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15.06.2012

11:55 Uhr

Vor Duell in Gruppe D

Angst vor Donezk-Desaster - Spekulationen um Blanc

Quelle:SID

Seit acht Spielen sind die Franzosen bei großen Turnieren ohne Sieg, gegen Co-Gastgeber Ukraine soll nun am zweiten Spieltag der EM-Gruppe D die Wende folgen.

Karim Benzema (l.) und Franck Ribéry stehen nach der ersten Begegnung gegen England in der Kritik. Reuters

Karim Benzema (l.) und Franck Ribéry stehen nach der ersten Begegnung gegen England in der Kritik.

DonezkSieg - oder „Südafrika“: Die Angst vor einem Desaster in Glutofen von Donezk drückt bei den Franzosen gehörig auf das Betriebsklima. Ein drohendes EM-Aus, der Streit mit den Medien und Spekulationen um die Zukunft von Trainer Laurent Blanc stören die Konzentration auf das Wesentliche. Denn die Equipe Tricolore steht schon im zweiten Gruppenspiel am heutigen Freitag gegen Gastgeber Ukraine (18.00) am Scheideweg.

Les Bleus wandeln auf einem schmalen Grat. Ideal wäre ein überzeugender Sieg, sonst drohen Verhältnisse wie bei der WM 2010 in Südafrika, als die Franzosen das Bild eines zerstrittenen Haufens abgaben. Verbandspräsident Noël Le Graët hat seine Reisepläne schon kurzfristig geändert und seinen Aufenthalt im Trainingsquartier spontan verlängert. „Ich wollte hier präsent sein, weil wir eine schwierige Phase durchmachen. Ich bin aber nicht da, um die Spieler zu überwachen. Ich bleibe im Hintergrund“, begründete der 71-Jährige.

Ein Rumoren ist in der Heimat bereits vernehmbar. Und das nicht nur wegen der Affäre um Samri Nasri, der nach seinem Ausgleichstreffer gegen England (1:1) mit eindeutigen Gesten in Richtung Pressetribüne seine Privatfehde mit der großen Sportzeitung L'Equipe weltweit demonstrierte. Die Medien sind nicht zimperlich, im Mittelpunkt der Kritik steht die Aufforderung an Frankreichs „einzige Weltklassespieler“, Franck Ribèry von Bayern München und Karim Benzema von Real Madrid, „sich endlich zu zeigen“ und - anders als beim Frust-Auftakt gegen England (1:1) - ihre Offensivqualitäten auszuspielen.

Die Franzosen können auf eine stolze Serie von 22 Spielen ohne Niederlage unter Blanc verweisen - doch bei großen Turnieren ist die Equipe Tricolore seit acht Spielen ohne Sieg, seit dem 1:0 gegen Portugal im Halbfinale der WM 2006. Wieder droht ein Scheitern in der Vorrunde.

Besonders der erfahrene Ribéry (61 Länderspiele/10 Tore), der sich mit insgesamt drei Treffern in drei Testspielen in Hochform präsentierte, würde nicht genug Einfluss auf das Spiel nehmen und Benzema sich zu weit zurückfallen lassen, bemängeln die Journalisten. Trainer Blanc wirkte irritiert und fragte zurück: „Habt ihr mal gesehen, wie Benzema bei Real spielt? Genau so.“ Er gab allerdings zu dass man noch mehr Tempo, Klarheit und Durchschlagskraft in die Aktionen bringen müsse.

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