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23.06.2014

19:18 Uhr

Von Beckenbauer bis Beckham

„Der Fußball wird immer erotischer“

VonStefan Kaufmann

Beim Fußball scheitern die Spieler permanent. Warum das fasziniert, weiß Sportphilosoph Gunter Gebauer. Im Interview spricht er über die Schönheit des Spiels, küssende Kicker und heiße Posen der Generation Beckenbauer.

Brasilien hat Gunter Gebauer vor Beginn der Weltmeisterschaft bereist. Der Wissenschaftler hat Vorträge gehalten, war zu Konferenzen geladen. Was ihn beeindruckt hat? Das Fußballmuseum in Sao Paulo. Das begeistert Schulkinder genauso wie Sportphilosophen, sagt er. Umgehauen hat ihn die Luftfeuchtigkeit in Fortaleza. Wie wollen die da Fußballspielen, hat er sich gefragt. Nun läuft die WM seit zweieinhalb Wochen und der Sportphilosoph schaut sich die Spiele von Berlin aus an. Dort erreicht ihn Handelsblatt Online zum Gespräch.

Handelsblatt Online: Was macht die Schönheit eines Fußballspiels aus?
Gunter Gebauer: Das Gelingen.

So einfach ist das?
So einfach ist es leider nicht. Denn beim Fußball schauen wir die meiste Zeit des Spiels zwei Mannschaften beim Scheitern zu. Das Problem ist, dass Fußball mit den Füßen gespielt wird, also dem Körperteil, der für die Behandlung eines Balls am ungeschicktesten ist. Deshalb springt der Ball häufig weg, kommt nicht beim Mitspieler an oder landet neben dem Tor.

Gunter Gebauer ist Professor für Philosophie und Sportwissenschaft an der Freien Universität Berlin, seit 2012 ist er emeritiert.

Gunter Gebauer ist Professor für Philosophie und Sportwissenschaft an der Freien Universität Berlin, seit 2012 ist er emeritiert.

Und wenn er doch im Tor landet?
Dann erleben wir einen Moment der Schönheit. Zu einem schönen Spielzug gehört, dass er gelingt. Zu einem schönen Freistoß, dass er ins Tor geht. Das sind die perfekten Momente in einem Meer von Zufällen und Unzulänglichkeiten.

David Beckham

Persönliches

geboren: 2. Mai 1975 Leytonstone (Großbritannien)

Karrierestationen

Manchester United (1992 bis 1995); Preston North End (1995); Manchester United (1995 bis 2003); Real Madrid (2003 bis 2007); Los Angeles Galaxy (2007 bis 2012); AC Mailand (2008/2009 und 2009/2010 jeweils ausgeliehen); Paris St. Germain (2012 bis 2013)

Größte Erfolge

Weltpokalsieger (1999), Champions-League-Sieger (1999), englischer Meister (1996, 1997, 1999, 2000, 2001, 2003), englischer Pokalsieger (1996, 1999), spanischer Meister (2007), US-Meister (2011, 2012), französischer Meister (2013)

Nationalspieler

Länderspiele für England: 115 (17 Tore); WM-Teilnehmer 1998 (Achtelfinale), 2002, 2006 (jeweils Viertelfinale), EM-Teilnehmer 2000 (Vorrunde), 2004 (Viertelfinale)

Auszeichnungen

Uefa-Spieler des Jahres 1998/99, Englands Sportler des Jahres 2001, Bester Spieler Major League Soccer 2008, Offizier des British Empire (2003)

Nur für den Torwart ist dieser Moment nicht perfekt.
Das stimmt, denn wir haben es beim Fußball mit einem Nullsummenspiel zu tun. Wenn die eine Mannschaft etwas Schönes zustande bringt, ist sie zugleich grausam gegenüber der anderen Mannschaft. Schönheit und Grausamkeit vereint – durch diese Tragik bekommt das Spiel eine unheimliche Tiefe.

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Kommentare (2)

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Account gelöscht!

24.06.2014, 08:21 Uhr

Sorry, ich finde als Mann Fussballer nicht erotisch. Ich finde gar keinen Mann erotisch ich steh auf Frauen.

Ich will lediglich gute Spiele mit vielen Toren sehen.

Account gelöscht!

24.06.2014, 10:22 Uhr

Sollte es vielleicht nicht eher 'Generation Beckham' heissen.
"...küssende Kicker und heiße Posen der Generation Beckenbauer."

Im Untertitel wird von der 'Generation Beckenbauer' gesprochen und von denen will doch keiner mehr heisse Posen und Küsse sehen... oder? *g*

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