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20.02.2014

17:15 Uhr

Wegen Gewalt in Kiew

Ukrainische Skifahrerin protestiert in Sotschi

Die tödlichen Ausschreitungen in der Ukraine lassen auch die ukrainischen Olympia-Sportler nicht kalt. Aus Protest gegen die Gewalt hat eine Skifahrerin nun ihren Start in Sotschi abgesagt. Sie wollte sogar abreisen.

Krawalle und Tote in der Heimat

Ukrainische Olympioniken wollen nicht starten

Krawalle und Tote in der Heimat: Ukrainische Olympioniken wollen nicht starten

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SotschiWladimir Putins Selbstinszenierung wird für das IOC immer mehr zur Belastung. Kurz vor dem Ende werden die ohnehin politisierten Sotschi-Spiele durch die Gewalteskalation in der Ukraine zusätzlich aufgeheizt. Aus Protest gegen das brutale Vorgehen der Regierung in Kiew gegen die Opposition haben die ukrainische Skirennläuferin Bogdana Mazozka und ihr Trainer Oleg Mazozki ihren Olympia-Start in Sotschi abgesagt. Erst nach einem Krisengespräch mit dem ukrainischen IOC-Spitzenfunktionär Sergej Bubka zogen sie ihre Ankündigung zurück, frühzeitig abzureisen.

„Statt den Konflikt in Verhandlungen zu lösen (...), hat er die letzten Hoffnungen der Nation in Blut ertränkt“, schrieb Mazozki auf seiner Facebook-Seite über den ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. „Aus Solidarität mit den Kämpfern auf den Barrikaden (...) verweigern wir eine weitere Teilnahme an den Olympischen Spielen in Sotschi 2014.“ Im Spannungsfeld zwischen Putin und Janukowitsch droht dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nachhaltiger Schaden.

Bereits vor der Eröffnungsfeier seines olympischen Prestigeprojekts an der Schwarzmeerküste ließ Putin mitteilen, er wolle sich trotz der ersten Winterspiele in Russland weiter um den Konflikt in der Ukraine kümmern. Der Kremlchef steht in Dauerkontakt zu Viktor Janukowitsch, empfing seinen Präsidentenkollegen in Sotschi und soll ihm dabei Lösungswege für die Krise aufgezeigt haben. Auch in Kiews blutiger Nacht zum Mittwoch schalteten sich die beiden per Telefon kurz. „Sollen wir lächeln, wenn es in der Ukraine soviel Blut und Opfer gibt? Das ist einfach unmöglich!“, sagte Mazozki dem ukrainischen TV-Sender 1+1.

Seit der Vergabe der Spiele an Sotschi 2007 in Guatemala wird dem IOC vorgehalten, sich für Putins Propaganda-Show benutzen zu lassen. Die Olympier schafften es nicht, sich von dessen unberechenbarer Politik entscheidend zu distanzieren. Im Gegenteil: Immer wieder wurde der ehemalige Chef des russischen Geheimdienstes gepriesen.

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