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13.06.2014

10:09 Uhr

Unsere Reporter in Brasilien

Samba, Neymar und kühles Bier

VonStefan Kaufmann, Alexander Busch

Ein Land atmet auf: Die Selecao hat einen 3:1-Sieg gegen Kroatien eingefahren. Jetzt dürfen die Brasilianer feiern – im Kleinen mit Familie und Freunden oder im Großen beim Public Viewing. Ein Spiel, zwei Partys.

Gefeiert wird anschließend mit Samba, Live-Musik und einigen Trommel-Tanz-Gruppen. Eine Tänzerin will sich unbedingt mit WM-Reporter Stefan Kaufmann fotografieren lassen – oder war es umgekehrt? Stefan Kaufmann

Gefeiert wird anschließend mit Samba, Live-Musik und einigen Trommel-Tanz-Gruppen. Eine Tänzerin will sich unbedingt mit WM-Reporter Stefan Kaufmann fotografieren lassen – oder war es umgekehrt?

Salvador/Bahia Ihr Friseur ist schon nervös, eine Kundin noch, dann kann er endlich seinen Laden dicht machen. In zwei Stunden spielt Brasilien. Doch Barbara hat die Ruhe weg. Die Brasilianerin lässt sich noch die Haare glätten, bevor es zum großen Public Viewing am Leuchtturm in Barra geht, einem Wahrzeichen ihrer Heimatstadt Salvador/Bahia.

Sie ist mit Klaus, einem Freund aus München, und Fatima, die bei ihr im Haus wohnt, verabredet. Auch Klaus wird langsam nervös. Auf den Bildschirmen in den Kneipen sind schon die Vorberichte zu sehen. Gerade laufen Live-Aufnahmen aus einem Helikopter. Der verfolgt den Mannschaftsbus der Brasilianer, der auf einer voll gesperrten fünfspurigen Straße mit Tempo Richtung Stadion fährt. „Und das in Sao Paulo, wo es doch sonst nur Staus gibt“, sagt Fatima nur.

Die Partymeile am Meer ist fest in WM-Touristenhand. Hier liegt der Stadtstrand von Salvador/Bahia. Spanier, Holländer, die ersten Deutschen und immer wieder Neymar. Links, rechts, vorne, hinten – überall gelb-grüne Trikots. Und auf den meisten prangt der Name des brasilianischen Stürmerstars.

Vor dem Anpfiff noch eine Erfrischung? Drei Bier, fünf Real – was in etwa 1,80 Euro entspricht. Im Akkord fischen die Händler die kleinen Dosen aus ihren eisgekühlten Getränkekisten. In den Kneipen an der Promenade sehen Barbara, Fatima und Klaus wie die Spieler ihre Aufwärmübungen beenden. Noch bleiben also ein paar Minuten.

„Zur Nationalhymne sind wir vor der Leinwand“, sagt Barbara. Die Kontrolleure nehmen es jetzt auch nicht mehr so genau – winken einen nach dem anderen durch. Noch ist auch Platz auf der Wiese vor der Leinwand. Zwar nicht viel, aber ein Gedränge und Geschiebe wie 2006 in den deutschen WM-Städten gibt es hier nicht.

2:1 für Brasilien – so lautet Barbaras Tipp. Das Spiel ist angepfiffen, die Weltmeisterschaft eröffnet. „Aber nur, weil die sich heute noch nicht so richtig anstrengen – es will sich ja keiner verletzen.“ Dass ihr Tipp knapp zwei Stunden später kurz vor dem Schlusspfiff mit dem Treffer zum 3:1 noch kippt? „Hauptsache gewonnen“, sagt sie nur und fällt ihren Begleitern um den Hals.

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