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14.02.2014

18:31 Uhr

USA gegen Russland

Kommt Putin zum Duell der Giganten?

Das Highlight der Eishockey-Vorrunde naht. Wladimir Putin deutet sogar seinen Besuch zur prestigeträchtigen Partie an. Um das Aufeinandertreffen ranken sich schon seit Monaten Verschwörungstheorien.

Auf ein Wein mit den USA: Wladimir Putin beim Empfang durch die amerikanische Delegation. Reuters

Auf ein Wein mit den USA: Wladimir Putin beim Empfang durch die amerikanische Delegation.

SotschiBlamiert, gedemütigt, vorgeführt: Für Russlands Eishockey-Giganten wird der olympische Vorrundenkracher gegen die USA zur Staatsaffäre. Selbst Präsident und Edelfan Wladimir Putin wird womöglich zuschauen, wenn die Puckmillionäre um Alexander Owetschkin gleich zwei historische Pleiten gegen den einstigen politischen Erzfeind ausmerzen wollen: das Debakel beim „Miracle on Ice“ gegen die US-Amateure 1980 und die peinliche 3:8-Packung vor einem Jahr bei der WM in Helsinki. Der Kremlchef höchstpersönlich deutete seinen Besuch beim ersten Eishockey-Spektakel dieser Winterspiele am Schwarzen Meer an.

„Vielleicht komme ich“, sagte er laut Agentur Itar-Tass am Freitagabend, als er das amerikanische Haus in Sotschi besuchte. Bei einem Gläschen Rotwein meinte er: „Ich versichere euch, bei uns gibt es viele Fans, die die amerikanischen Spieler kennen und mögen.“ Putin gab sich locker und entspannt - anders als zuvor noch sein Olympia-Organisator Dmitri Tschernyschenko, der staatstragend und voller Pathos sagte: „Wir sind in einem Land aufgewachsen, in dem Eishockey wie eine Religion war.“

Das Vorgeplänkel auf das Topspiel am Samstag (13.30 Uhr MEZ/Sport1) im seit langem ausverkauften „Boschoi“-Dom von Sotschi begann in Russland schon vor einigen Monaten - mit verwegenen Verschwörungstheorien rund um diverse Vorkommnisse in Nordamerika.

Ende Oktober wurde der russische Auswahl-Torhüter Semjon Warlamow in Denver festgenommen, weil er seine Freundin Jewgenija in der gemeinsamen Wohnung angegriffen haben soll. Am 23. November erlitt dann „Sbornaja“-Kapitän Pawel Dazjuk im Spiel seiner Detroit Red Wings eine Gehirnerschütterung, als ihm Gegenspieler Jared Cowen aus Ottawa den Ellbogen gegen den Kopf rammte. Russische Medien und Politiker sprachen von einem „Komplott“ vor Olympia, der kremlnahe Sender Golos Rossii (Stimme Russlands) meinte: „Das ist ein Versuch, Spieler auszuschalten und unser Team zu schwächen.“

Die Sorgen des russischen Trainers Sinetula Biljaletdinow dürften sich nach dem glanzlosen 5:2-Auftakterfolg seiner Weltstars gegen die Underdogs aus Slowenien längst um konkretere Dinge drehen. „Wir werden noch viel ändern“, kündigte der frustrierte Coach an. Auch Stürmer Dazjuk mahnte nach dem Arbeitssieg: „Wir müssen unsere Lehren ziehen und Fehler abstellen, mehr schießen, selbstbewusster und einfacher spielen.“ Die Nervosität war den Kufencracks, von denen Putin und das ganze Land nur Gold erwartet, deutlich anzumerken.

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