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11.07.2014

10:50 Uhr

TV-Kritik Maybrit Illner

Wenn das „Schland“-Fieber peinlich wird

VonMarcel Reich

Der Konflikt in Nahost explodiert, die Bundesregierung verweist einen US-Geheimdienstler des Landes. Viel Gesprächsstoff für eine Talkshow, doch auch für Maybrit Illner gab es gestern kein wichtigeres Thema als Fußball.

Thema Fußball bei Maybrit Illner: Ihre Fragen waren oft leicht daneben, die Antworten waren dann dementsprechend.

Thema Fußball bei Maybrit Illner: Ihre Fragen waren oft leicht daneben, die Antworten waren dann dementsprechend.

DüsseldorfIm allgemeinen „Schland-Fieber“ gibt es selbst für das ZDF derzeit anscheinend kein wichtigeres Thema als die Fußball-WM. Anstatt also mit Nahost-Experten nach einer friedlichen Lösung für den sich anbahnenden Krieg zu suchen, fragten sich Fußballlehrer und Trainingsmasochist Felix Magath, Toni Schumacher (zweifacher Vize-Weltmeister), Nia Künzer (Weltmeisterin 2003), der Journalist Hajo Schumacher und Thomas Berthold (Weltmeister 1990), ob die DFB-Elf am Sonntag jetzt wirklich das Zeug zum ganz großen Wurf hat. Thema: „Alles oder nichts – Wird Deutschland jetzt Weltmeister?“

Zu Beginn ergötzte sich die Runde noch einmal am 7:1 der deutschen Mannschaft gegen Brasilien. Der WM-Gastgeber geriet dabei verbal ordentlich unter dir Räder, Hajo Schumacher empfahl direkt einmal, doch mal „mehr zu trainieren und sich nicht auf Voodoo zu verlassen“.

Hajo Schumachers Qualifikation für solche Stammtisch-Aussagen war laut Einblendung übrigens, dass er „Fußballfan seit Kindesbeinen“ ist. Ob nun das Quotendiktat Maybrit Illner zur Auswahl des Themas ihrer Sendung gezwungen hat, ist nicht überliefert.

Historischer Sieg: Statistiken zum Halbfinale

Rasantes 5:0

Noch nie ist ein Team bei einer Fußball-Weltmeisterschaft in weniger als einer halben Stunde mit 5:0 in Führung gegangen. Nach 29 Minuten hatte die DFB-Elf am Dienstag diesen Rekord im Sack.

Zum Jubiläum müllert es wieder

Mit seinem Treffer zum 1:0 hat Thomas Müller das 2000. Tor in der Geschichte der Nationalmannschaft erzielt. Das erste Tor erzielte Fritz Becker im April 1908.

Rekord-Klose sticht Ronaldo aus

Miroslav Klose ist der einzige Fußballer in der WM-Geschichte, der in seiner Karriere 16 Turniertore erzielt hat. Ausgerechnet gegen Brasilien überholt er damit den bisherigen Rekordhalter Ronaldo.

Brasiliens höchste Niederlage

Das letzte – und bisher einzige – Mal, dass Brasilien ein Spiel mit einem Torunterschied von Sechs verloren hat, war 1920: Brasilien verlor gegen Uruguay in einem Copa-América-Spiel mit 0:6.

Ende des Heimvorteils

Vor dem WM-Halbfinale war Brasilien in heimischen Pflichtspielen über 38 Jahre lang ungeschlagen. Die letzte Niederlage daheim war 1975 ein 1:3 während des Copa América gegen Peru.

Kroosartiges Spiel

Toni Kroos hat im WM-Halbfinale drei Torschüsse abgegeben, zwei Tore erzielt, eine Passgenauigkeit von 93 Prozent erreicht, eine Torvorlage gegeben und zwei Chancen eingeleitet.

Deutschland dominiert die WM-Statistik

Kein anderes Land hat mehr WM-Spiele absolviert (105), mehr WM-Tore geschossen (223) und mehr Endspiele erreicht (8) als die deutsche Nationalmannschaft.

Noch nicht einmal sieben Tore

Es gibt 28 Teams in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft, die es in allen ihren Spielen nicht geschafft haben, insgesamt sieben Tore zu erzielen. Deutschland hat sieben Tore in 79 Minuten geschossen. Im WM-Halbfinale gegen Brasilien.

Miesester Gastgeber

Noch nie hat ein WM-Gastgeber ein Spiel deutlicher verloren als Brasilien im WM-Halbfinale gegen Deutschland.

Höchster Halbfinalsieg

Bisher war das 6:1 Deutschlands gegen Österreich bei der WM 1954 der höchste Halbfinal-Sieg in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft. Das 7:1 gegen Brasilien ist damit ein neuer Rekord.

Quellen

Twitter: @InfostradaLive, @Impire_AG, firstsport.com

Jedoch erschien sie ein ums andere Mal nicht so recht im Thema, ihre Fragen waren oft leicht daneben, die Antworten waren dann dementsprechend. Eine Kostprobe: Illner: „Es ist immer schöner, Erster zu werden als Zweiter oder Dritter, oder, Felix Magath?“ Antwort des „Quälix“: „Ja.“

Nachdem Toni Schumacher sich dann noch seinen Fehler aus dem WM-Finale '86 gegen Argentinien ansehen musste, beerdigte Felix Magath mal eben die Fußball-Karriere des viermaligen Weltfußballers Lionel Messi: „Der läuft nicht mehr richtig. Der ist nicht mehr der Spieler, der er mal war.“

Danach geriet selbst Magath in den „Schland“-Modus und prophezeite einen klaren Sieg im Endspiel gegen Argentinien. Für den Trainer, aktuell beim FC Fulham in Englands zweiter Liga beschäftigt, ist das Ergebnis so vorhersehbar, dass er das Spiel eigentlich gar nicht mehr gucken muss.

Kommentare (1)

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Herr Thomas Ungläubig

11.07.2014, 13:32 Uhr

Der »Kaiser« und der »Loddar« waren gerade nicht verfügbar? Genau so wenig wie einer wie Breitner Paule im Kreise unserer Auserwählten. Alles so schön glatt hier ;–))

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