und Marathonläufer Hajo Schumacher, vielleicht besser bekannt unter seinem Synonym Achim Achilles. Ihm zur Seite stehen Uli Stein, Ex-Nationaltorhüter und derzeit Torwarttrainer in Aserbaidschan, sowie Joachim Llambi, ehemaliger Profitänzer, Börsenmakler, Familienvater und TV-Juror. So zumindest der Plan.

Die Gegenseite bildet die Achse aus Bärbel Wohlleben, lebende Fußball-Legende und erste weibliche Schützin eines „Tor des Monats“, sowie die Geschwister Sabine und Rolf Töpperwien – sie Leiterin der WDR-2-Sportredaktion, er immerhin einstmals einer von Deutschlands populärsten Fußball-Kommentatoren.

Wie sich diese durchaus illustre Runde zusammengefunden hat, wird weder zu Beginn noch im Verlauf der Sendung aufgeklärt. Wohlleben und die Töpperwiens sind einleuchtende, gute Besetzungen. Was die andere Seite als Experten für Frauenfußball auszeichnet, ist zumindest bei Llambi und Schumacher zu keinem Zeitpunkt auszumachen. Viel schlimmer: Sie alle verweigern sich dem Auftrag, in dieser Runde die Bösen zu geben.

Frauen kicken anders

Video: Frauen kicken anders

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Kommentare (5)

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mono

07.07.2011, 08:05 Uhr

Das Diktat des politisch Korrekten führt die Medien geradewegs in die Impotenz. Jeglicher Unterhaltungswert geht unter dieser Gewaltherrschaft verloren.

Die Unterschiede der Geschlechter machen den Spass, nicht die Gleichheit. Es ist einfach absurd einer Spielerin nach einem Sieg im Interview zuzuhören, die eins zu eins die gleichen Sprüche bringt wie ein Mann. "Man feiert jetzt und hat das Recht auf ein paar Bierchen."

Es gibt wirklich mehr Idioten als Menschen auf diesem Planeten. In diesem Punkt
hat die Emanzipation offensichtlich funktioniert.

Account gelöscht!

07.07.2011, 10:43 Uhr

Diese zwanghafte, schon abstruse Gendering ist in Deutschland besonders ausgeprägt und zeigt deutliche Parallelen zur Selbstgeislung der Deutschen im Umgang mit ihrer Geschichte.

ILoveSoccer

07.07.2011, 12:00 Uhr

Diese Diskussion ist so sinnlos wie die Diskussion mit der Frauenquote in der Wirtschaft insbesonder in den Vorstandsetagen. Fussball ist für den Breitensport die heilige Kuh in Dtl. und alle wollen und dürfen auch mitreden weil jeder der will es überall speilen kann und auch darf. Warum diee ganze Diskussion um Sinn oder Unsinn von Fussball gespielt von Frauen den vor und nach einer WM i Dtl. eben nicht so viele Zuschauer in den Stadien bzw. am fernseher verfolgen wollen oder auch nicht können. Im Endeffekt ist es ein Sport für den man sich entscheidet ihn zu schauen, egal ob von Frauen oder Männern betrieben. in der Leichtathletik gibt es diese diskussion schon seit Jahren nicht mehr. warum fragen sie sich jetzt, ganz einfach, weil Frauen und Männer zumindest parallel bei einem Leichtathletiksportfest auftreten. Zwar nicht in einer gemischten mannschaft, aber immerhin zusammen am seleben Tag. Dies sollte man in den höheren Ligen auch für den Fussball einführen, damit wäre zumindest gewährleistet das im Sog des Männerfissballs auch die Mädels mehr gesehen werden und dann entscheidet das Können und die Art des Spiels ob man(n) oder frau es am nächsten samstag im Stadion bzw. im Fernsehen wieder sehen wollen. Mann darf ja auch nicht die grosse Zielgruppe von Frauen missachten, die durch Werbung beim Frauenfussball auch angesprochen werden können. Es dauert eben alles seine Zeit, egal ob Frauenfussball oder Frauen in der Wirtschaft, aber macht es bitte nicht kaputt durch irgendwelche Talkrunden, etc. die eh keinen Interessieren weil dabei nichts rauskommt. besonders wenn so "wichtige" Teilnhemer dabei sind wie in der im Artikel gennanten Talkshow. Die Zeit wird es richten und wenn es eben nicht dazu kommt, dann ist es eben so. Dtl. wird daran nicht zugrunde gehen und die Frauen werden trotzdem sich weiter emanzipieren auch ohne Fussball, der doch schönsten Nebensache der Welt (zumindest für viele Männer), mehr ist es eben nicht.....;-)

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