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31.05.2012

10:26 Uhr

Vor der EM

Fußballprofis wollen Auschwitz besuchen

Während sich Europa auf das Sportfest vorbereitet, steht in den Gastgeberländern auch Kriegsgedenken auf dem Plan. Mehrere deutsche Spieler wollen Auschwitz besuchen. Der Fußball soll dabei draußen bleiben.

Der Eingang zum ehemaligen KZ Auschwitz-Birkenau mit den Worten „Arbeit Macht Frei“. Am 1. Juni 2012 werden Fußball-Bundestrainer Joachim Löw und weitere Vertreter des Deutschen Fußball-Bundes die Gedenkstätte besichtigen. dpa

Der Eingang zum ehemaligen KZ Auschwitz-Birkenau mit den Worten „Arbeit Macht Frei“. Am 1. Juni 2012 werden Fußball-Bundestrainer Joachim Löw und weitere Vertreter des Deutschen Fußball-Bundes die Gedenkstätte besichtigen.

Krakau/AuschwitzMit dem Besuch der Gedenkstätte Auschwitz an diesem Freitag wollen Joachim Löw & Co. ein Zeichen für Toleranz und gegen Fremdenhass setzen. „Wir sind uns der Verantwortung bewusst, die wir als Vertreter Deutschlands haben, wenn wir nach Polen und in die Ukraine reisen“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff über den Besuch einer Delegation des Deutschen Fußball-Bunds (DFB).

Neben Cheftrainer Löw besuchen auch Nationalelf-Kapitän Philipp Lahm sowie seine in Polen geborenen Teamkollegen Miroslav Klose und Lukas Podolski die Gedenkstätte. Der Eindruck einer PR-Aktion soll vermieden werden. Auch die in Krakau logierenden Engländer, Italiener und Holländer planen während der Fußball-Europameisterschaft einen Besuch im rund 60 Kilometer entfernten Auschwitz.

Sprecher der Gedenkstätte hatten bereits in der vergangenen Woche betont, Spielerbesuche sollten einen privaten Charakter haben und nicht zu einem Medienspektakel geraten. Fahnen, Vuvuzelas und Fanschals müssen draußen bleiben, wenn Fußballfans den EM-Besuch mit einer Besichtigung des einstigen Todeslagers verbinden, in dem mehr als eine Million Menschen ermordet wurden.

Irving Roth, der als 14-Jähriger aus dem tschechoslowakischen Kosice Auschwitz und Buchenwald überlebte, begrüßt den Besuch der Spieler. „Ich denke, jeder sollte hier her kommen“, sagt er. „Warum haben wir schließlich Symbole für gut und böse? Um uns zu erinnern, um daraus zu lernen, um zu fragen: Wie konnte es dazu kommen? Auschwitz war die ultimative Tötungsmaschine, und die Sportler sollten das Lager ganz offiziell besuchen.“

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